Kaum Sonne
Teile Österreichs mit trübstem Winter seit 1990er-Jahren

Die Sonne kam in Teilen Österreichs diesen Winter nur recht selten zum Vorschein. Das zeigt sich auch in der Bilanz bis 9. Februar. (Symbolbild) | Foto: APA-Images / Action Press / Ohde, Christian
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  • Die Sonne kam in Teilen Österreichs diesen Winter nur recht selten zum Vorschein. Das zeigt sich auch in der Bilanz bis 9. Februar. (Symbolbild)
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In Regionen im Osten und Süden Österreichs zeigt sich der Winter heuer von seiner besonders trüben Seite. Von 1. Dezember bis 9. Februar gab es stellenweise so wenig Sonne wie die letzten 30 Jahre nicht mehr. Das bemerkt man auch bei den Medizinern, die Menschen mit Winterdepression behandeln.

ÖSTERREICH. Wer diesen Winter einen Sonnenbrand davon trug, der darf sich wohl ausnahmsweise glücklich schätzen. Wie GeoSphere Austria gegenüber MeinBezirk erklärt, handelt es sich bis dato um einen der trübsten Winter der jüngsten Vergangenheit, wenn es um die Sonnenstundendauer geht.

Vor allem der Osten und der Süden Österreichs schauten ins Graue, wenn man sich den Zeitraum von 1. Dezember 2025 bis 9. Februar 2026 ansieht: "Eisenstadt und Wien sind sicherlich sehr sonnenarm bis dato im Vergleich zu einem durchschnittlichen Winter. Vielleicht sind sogar das Nordburgenland gemeinsam mit dem Klagenfurter Becken die trübsten Regionen im Vergleich zu einem gewöhnlichen Winter", erklärt Klimatologe Alexander Orlik.

Mehr als halb so wenig Sonne

Der Vergleich der Werte von ausgewählten Regionen zeigt ein besonders tristes Bild. In Wien wurden seit dem 1. Dezember bis zum 9. Februar nur 6 Sonnenstunden registriert. Im Durchschnitt kommt man in der Hauptstadt auf 161 Sonnenstunden in diesem Zeitraum. Macht satte minus 42 Prozent an sonnigen Stunden.

Recht trüb und nebelig ging der Winter bis dato beispielsweise in Wien über die Bühne. | Foto: Antonio Šećerović/MeinBezirk
  • Recht trüb und nebelig ging der Winter bis dato beispielsweise in Wien über die Bühne.
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In Eisenstadt sieht die Bilanz auch nicht wirklich strahlender aus. 104 Sonnenstunden gab es seit 1. Dezember, normal sind es im Schnitt 168 (minus 38 Prozent). Besonders hart hat es heuer das Klagenfurter Becken getroffen. Nur 92 Sonnenstunden gab es dort bis jetzt, sonst zählte man in der Kärntner Hauptstadt im Schnitt 206: Ein minus von 55 Prozent.

Für Wien und Klagenfurt sind das die schlechtesten Werte seit 1995 bzw. 1996. "Im Allgemeinen kann man sagen: In Wien, dem südlichen Umland, im gesamten Burgenland und Klagenfurter Becken sowie dem Lavanttal war es bis dato trüber als sonst. Unterdurchschnittliche Sonnenstunden-Werte gab es bis jetzt auch im Mur- und Mürztal und westlich der Koralpe. Auch im gesamten niederösterreichischen Raum, bis auf alpine Regionen und Teile des Weinviertels, gehören dazu", so Orlik.

Ambulanz merkt Depression

Dass diese Werte auch Auswirkungen auf die Menschen haben, merkt man bei der Ambulanz für Herbst-Winterdepressionen (SAD) am Wiener AKH. Laut einer MedUni Wien-Studie von 2013 leiden rund 200.000 Österreicher an einer Winterdepression.

Seit zehn Jahren hat die Spezialambulanz am AKH für Betroffene geöffnet. Zwar seien die derzeitigen Behandlungszahlen im AKH "kein guter Indikator für epidemiologische Veränderungen, weil wir nur eine gewisse Anzahl an Patienten behandeln können", erklärt der dortige Mediziner Dietmar Winkler.

Univ.-Prof. Dr. Dietmar Winkler von der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie. | Foto: Andreas Pölzl/MeinBezirk
  • Univ.-Prof. Dr. Dietmar Winkler von der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie.
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Aber: "Insgesamt haben meine Kollegen und ich den Eindruck, dass der bislang recht trübe Winter bei vielen Patienten (auch außerhalb der SAD-Ambulanz) zu einer Akzentuierung der Symptomatik führt." Darunter zu verstehen ist, dass bestimmte Symptome – etwa Niedergeschlagenheit – ausgeprägter seien könnten, so zumindest der Eindruck der Mediziner.

Besserung in Sicht

Zurück zum Klimatologen Winkler von GeoSphere. Der hat für alle Sonnenanbeterinnen und -anbeter – vorsichtig – gute Nachrichten: Er erwartet spätestens ab der zweiten Februarhälfte mehr Sonne auch in den jetzt recht trüben Regionen. Bereits die Warmfront der nächsten Tage könnte aber schon etwas mehr Durchblick im trüben Alltag bringen.

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Die Sonne kam in Teilen Österreichs diesen Winter nur recht selten zum Vorschein. Das zeigt sich auch in der Bilanz bis 9. Februar. (Symbolbild) | Foto: APA-Images / Action Press / Ohde, Christian
Recht trüb und nebelig ging der Winter bis dato beispielsweise in Wien über die Bühne. | Foto: Antonio Šećerović/MeinBezirk
Seit 2016 gibt es die Spezialambulanz am AKH. | Foto: Andreas Pölzl/MeinBezirk
Univ.-Prof. Dr. Dietmar Winkler von der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie. | Foto: Andreas Pölzl/MeinBezirk
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