Greenpeace-Bericht
Grundwasserpegel bei Dutzenden Messstationen so niedrig wie nie
- Bei 16 Prozent der Messstellen ist der Grundwasserpegel derzeit so niedrig wie noch nie zuvor.
- Foto: Insa Hagemann/Greenpeace
- hochgeladen von Sophie Ruzicka
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat sich 227 Grundwasser-Messstellen österreichweit angesehen. Das Resultat: 36 der Grundwasserpegel sind so niedrig wie noch nie. Man fordert, dass das angekündigte Wasser-Entnahme-Register schneller kommen soll und eine neue Abgabe für große Wasserbezieher aus der Industrie.
ÖSTERREICH. Wie ernst die Lage des heurigen Dürrejahres ist, zeigt die Umweltschutzorganisation Greenpeace. Sie haben die gesamte Messgeschichte von 227 Grundwasser-Messstellen österreichweit ausgewertet.
Bei etwa der Hälfte der Messstationen war der Grundwasserpegel für Mitte Oktober so niedrig wie noch nie zu dieser Jahreszeit. Bei 36 der insgesamt 227 Messstellen wurde sogar der niedrigste Wasserstand seit Beginn der Messungen gemessen – hier war es also selbst in Hochsommer noch nie so trocken wie jetzt. Besonders häufig findet man Negativrekorde in der Steiermark, Oberösterreich und Niederösterreich.
Konkrete Forderungen
Aufgrund der Auswertung fordert die Umweltschutzorganisation von Wasserminister Norbert Totschnig (ÖVP), dass das angekündigte Wasser-Entnahme-Register so schnell wie möglich umgesetzt wird. Mit dem Vollausbau soll nicht bis 2032 gewartet werden.
- Wasserexperte Sebastian Theissing-Matei betont: "Sollten Schnee und Regen auch diesen Winter großflächig ausbleiben, droht eine echte Krise für unseren Wasserschatz".
- Foto: Greenpeace/Mitja Kobal
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Zudem fordern sie vom Ministerium, dass man eine nationale Wasserstrategie vorlegen muss und für industrielle Großverbraucher eine Abgabe eingeführt wird. Und zwar zehn Cent pro Kubikmeter Grundwasser für große Industriebetriebe. Die Einnahmen sollen in ein besseres, dürresicheres Trinkwassernetz fließen und könnten jährlich mehr als 30 Millionen Euro einbringen.
"Dieses Jahr ist für unser Grundwasser bisher die reinste Durststrecke und Entspannung ist keine in Sicht. Wir werden mit stark geschrumpften Wasserreserven in den Winter starten – im Vergleich zum Vorjahr eine besorgniserregende Ausgangslage. Sollten Schnee und Regen auch diesen Winter großflächig ausbleiben, droht eine echte Krise für unseren Wasserschatz", gibt Sebastian Theissing-Matei, Wasserexperte bei Greenpeace Österreich, zu bedenken.
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