Alles zum Thema Christine Frei

Beiträge zum Thema Christine Frei

Lokales
Zum Schaudern: eine Poe-Kurzgeschichte als Oper in den Kammerspielen

Johannes Reitmeier inszeniert „The Fall of the House of Usher“
Dunkel und abgründig

Er gilt nicht nur als Meister der Kurzgeschichte, sondern auch als virtuoser Kreateur düsterer Figuren und albtraumhafter Szenerien. Denn bei Edgar Allan Poe finden die seelischen Abgründe immer auch eine schaudernde Entsprechung in der jeweiligen Außenwelt. Wenn also William auf den Hilferuf seines Jugendfreundes Roderick Usher hin diesen in seinem Schloss besucht, so könnte der schon angesichts des gespenstischen Gemäuers, eines zombiehaften Dieners, der an schwersten Lasten zu tragen...

  • 12.11.18
Lokales
Sie spielten spontan die Erzählungen des Publikums zurück.

Das Playbacktheater Endorphine lud erneut zu einer Reise zu sich selbst.
Glaube, Liebe, Hoffnung

Sie erzählen, wir spielen: So kurz und bündig und für den einen oder die andere vermutlich auch einigermaßen abschreckend lässt sich das Konzept eines Playbacktheaterabends auf den Punkt bringen. Denn wer mag schon so mir nichts dir nichts vor wildfremden Leuten sein Innerstes ausbreiten und gar seine Hoffnungen offenlegen. Denn Hoffnung war tatsächlich das Thema dieses letzten Abends im Brux und markierte zugleich den Abschluss einer Trilogie, die sich das Playbacktheater Endorphine für dieses...

  • 30.10.18
Lokales
Im Kinderchaos: Elena-Maria Knapp und Michaela Senn

Das Theater praesent zeigt Sibylle Bergs bitterböse Mutter-Tochter-Abrechnung „Und dann kam Mirna“
Und alles wie gehabt

Von wegen: In der nächsten Generation ist alles anders. Spätestens, wenn sich der Inhalt der bis dahin gut verborgenen Spielzeugkiste auf den blanken Bühnenboden (Ausstattung: Katharina Ganner) verstreut, weicht die eigene Selbstüberschätzung den ehernen Fakten. Und ehe die junge Frau sich versieht, wird sie zur Antiheldin jenes weiblichen Wesens, das sie irrtümlich oder zumindest nicht ganz so geplant empfangen, ausgetragen und zur Welt gebracht hat. Dabei war sie eben noch bester Hoffnung und...

  • 23.10.18
Lokales
Bot ganz neue Einsichten: der Schubert Slam Dance im Vierundeinzig.
2 Bilder

Ein Schubert Slam Dance vom Feinsten

Mit diesem Schubert-Abend setzte die konzertanz-Reihe im Vierundeinzig neue Maßstäbe. Schon als Hausherrin Daniela Weiss-Schletterer zum Mikrofon schreitet und in charmantester Gelassenheit zu erzählen beginnt, wie dieser mittlerweile 15. konzertanz-Abend entstanden ist, spürt man bereits, von welcher vorbehaltlosen Begeisterung und Einsatzbereitschaft dieses Projekt getragen ist, das zwar nach wie vor ein Geheimtipp ist, aber was für einer. Denn mit dieser Reihe hat das Vierundeinzig abseits...

  • 21.09.18
Lokales
Waren beide beeindruckt vom Spanischen Saal: Gerhard Haderer und Peter Turrini.

Zwei Giganten im Doppel

Peter Turrini und Gerhard Haderer begeisterten am Freitag auf Schloss Ambras Er liebt es, die Großen der zeitgenössischen Literatur immer wieder aufs Neue nach Innsbruck zu locken. Und erst neulich ließen Robert Renk und sein Verein 8ung Kultur mit der spektakulären Ankündigung aufhorchen, dass er am 12. Februar, quasi am Ende der literarischen Herbst-/Wintersaison den US-Kultautor T.C. Boyle nach Innsbruck bringen wird. Doch auch der Auftakt am vergangenen Freitag hatte bereits Kultcharakter....

  • 11.09.18
Lokales
Beeindruckend als Giove und Semele: Sonia Prina und Francesca Aspromonte

Wiederentdeckte Kostbarkeit

Die Serenata Semele beschloss den kleinen Opernreigen der diesjährigen Festwochen Wenn sich eine Formation der historisch informierten Aufführungspraxis (ja, so nennt man das) ausgerechnet Le Musiche Nove nennt, so wohl deshalb, weil es aus dieser vermeintlich „Alten Musik“-Zeit nach wie vor zahllose Preziosen zu entdecken gilt. Die Partitur für die Serenata „Semele“ des von den Italienern als „divino Sassone“ (göttlichen Sachsen) titulierten Johann Adolf Hasse fand Claudio Osele, Leiter von Le...

