Laut ÖAMTC
Tempo 100 auf Autobahnen bringt nur begrenzte Spritersparnis
- Im Zuge der aktuellen Diskussion über eine Reduktion des Tempolimits auf Autobahnen und Schnellstraßen von 130 auf 100 km/h sieht der ÖAMTC die erwarteten Einsparungen beim Kraftstoffverbrauch kritisch. (Symbolfoto)
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Die Debatte über ein generelles Tempolimit von 100 km/h auf Autobahnen gewinnt angesichts hoher Spritpreise erneut an Dynamik. Laut ÖAMTC wird das mögliche Einsparpotenzial beim Kraftstoffverbrauch jedoch häufig überschätzt. Der Club verweist auf Berechnungen, wonach der gesamtwirtschaftliche Effekt deutlich geringer ausfallen dürfte als vielfach angenommen.
ÖSTERREICH. Im Zuge der aktuellen Diskussion über eine Reduktion des Tempolimits auf Autobahnen und Schnellstraßen von 130 auf 100 km/h sieht der ÖAMTC die erwarteten Einsparungen beim Kraftstoffverbrauch kritisch.
In der öffentlichen Debatte würde laut dem Verkehrsclub teilweise angenommen, dass ein niedrigeres Tempolimit den Gesamtverbrauch in Österreich um bis zu einem Viertel senken könnte. Bernhard Wiesinger, Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung, hält diese Annahme für nicht realistisch: "Das Suggerieren solcher gesamtwirtschaftlichen Einsparmöglichkeiten ist unseriös. Es ist zwar unstrittig, dass bei einer einzelnen, konstanten Autobahnfahrt mit Tempo 100 statt 130 unter Idealbedingungen bis zu 25 Prozent Kraftstoff eingespart werden können."
Nur drei Prozent weniger Verbrauch bei Tempo 100?
Die Wirkung eines niedrigeren Tempolimits auf den Gesamtspritverbrauch in Österreich lasse sich daraus jedoch nicht ableiten. Wiesinger schätzt, dass dieser bei einem allgemeinen Tempo 100 lediglich um etwa drei Prozent sinken würde. Der ÖAMTC beruft sich dabei auch auf Auswertungen des Umweltbundesamtes, die darauf hindeuten, dass ein generelles Tempolimit von 100 km/h den gesamten Kraftstoffverbrauch nur in begrenztem Umfang reduzieren würde.
- Statt der teils angenommenen 25 Prozent geht der ÖAMTC davon aus, dass der Gesamtspritverbrauch bei einem generellen Tempo 100 lediglich um etwa drei Prozent sinken würde. (Symbolbild)
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Gründe dafür liegen laut ÖAMTC unter anderem darin, dass die tatsächlichen Durchschnittsgeschwindigkeiten auf Autobahnen häufig bereits unter 130 km/h liegen. Zudem würde nur etwa ein Drittel des Pkw-Verkehrs auf Autobahnen entfallen, wobei ein erheblicher Teil davon bereits in Abschnitten mit bestehenden Tempobeschränkungen stattfinden würde. Zusätzlich würden Faktoren wie die steigende Zahl von Elektrofahrzeugen sowie ausländische Fahrzeuge, die nicht in Österreich tanken, die Gesamtbilanz beeinflussen.
Alternative Maßnahmen empfohlen
Als mögliche Alternativen zu einer generellen Temporeduktion nennt der ÖAMTC verkehrsorganisatorische Maßnahmen. Dazu zählen insbesondere eine verstärkte Abstimmung von Ampelanlagen im Sinne einer sogenannten "Grünen Welle" sowie ein Überholverbot für Lkw auf zweispurigen Autobahnen. "Beides zusammen würde mehr Sprit sparen als ein Tempolimit für Pkw auf Autobahnen und Schnellstraßen", sagt Wiesinger dazu.
Unabhängig von politischen Maßnahmen verweist der Verkehrsclub auch auf das Einsparpotenzial durch individuelles Fahrverhalten. Wer sein Tempo bewusst anpasse und vorausschauend fahre, könne den eigenen Verbrauch unmittelbar reduzieren und damit auch die persönlichen Kosten senken.
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