Aussterben könnte drohen
Nur drei von 27 Roten Artenschutz-Listen noch aktuell
- Österreichischer Tierschutzverein kritisiert ein Versäumnis beim Thema Artenschutz. (Symbolfoto)
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Der Österreichische Tierschutzverein hat sich in einem offenen Brief an das Umweltschutzministerium gewandt und darin den Zustand der bundesweiten Roten Listen gefährdeter Tierarten scharf kritisiert. Diese seien großteils „stark veraltet“ – nur drei der insgesamt 27 Listen würden derzeit als aktuell gelten.
ÖSTERREICH. Der heimische Artenschutz weist nach Ansicht des Österreichischen Tierschutzvereins massive Defizite auf. Anlass zur Kritik gibt vor allem der „alarmierende Zustand“ der sogenannten „Roten Listen gefährdeter Tierarten“, die als wichtiges Frühwarnsystem für den Schutz der Biodiversität gelten. Mit einem offenen Brief an das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz (BMLUK) macht der Verein nun auf die Problematik aufmerksam.
Laut Tierschutzverein seien in Österreich nur drei von insgesamt 27 bundesweiten Roten Listen aktuell. Viele weitere Listen seien seit Jahren, teils sogar seit Jahrzehnten, nicht mehr überarbeitet worden. Insgesamt seien bereits 15 Rote Listen älter als 18 Jahre.
- Laut Tierschutzverein seien in Österreich nur drei von insgesamt 27 bundesweiten Roten Listen aktuell.
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Gefordert werden daher eine rasche und verpflichtende Aktualisierung aller überfälligen Listen spätestens alle zehn Jahre sowie die Einrichtung eines unabhängigen nationalen Zentrums für Artenvielfalt.
Liste der Käfer aus dem Jahr 1994
Andernfalls würden notwendige Schutzmaßnahmen zu spät erfolgen. Besonders betroffen seien unter anderem die Roten Listen der Vögel, Käfer und Spinnen. Während die Liste der Käfer zuletzt im Jahr 1994 aktualisiert wurde, existiert für Spinnen laut Verein bislang nicht einmal eine bundesweite Rote Liste.
„Es droht eine fatale Kettenreaktion: Gefährdungen werden falsch eingeschätzt, Schutzmaßnahmen kommen zu spät, und Arten verschwinden", betont Jakob Innauer, Kampagnenmanager des Österreichischen Tierschutzvereins. Passiert nichts, würden etwa Seidenbiene, Laubfrosch oder Braunkehlchen bald aussterben.
- Die Tierschützer haben auch einen goldenen Käfer überreicht.
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Im Rahmen der Kritik überreichte der Verein dem Umweltministerium für seine Versäumnisse den "Rote Listen Award", einen „Goldenen Käfer“ sowie eine Urkunde in Form eines "Offenen Briefs". Auch erstellte der Tierschutzverein eine Petition. "Sobald 10.000 Menschen unser Anliegen unterschrieben haben, übergeben wir die Petition an das Umweltministerium“, so Innauer.
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