Energie-Zukunft Steiermark
Sozialpartner und IV fordern zentrale Stelle für Energiefragen
- Bei Photovoltaik sind aktuell auf geeigneten Flächen rund 1.500 Megawatt installiert, die etwa 1,5 Terawattstunden Strom erzeugen; hier soll die Erzeugung laut Sozialpartner und IV Steiermark um weitere 1,3 Terawattstunden steigen.
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Mit einem "Angebot an die Politik" wenden sich am Mittwoch die steirischen Sozialpartner und die Industriellenvereinigung (IV) Steiermark an die Öffentlichkeit. Gemeinsam fordern sie die Einrichtung einer zentralen Koordinierungsstelle für Energiefragen, angesiedelt beim Land Steiermark. Ziel sei es, den Ausbau erneuerbarer Energien, von Netzen und Speichern besser zu steuern und damit Versorgungssicherheit sowie leistbare Energiepreise langfristig abzusichern.
STEIERMARK. Die Energiewende in der Steiermark schreitet voran, steht aber vor großen Herausforderungen. Obwohl der Anteil erneuerbarer Energien im Jahr 2024 mit 40,8 Prozent einen Höchstwert erreicht hat, mussten rund 60 Prozent des Energiebedarfs durch Importe von Erdöl und Erdgas gedeckt werden. Gleichzeitig rechnen Sozialpartner und IV vor, dass sich der Strombedarf bis 2040 aufgrund von Elektrifizierung und Dekarbonisierung auf rund 20 Terawattstunden verdoppeln wird.
- Der Trend stimmt: Im Jahr 2024 lag der Anteil erneuerbarer Energien in der Steiermark bei 40,8 Prozent. Dennoch mussten rund 59,2 Prozent des Energiebedarfs weiterhin durch Importe von Erdöl und Erdgas gedeckt werden.
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Forderung nach zentraler Koordinierungsstelle
Vor diesem Hintergrund haben Wirtschaftskammer, Arbeiterkammer, Landwirtschaftskammer, ÖGB und Industriellenvereinigung das gemeinsame Positionspapier „Energiezukunft Steiermark“ vorgelegt. Darin skizzieren sie eine energiepolitische Agenda bis 2030. Darin sprechen sie sich für die Schaffung einer zentralen Energie-Koordinierungsstelle beim Land aus.
Nach Ansicht der Sozialpartner und der IV braucht die Steiermark eine klare Zuständigkeit für Energiefragen. Denn die Steiermark stehe vor einem doppelten Auftrag. „Wir müssen unsere Klimaziele erreichen und gleichzeitig Energie leistbar und verfügbar halten. Dafür braucht es eine klare Zuständigkeit im Land. Eine zentrale Energie-Stelle könnte Planung, Genehmigungen und Förderungen bündeln und so den Ausbau von Erzeugung, Netzen und Speichern deutlich beschleunigen“, erklären die Präsidenten der steirischen Sozialpartner Josef Herk (Wirtschaftskammer), Josef Pesserl (Arbeiterkammer), Andreas Steinegger (Landwirtschaftskammer) und Horst Schachner (ÖGB) sowie IV-Steiermark-Präsident Kurt Maier in einer gemeinsamen Stellungnahme.
- Im Zentrum steht der Vorschlag, beim Land Steiermark eine zentrale Koordinierungsstelle für Energiefragen zu schaffen, um den Ausbau erneuerbarer Energien, der Netze und Speicher besser zu koordinieren
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Als Schlüsselthemen nennen die Vertreter die Umsetzung des Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetzes (EABG) auf Landesebene, den koordinierten Ausbau der Stromnetze, die Sicherung geeigneter Flächen für Photovoltaik- und Windkraftanlagen sowie schnellere Genehmigungsverfahren.
Deutlich mehr Strom aus Sonne, Wind und Wasser
Im Positionspapier wird auch ein konkreter Ausbaupfad bis 2030 beschrieben: Die Stromerzeugung aus Photovoltaik soll um weitere 1,3 Terawattstunden steigen. Bei der Windkraft wird ein Zuwachs von 1,5 Terawattstunden angestrebt, während die Wasserkraft zusätzliche 0,4 Terawattstunden liefern soll. Auch die Bioenergie spielt aus Sicht der Verfasser eine wichtige Rolle. Sie liefert bereits heute rund elf Terawattstunden Wärme und Strom und verfüge über weiteres Potenzial in der Höhe von fünf Terawattstunden. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass selbst bei Erreichen dieser Ausbauziele eine Versorgungslücke bestehen bleiben werde. Diese müsse durch zusätzliche Maßnahmen geschlossen werden.
Für die Übergangsphase sehen die Sozialpartner und die IV Erdgas weiterhin als wichtige Brückentechnologie. Zudem sprechen sie sich für eine strategische Absicherung von Wasserstoffimporten aus. Auch die Prüfung von Technologien zur CO₂-Abscheidung und -Nutzung wird angeregt.
Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit
Besonderes Augenmerk legen die Organisationen auf die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Energiewende. „Die Kosten der Energiewende dürfen nicht einseitig auf Arbeitnehmerinnen, Arbeitnehmer und unsere landwirtschaftlichen sowie gewerblichen Betriebe und die Industrie abgewälzt werden. Versorgungssicherheit und faire Preise sind wesentliche soziale Fragen. Eine zentrale Energie-Koordinierungsstelle beim Land kann helfen, die Maßnahmen gezielter zu steuern und soziale sowie regionale Auswirkungen besser zu berücksichtigen“, heißt es in der Stellungnahme.
- Ihr Positionspapier "Energie Zukunft" sehen die steirischen Sozialpartner und die IV Steiermark als "Angebot an die Politik".
- Foto: MeinBezirk/Sarah Konrad
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Zu den weiteren Kernforderungen, die im Positionspapier genannt werden, zählen ein Bekenntnis zum Produktionsstandort Steiermark, der koordinierte Ausbau von Erzeugung, Energienetzen (inklusive CO₂- und Fernkältenetzen) sowie Speichern, zusätzliche Vorrangzonen für erneuerbare Energien sowie die Anbindung an internationale Wasserstoffkorridore.
„Angebot an die Politik“
Die Sozialpartner und die Industriellenvereinigung verstehen ihr Papier als Beitrag zur energiepolitischen Debatte im Land. „Unsere Betriebe brauchen Planungssicherheit. Wenn wir Netze, Speicher und erneuerbare Erzeugung nicht gemeinsam denken, gefährden wir Investitionen, Arbeitsplätze und Wertschöpfung in der Steiermark. Das vorgelegte Positionspapier ist ein Angebot an die Politik, diesen Weg partnerschaftlich zu gehen“, betonen Herk, Pesserl, Steinegger, Schachner und Maier abschließend.
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