  • 27.08.18
Lokales
Ein Spitzentrio: S. Lewetz, J. Nikolussi und H. Danner in „Butterbrot“.

Bis eine neue Ehe sie scheidet

Das Kellertheater zeigt Gabriel Baryllis Männer-WG-Komödie Butterbrot Es ist Sommer, und das Kellertheater lockt traditionell mit Komödie. Dieses Mal mit einem Stück, das schon als Roman wie wenig später als Film ein Kassenschlager war und seit seinem Erscheinen vor immerhin dreißig Jahren bereits an mehr als 120 Bühnen überaus erfolgreich gespielt worden ist. Damals, das muss jetzt augenzwinkernd angemerkt werden, hätte man Gabriel Baryllis „Butterbrot“ eher nicht auf den...

  • 20.07.18
Lokales
Insgesamt fünf Spiellabore präsentierten ihre Stücke und Performances.

Soziale Theaterarbeit mit Kunstanspruch

Vergangenes Wochenende waren in der Bäckerei Performances der ersten Spiellabore zu sehen An theaterpädagogischen Angeboten mangelt es Tirol wahrlich nicht, auch nicht an Ausbildungsmöglichkeiten in diesem Bereich. Trotzdem hat sich der in Sofia geborene und im Zillertal aufgewachsene Theaterpädagoge Matthias Rankov mit seinen VereinskollegInnen von Siduno nichts weniger vorgenommen, als die Theaterpädagogik in unserem Land künstlerisch wie sozialpolitisch an den Puls der Zeit...

  • 13.07.18
Lokales
Fesselndes E-Mail Ping-Pong: Eva-Maria Kirschner und Bruno Graber in "Gut gegen Nordwind"

Gut gegen Nordwind

Das Bogentheater überrascht mit einer überaus originellen Inszenierung von Daniel Glattauers Erfolgsroman Kaum einer versteht sich auf den vergnüglich-eleganten Schlagabtausch zwischen Mann und Frau derart furios wie Daniel Glattauer. Das weiß man spätestens seit seiner "Wunderübung", doch auch "Gut gegen Nordwind", sein Romanbestseller aus dem Jahr 2006, der schon drei Jahre später zu einem gleichfalls ungemein erfolgreichen Bühnenstück adaptiert wurde, lebt genau von diesem Screwballeffekt....

  • 29.06.18
Lokales
Grandios in Szene gesetzt: Bernhard Aichers Bestseller „Totenfrau“ in den Kammerspielen.

Rasantes Finale

Mit einer bejubelten Uraufführung von Bernhard Aichners „Totenfrau“ verabschieden sich die Kammerspiele wieder Richtung Rennweg. Es war nicht nur die letzte Premiere dieser Saison, sondern auch die letzte in der Messe. Und die hatte es in sich. Nach knapp zwei rasanten Stunden Aichner-Thriller auf der Bühne riss es das Publikum von den Sitzen, wollte der Zuspruch gar kein Ende mehr nehmen. So wahnwitzig und ethisch unkorrekt diese Story letztlich ist – immerhin verräumt Bestatterin Blum bei...

  • 21.06.18
Lokales
Elegant konzertant: So präsentiert sich „Der Stein der Weisen“ derzeit im TLT.

Der Stein der Weisen

Dieses lange verloren geglaubte Singspiel Schikaneders erlebte nun seine konzertante Wiederentdeckung. Für Kenner und Liebhaber ist das erst in den 1990er Jahren wiederentdeckte Notenmaterial von Schikaneders Singspiel „Der Stein der Weisen“ und dessen konzertante Umsetzung im Großen Haus des TLT zweifelsohne ein musik- wie theatergeschichtliches Faszinosum. Denn immerhin verpflichtete dieser umtriebige und vielfach talentierte Impresario dafür gleich vier Komponisten, so unter anderem Mozart....

