Kassenordinationen
34 Tage lang muss man in Österreich auf einen Arzttermin warten

Wer in Österreich einen Termin bei einem Kassenfacharzt benötigt, muss teilweise wochenlang warten. (Symbolbild) | Foto: vitaly gariev/Unsplash
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Wer in Österreich einen Termin bei einem Kassenfacharzt benötigt, muss teilweise wochenlang warten. In der Inneren Medizin liegt die mediane Wartezeit 2026 bei 65 Tagen. Eine Erhebung zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Fachrichtungen.

ÖSTERREICH. Zuletzt wurden österreichweit 1.601 Terminanfragen bei Kassenordinationen ausgewertet. Durchgeführt wurde die Untersuchung von "krankenversichern.at", eines Online-Portals für den Vergleich privater Krankenversicherungen.

Die Anfragen erfolgten in allen neun Bundesländern und umfassten 14 medizinische Fachrichtungen. Dabei gaben sich die Testpersonen als neu zugezogene, bei der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) versicherte Patientinnen und Patienten aus. Angefragt wurde wegen einer Routine- oder Vorsorgeuntersuchung, nicht aufgrund akuter Beschwerden.

Wartezeit-Median ermittelt

Kontaktiert wurden die Ordinationen überwiegend per E-Mail oder über Onlinebuchungssysteme, falls erforderlich, auch telefonisch. Gemessen wurde die Zahl der Kalendertage zwischen der Anfrage und dem ersten angebotenen Termin.

Als Kennzahl verwendet die Erhebung den Median. Das bedeutet: Eine Hälfte der angebotenen Termine lag unterhalb, die andere Hälfte oberhalb des angegebenen Wertes. Einzelne besonders kurze oder lange Wartezeiten beeinflussen das Ergebnis daher weniger stark als bei einem Durchschnittswert.

Innere Medizin mit längster Wartezeit

Am längsten mussten Patientinnen und Patienten laut Erhebung auf einen Termin in der Inneren Medizin warten. Österreichweit betrug der Median 65 Tage (2025: 63 Tage). Dahinter folgten Psychiatrie mit 61 Tagen (2025: 61), Neurologie mit 50 (2025: 42), Augenheilkunde mit 46 (2025: 52) und Kardiologie mit 45 (2025: 33).

Gegenüber der Erhebung aus dem Jahr 2025 verlängerten sich die Wartezeiten in acht der 14 untersuchten Bereiche. (Symbolbild) | Foto: pixabay
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In der Urologie lag die Wartezeit bei 39 Tagen (2025: 48), in der Dermatologie bei 36 (gleichgeblieben) und in der Gynäkologie bei 34 (2025: 46). Für einen Termin in der Orthopädie wurden 26 Tage (2025: 24), in der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde 23 (2025: 21) und in der Pulmologie 22 (2025: 18) ermittelt. Bei Kinderärzten waren es 18 Tage (2025: 17), in der Radiologie 17 (2025: 14).

Deutlich schneller ging es laut Untersuchung bei Allgemeinmedizinern: Hier lag der Median bei einem Tag. Über alle 13 untersuchten Facharztgruppen hinweg – die Allgemeinmedizin wurde dabei nicht berücksichtigt – ergab sich eine mediane Wartezeit von 34 Tagen.

In acht Fachbereichen stieg die Wartezeit

Gegenüber der Erhebung aus dem Jahr 2025 verlängerten sich die Wartezeiten in acht der 14 untersuchten Bereiche. Besonders deutlich war der Anstieg in der Kardiologie mit zwölf zusätzlichen Tagen und in der Neurologie mit acht Tagen. Rückgänge gab es unter anderem in der Gynäkologie, der Urologie und der Augenheilkunde. In drei Fachrichtungen blieb der Median unverändert.

Studienleiter Sebastian Arthofer: "Der Kassenarzt kostet kein Geld, er hat einen Wartepreis." (Symbolbild) | Foto: Vitaly Gariev/Unsplash
  • Studienleiter Sebastian Arthofer: "Der Kassenarzt kostet kein Geld, er hat einen Wartepreis." (Symbolbild)
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Studienleiter Sebastian Arthofer, zugleich Mitgründer und operativer Geschäftsführer des Portals, zog daraus ein Fazit: "Der Kassenarzt kostet kein Geld, er hat einen Wartepreis. Bezahlt wird er in Wochen."

Ergebnisse mit Einschränkungen

Nach Angaben von "krankenversichern.at" flossen nur Anfragen mit einem konkreten Terminangebot in die Auswertung ein. Ordinationen ohne Neuaufnahme, ausbleibende Antworten und urlaubsbedingt unerreichbare Praxen blieben unberücksichtigt. Die Daten zeigen daher die Wartezeit erfolgreicher Anfragen, nicht die generelle Chance auf einen Termin.

Die nicht unabhängig geprüfte Studie stammt von "krankenversichern.at", einem kommerziellen Vergleichs- und Vermittlungsportal für private Krankenversicherungen. Hinter dem Portal steht die oberösterreichische "AVERS Versicherungsmakler GmbH". Methodik und Ergebnisse sind in der Kassenarzt-Wartezeitenstudie 2026 veröffentlicht.

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Wer in Österreich einen Termin bei einem Kassenfacharzt benötigt, muss teilweise wochenlang warten. (Symbolbild) | Foto: vitaly gariev/Unsplash
Gegenüber der Erhebung aus dem Jahr 2025 verlängerten sich die Wartezeiten in acht der 14 untersuchten Bereiche. (Symbolbild) | Foto: pixabay
Studienleiter Sebastian Arthofer: "Der Kassenarzt kostet kein Geld, er hat einen Wartepreis." (Symbolbild) | Foto: Vitaly Gariev/Unsplash

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