Wirtschaftskrise
AMS-Chef Kopf befürchtet Rezession, Kurzarbeit nicht ausgeschlossen

AMS-Vorstand Johannes Kopf warnte in einem Interview erneut vor den "drastischen" Folgen des demografischen Wandels. | Foto: Screenshot ORF ON
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  • AMS-Vorstand Johannes Kopf warnte in einem Interview erneut vor den "drastischen" Folgen des demografischen Wandels.
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AMS-Vorstand Johannes Kopf warnte in einem Interview erneut vor den "drastischen" Folgen des demografischen Wandels. Er konnte auch Modelle wie Kurzarbeit aufgrund der aktuellen Krise nicht ausschließen. 

ÖSTERREICH. Es gibt gerade viele Themen, die den Arbeitsmarkt beschäftigen. Darüber sprach der AMS-Vorstand Johannes Kopf im „Ö1 Journal zu Gast“ am Samstag.

Zu der aktuellen Krise, verursacht durch den Iran-Krieg, sagt Kopf, dass es eine „veritable, ernstzunehmende Situation“ sei und welche Auswirkungen es geben wird, hängt stark davon ab, wie lange der Konflikt dauert. Er gehe davon aus, dass Österreich tiefer in die Rezession schlittert. Bei diesem Szenario müsse man deutlich mehr in der Arbeitsmarktpolitik machen.

Wie MeinBezirk diese Woche berichtet hat, können etwa die Austrian Airlines (AUA) Personalmaßnahmen wie Kurzarbeit nicht ausschließen. Für Kopf sei dies in der Luftfahrtbranche „durchaus denkbar“. Laut ihm seien hohe Energiepreise nach der aktuellen Rechtslage kein Grund für Kurzarbeit, wenn es aber zu einem Kerosinmangel kommt, wäre das dann ein Grund.

Bundesländer müssen handeln

Kopf warnte erneut vor dem demografischen Wandel, der in den 2050er-Jahren zu massiven Problemen führen wird. Denn laut Schätzungen werden 2050 bis zu 120.000 Erwerbspersonen fehlen. Die Zahl „klingt nicht zu viel“, aber im selben Zeitraum wächst Wien um 160.000 Menschen und Restösterreich sinkt um 280.000. Dies nennt er „dramatisch“ und das Problem könne man nicht nur mit Zuwanderung lösen. 

Kopf erwartet hier Maßnahmen von den Bundesländern, um diese Herausforderungen zu meistern, etwa die Erwerbsgruppe der Frauen viel stärker „einbinden, ermöglichen, motivieren“. | Foto: Marek Levák/Unsplash
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„Dieses Thema wird nicht genug ernst genommen. Viele junge, gut qualifizierte Menschen sind aus dem Osten zu uns gekommen, die die fehlenden Plätze gefüllt haben.“ Er erwartet hier Maßnahmen von den Bundesländern, um diese Herausforderungen zu meistern, etwa die Erwerbsgruppe der Frauen viel stärker „einbinden, ermöglichen, motivieren“.

Wie das AMS KI benutzt

Kopf sprach auch über die Künstliche Intelligenz (KI), die eine „Riesenveränderung“ darstelle. Ein Beispiel hätte er aus seinem Alltag: im Rahmen seiner internationalen Tätigkeit schreibe er zwei-drei englischsprachige E-Mails pro Woche und „sehr oft“ lasse er sie von KI übersetzen: „Natürlich verlerne ich damit.“ Er erwartet, dass viele Jobs damit verloren gehen, aber man werde andere Jobs dazufinden, „die wir heute noch nicht kennen.“

Das AMS benutzt einige Anwendungen mit KI, etwa liest man die Lebensläufe damit und die KI macht Vorschläge, die dann der Berater bzw. die Beraterin mit den Arbeitssuchenden bespricht. Man wolle damit nicht Personal sparen, sondern „mehr Zeit für die Menschen“ haben.

Das AMS benutzt einige Anwendungen mit KI. | Foto: Hetteger
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Mit der KI-Funktion „Berufsinfomat“ auf der AMS-Homepage bekommen junge Menschen Tipps zu Ausbildungen oder dem Berufseinstieg. Damit werden 20.000 Fragen pro Monat beantwortet und dafür musste man keine einzige zusätzliche Person einstellen, so Kopf.

Positive Effekte nach Reform

Bekannterweise wurde die Zuverdienstmöglichkeit in der Arbeitslosigkeit Anfang des Jahres eingeschränkt. Für Kopf sei es zu früh, zu beurteilen, zu welchen Auswirkungen es deshalb gekommen ist. Jedoch: die Anzahl der geringfügig Beschäftigten neben AMS-Leistungen ist um ein Drittel gesunken. Und heuer haben 1.800 Personen mehr Arbeit aufgenommen, die geringfügig neben Arbeitslosengeld oder Notstandhilfe verdient haben, als im selben Zeitraum im Vorjahr. Von diesen sind rund 1.000 nun beim gleichen Betrieb vollversichert, wo sie im Vorjahr geringfügig gearbeitet haben.

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AMS-Vorstand Johannes Kopf warnte in einem Interview erneut vor den "drastischen" Folgen des demografischen Wandels. | Foto: Screenshot ORF ON
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Kopf erwartet hier Maßnahmen von den Bundesländern, um diese Herausforderungen zu meistern, etwa die Erwerbsgruppe der Frauen viel stärker „einbinden, ermöglichen, motivieren“. | Foto: Marek Levák/Unsplash

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