  • 14.06.18
Lokales

Zehn Jahre mit Löwenherz dabei

Vor zehn Jahren hat sich der Lions Club Innsbruck Goldenes Dachl als damals zweiter gemischter Lions-Club der Landeshauptstadt gegründet. Genau zum Gründungsdatum 2. Juni lud man nun Freude und Wegbegleiter zu einem wortkunstsinnigen Jubilee Picknick in den Waltherpark Wo Wortkünstler Wilfried Schatz mit einer Open-Air-Vernissage und einer ebenso launigen wie tiefgründigen WortArt-Peformance beim Dürerblick nicht nur die anwesenden Löw/innen, sondern auch etliche Radfahrer und Spaziergänger...

  • 04.06.18
Lokales
Überzeugender Auftakt des 9. Tiroler Dramatikerfestivals: Nullmensch von Jovica Letić

Ein Reset für die Menschheit

„Nullmensch“ von Jovica Letić eröffnete Freitagabend im Brux das 9. Tiroler Dramatikerfestival. Bereits zum neunten Mal gibt Klaus Rohrmoser als Leiter des Tiroler Dramatikerfestivals dramatischen Tiroler/innen die Möglichkeit, um sich mit ihren Texten Bühne und Resonanzraum zu errichten. Neue Texte, neue Namen stehen also im Fokus, und auch deren Umsetzung hebt sich meist wohltuend von den üblichen Usancen einer zusehends auf Pragmatismus und Quote ökonomisierten Theaterszene ab. Denn selbst...

  • 10.05.18
Lokales
Intensives Kammerspiel: Janine Wegener, Jan-Hinnerk Arnke und Marion Fuhs in „Ungeduld des Herzens“.

Fatales Mitleid

Mit „Ungeduld des Herzens“ bieten die Kammerspiele einen weiteren zutiefst bewegenden Theaterabend Die Katastrophe ist unausweichlich. Daran wird uns Frau Engelmayer, die erzählende Gouvernantenfigur in Thomas Jonigks Theaterfassung von Stefan Zweigs einzigem Roman „Ungeduld des Herzens“ mehrfach an diesem besonderen Theaterabend erinnern. Edith wird sich in den Tod stürzen, Millionen andere im ebenfalls kurz bevorstehenden Ersten Weltkrieg ihr Leben lassen oder dann als schwerst Versehrte...

  • 03.05.18
Lokales
Lions-Präsidentin Christine Frei, Agnes Czingulszki und Dada Weiss... drei starke Frauen (v.l.n.r.)
7 Bilder

Czingulszki-Lesung am "Tag des Buches"

Das 7. Salongespräch des "Lions Club Innsbruck Goldenes Dachl" am 23. April im Anpruggner Grafikstudio Weiss passte perfekt zum Internationalen "Tag des Buches". Die Innsbrucker Autorin Agnes Czingulszki las aus verschiedenen eigenen Texten und stellte ihr Debutbuch "ich dachte an siracusa" (2016, Exil-Edition) vor. Geboren 1987 in Baja/Südungarn und 1989 nach Deutschland übersiedelt, studierte die spätere ALiteraturpreisträgerin zuerst einem  Kommunikations- und Medienwissenschaft sowie...

  • 24.04.18
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Lokales
Atemberaubend gut: Lisa Weidenmüller als Antigone und Jan Schreiber als Kreon.

Zwischen Recht und Unrecht

Beklemmend aktuell: Antigone von Sophokles in den Kammerspielen Über 2400 Jahre ist dieser Text alt. Und allein das darf einen zurecht nachdenklich stimmen. Kreisen wir, die wir uns doch wohl für lern- und entwicklungsbegabte Wesen halten, immerwährend um dieselben Themen? Sind wir so gar nicht fähig, dazu zu lernen? Tatsächlich schien genau diese Frage schon Sophokles zu bewegen. Immerhin wird Haimon seinen Vater Kreon davon zu überzeugen versuchen, dass es einem weisen Mann nie zur Schande...

  • 10.04.18
Lokales
Begeisterte als Judas im Kellertheater: Helmuth Häusler mit Band.

Die Passion des Judas

Ein Stück wie gemacht für die Karwoche: Judas von Lot Vekemans Keine Frage: mit dieser Produktion hat Kellertheater-Chef Manfred Schild einmal mehr sein ausnehmend gutes Gespür für Stücke unter Beweis gestellt, die nicht nur den Zeitgeist, sondern auf direktem Wege auch das Herz seines mittlerweile sehr vielschichtigen Publikums treffen. „Judas“ der niederländischen Dramatikerin Lot Vekemans ist so ein Stück. Vekemans greift darin einen Aspekt auf, der selbst in theologischen Kreisen...

