Fehlende Schutzkleidung
Neue Rekordzahl an verletzten Motorradfahrern in Österreich
- Voriges Jahr sind 4.584 Motorradfahrer bei Unfällen verletzt worden – eine neue Höchstzahl. (Symbolbild)
- Foto: PantherMedia / kodda
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Die steigende Zahl an verletzten Bikern bereitet dem KfV Sorgen. Die Verkehrsexperten raten, auch bei sommerlicher Hitze mit Schutzkleidung unterwegs zu sein.
ÖSTERREICH. Voriges Jahr haben sich mehr Motorradfahrerinnen und -fahrer denn je bei Unfällen verletzt. Konkret waren es 4.584. Neben dem österreichweiten neuen Höchststand ist in vier Bundesländern eine Rekordzahl an Verletzten registriert worden, in Wien, Niederösterreich, der Steiermark und in Kärnten.
Dass die Zahl der Verletzten steigt, ist wenig überraschend. Schließlich hat die Zahl der zugelassenen Motorräder ebenfalls enorm zugelegt. Mittlerweile sind es rund 700.000 Maschinen. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) hat diese Daten mit denen der Autofahrerinnen und Autofahrer verglichen. Das Ergebnis: Das Risiko, beim Motorradfahren verletzt zu werden, ist rund 37 Mal so hoch wie beim Pkw.
"Angemessene Schutzkleidung"
Gleichzeitig zeigen aktuelle KfV-Erhebungen, dass 45 Prozent der Biker keine angemessene Schutzkleidung tragen. Im Ortsgebiet sind es 76 Prozent, im Freiland sind nur 31 Prozent „leichtsinnig“ unterwegs. Die Zweiradlenker gehen wohl davon aus, dass die Verletzungsgefahr mit dem geringeren Tempo im Ortsgebiet sinkt.
- Das KfV empfiehlt, mit Schutzkleidung aufs Bike zu steigen. (Symbolbild)
- Foto: smarterpix
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Laut KfV kann aber auch bei langsameren Fahrten „Schlimmes passieren“. Das Kuratorium empfiehlt daher eine „angemessene Schutzkleidung“. Darunter fallen Vollvisierhelm, Handschule, Stiefel und eine Motorradkluft aus Textil oder Leder für Beine und Oberkörper.
Weniger Schmerzensgeld
Der KfV verweist auch darauf: „Wer ohne Schutzbekleidung bei einem Unfall verletzt wird, muss laut Judikatur sogar mit einer Reduktion des Schmerzensgeldes rechnen – selbst dann, wenn der Unfallgegner die volle Schuld am Unfall trägt.“
Die Fachleute empfehlen daher Jacken, Westen oder Hosen, die mit Airbags ausgestattet sind. Diese Teile würden noch zu wenig genutzt. Dabei würden intelligente Sensoren in Airbag-Schutzkleidung Stürze binnen Sekundenbruchteilen erkennen und die Luftpolster auslösen, was die Aufprallenergie reduziert.
Auch bei Hitze
Auch wenn es drückend heiß ist, sollten die Biker nicht auf Schutzkleidung verzichten. Statt der schweren Lederbekleidung gebe es sehr gute atmungsaktive Textilien. Auch Airbag-Westen seien in leichten Ausführungen erhältlich. Lüftungsklappen, Mesh-Material und eine clevere Luftführung würden für Kühlung sorgen.
Heuer (1. Jänner bis inklusive 12. Juli 2026) sind schon 36 Motorradfahrerinnen und -fahrer tödlich verunglückt.
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