BH Deutschlandsberg: Auch ein altes Haus kann Energiesparen

Hauswart Klaus Klösch fungiert auf der BH Deutschlandsberg auch als erfolgreicher Energiecoach.
  • Hauswart Klaus Klösch fungiert auf der BH Deutschlandsberg auch als erfolgreicher Energiecoach.
  • hochgeladen von Simon Michl

Wenn Mitarbeiter freiwillig eine Stunde früher ins Büro kommen, muss das einen guten Grund haben. Etwa ein Frühstück für die gesamte Belegschaft, wie es die Bezirkshauptmannschaft Deutschlandsberg diesen Freitag genießen durfte. Verdient hatten es die BH-Mitarbeiter durch ihre anhaltende Reduzierung der Energiekosten im Haus, der ihnen beim Energiesparwettbewerb des Landes Steiermark einen Sonderpreis einbrachte.

Weniger Strom, Wärme und Wasser

Seit 2009 gibt es diesen Wettbewerb in Büro- und Amtsgebäuden der steirischen Landesverwaltung, an dem mittlerweile 33 Ämter teilnehmen. Von Anfang an nicht nur dabei, sondern mittendrin war die BH Deutschlandsberg, die im ersten Jahr gleich den Sieg für die am meisten eingesparte Energie davontrug. „Wir konnten damals über ein Jahr 15 Prozent bei der Heizung und 32 Prozent beim Strom einsparen“, erzählt Bezirkshauptmann Helmut-Theobald Müller. Auch danach hat man kontinuierlich weitergearbeitet, noch weniger Energie zu verbrauchen. Einen Spitzenplatz konnte man mit der drastischen Reduzierung natürlich nur beim ersten Mal erreichen, dennoch landete die BH Deutschlandsberg immer unter den Zehn. Die Zahlen können sich sehen lassen: Seit 2009 wurde der Verbrauch bei der Wärme um 30 Prozent, beim Strom um 62 und beim Wasser um 25 reduziert. Für diese nachhaltige Schonung der Ressourcen gab es heuer die Auszeichnung in der Sonderkategorie. „Ich bin sehr froh über diesen Akt der Fairness seitens des Landes“, freut sich Müller.

Zeitschaltuhr am Automaten

Wer die beiden Amtsgebäude in der Kirchengasse kennt, kann sich vielleicht denken, dass solche Einsparungen in anderen Häusern leichter zu erreichen sind. „Unser Haus stammt von 1901, da gab es noch keine Zentralheizung oder Strom“, erklärt der Bezirkshauptmann. Angetrieben wurden die Einsparungsversuche vor allem von Klaus Klösch. Der Hauswart fungiert in der BH seit 2009 auch als Energiecoach. So einen muss jedes steirische Verwaltungsgebäude aus den Reihen der eigenen Belegschaft nennen, als Beitrag zu den steirischen Klimaschutzzielen, wo das Land eine Vorreiterrolle übernehmen will. Klösch nimmt sich das seit sieben Jahren zu Herzen: „Ich hab mich immer wieder mit anderen Energiecoaches ausgetauscht, neue Möglichkeiten erfahren und diese ausprobiert.“ Scheinbar mit Erfolg, seit 2009 konnte die BH ihre Energieausgaben halbieren. Dafür waren nur minimale Investitionen nötig: Die Heizkörper bekamen neue, regulierbare Ventile, die Computer Kippschalter und Steckerleisten, für das Licht auf den Gängen wurden einfache Bewegungsmelder installiert. Kaffee- und Getränkeautomaten wurden an eine Zeitschaltuhr gemäß den Öffnungszeiten angeschlossen, über Nacht werden die Jalousien runtergelassen, um die Räume nicht zu sehr abkühlen zu lassen. „Es sind viele kleine Dinge, die man beachten kann“, so Klösch. „Aber alleine geht natürlich gar nichts.“ Die Mitarbeiter müssen regelmäßig angeregt, motiviert und erinnert werden, wie mit grünen Pickerln an den Lichtschaltern. Auch die jungen Beamten. „Wir haben pro Jahr drei bis vier neue Mitarbeiter“, so Müller. „Das ist halt nicht wie daheim bei der Familie, wo man einmal anfängt, hier kommen immer wieder neue dazu.“

Männer frieren nicht

Für Zuhause tragen die Angestellten aber auch einen Nutzen davon, wenn man manche Maßnahmen auch in den eigenen vier Wänden anwendet. Das richtige Maß hat die BH gefunden, meint der Bezirkshauptmann. „Bei uns muss sicher keiner frieren oder die Blindenschrift lernen, weil es zu dunkel ist“, lacht Müller. Eines ist ihm durch die Senkung der Heizkosten aber aufgefallen: Frauen sind tatsächlich ein wenig kälteempfindlicher als Männer.

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