  • 30.03.18
Lokales
Wie drei Göttinnen: L. Hörtnagl, U. Heidorn und C. Gratl in „Schwindelfrei“

Schwindelfrei erzählt

Das Staatstheater performt dreizehn abgründige Weibergeschichten von Uli Brée Nein, ein klassisches Theaterstück sollten Sie sich von den drei titanengroßen weiß gewandeten Göttinnen, die da im Treibhauskeller in geradezu schwindelerregender Höhe über allem und jedem stehen, und auch von der kleinen rothaarigen Koboldin, die immer mal wieder aus dem Übermutterunterrock hervorkriecht, um Schlager anzustimmen und verschrobene Texte anzureißen, beileibe nicht erwarten. Regisseurin Susi Weber, die...

  • 05.03.18
Lokales
Boten herzerwärmende Unterhaltung vom Feinsten: das Bogentheater-Ensemble in „Zusammen ist man weniger allein“.

Sehnsucht nach Veränderung

Wer sehen möchte, wo es derzeit junges Theaterpublikum hinzieht, sollte zu Soliarts in die Bäckerei oder immer mal wieder ins Bogentheater. Selbst wenn zwischen den aktuellen Produktionen von Soliarts und dem Bogentheater auf den ersten Blick Welten liegen mögen, so ist es doch faszinierend zu sehen, dass entgegen dem allgemeinen Trend der Totaldestruktion, sich bei einigen jungen Theatermacher/innen nun wieder so etwas wie Sehnsucht breitmacht. Eine Sehnsucht nach der Möglichkeit von...

  • 16.10.17
Lokales
Brillantes Ensemblespiel: J. Gabl, J.-H. Arnke, M. Fuhs, K.Y. Jochum in “Geächtet”

Spiegel unserer Zeit

Sowohl Kellertheater wie Kammerspiele eröffnen ihre Saison mit beklemmenden Analysen unserer gegenwärtigen Verfasstheit. Eines gleich vorweg: wer die sommerliche Leichtigkeit nicht schon nach den ersten Kältewellen abgestreift hat, wird spätestens nach einem dieser beiden Theaterabende eine gewisse Schwere in sich verspüren. Denn Lösungen für unsere aktuelle gesellschaftliche Verfasstheit zeichnen sich weder in Ferdinand von Schirachs globalem Theaterspektakel „Terror“ (zu sehen im...

  • 02.10.17
Lokales
Begeistern durch ihren leichtfüßigen Barocktanz: Le Cavatines im Ballettopernabend Pygmalion.

Tanz und Drama

Pygmalion und Die römische Unruhe beschließen diese Woche das Opernprogramm der Festwochen der Alten Musik. – Eine Theaterkritik von Christine FREI Nach Monteverdis Oper „Il ritorno d’Ulisse in patria“, die musikalisch einhellig bejubelt wurde, deren nicht ganz so devote Inszenierung allerdings etwas polarisierte, (was ja einen Theaterabend eigentlich erst zu einem richtigen Ereignis werden lässt), stehen ab dem Wochenende jetzt noch Rameaus Ballettoper „Pygmalion“ mit exquisit gesungenen wie...

  • 21.08.17
Lokales
"Club Lucifer" spielt in der Zeit der Prohibition im Nepal der 20er-Jahre.

Amüsantes Bartheater im Club Lucifer

Bars, und insbesondere jene unter den Bögen, hat der begeisterte Theatermacher Lukas M. Coser schon seit geraumer Zeit im Visier. In den letzten zwei Wochen ließ er nun mit seiner Theaterschmiede im Club Lucifer die Zeit der Prohibition im Neapel der 20er Jahre wieder auferstehen. Alkoholische Getränke gab es daher ausschließlich in unschuldigen Papiertüten. Zugleich wurde man im Publikum Zeuge, wie Mafiaboss Don Leone seinem leicht hasenfüßigen Sohn Federico immer wieder Beine machen muss und...

  • 20.07.17
Lokales

Die Träumereien des Herr Franz

Sein erklärtes Ziel sei es ja, meinte Gerhard Sexl nach dem begeisterten Applaus seines Premierenpublikums mit einem schelmischen Grinser, die Leute diesen Sommer vom Grill weg zu locken. Dafür hat Sexl in der Regie von Kellertheater-Hausherr Manfred Schild nicht nur ein komödiantisches Theatersolo, sondern mit dem Herrn Franz auch eine Figur ersonnen, mit der er seinem Publikum Mut und Lust machen will, sich niemals mit dem Abstellgleis zufrieden zu geben, selbst wenn man nicht immer das...

  • 18.07.17