Nestelbach bei Graz
Bürgerinitiative gegen Handymast

Starke Initiative: Zahlreiche Bewohner des Nestelbacher Ortsteils Mitterlaßnitz kämpfen gegen die Mobilfunkmast-Errichtung.
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Im Nestelbacher Ortsteil Mitterlaßnitz kämpfen zahlreiche Bewohner gegen den neuen Sendemast.

Es ist ein beherzter Kampf, den eine Bürgerinitiative in Mitterlaßnitz, einem schön gelegenen Ortsteil in der Gemeinde Nestelbach bei Graz, seit einiger Zeit führt. Dort soll, mitten in einem Waldstück und ganz in der Nähe von mehreren Häusern, eine neue, 45 Meter hohe Mobilfunksendeanlage errichtet werden.

Auch 55 Kinder betroffen

Die Initiative und deren Sprecherin Monika Sylvester-Resch richten sich vordergründig gegen den geplanten Ort der Errichtung. "In unserer Gemeinde wurde im Alleingang durch den Bürgermeister eine solche Anlage bewilligt. Nur die innerhalb der 30-Meter-Zone um die Sendeanlage lebenden Mitbürger wurden informiert, alle anderen Nachbarn nicht. In unserer Siedlung sind auch 55 Kinder davon betroffen. Wir betrachten diese Vorgehensweise des Herrn Bürgermeister als rechtswidrig und haben über den Gemeinderat, als zweite Instanz, Berufung gegen den Bescheid eingelegt", sagt Sylvester-Resch. Diese soll diese Woche im Gemeinderat behandelt werden, wird aber wenig Aussicht auf Erfolg haben. "Rein rechtlich darf sich der Gemeinderat damit gar nicht beschäftigen, weil es eine Bundesangelegenheit ist. Alle Einwände sind deshalb abzuweisen", erklärt Nestelbachs Bürgermeister Klaus Steinberger. Dazu gab es seitens der Gemeinde und des Betreibers Hutchison Drei Austria GmbH einen Informationsabend.

Forderung nach einer UVP

Das ist für die betroffenen Anrainer aber zu wenig. Die Forderung der Bewohner lautet deshalb, dass der flächendeckende Ausbau dieser Anlagen, wie bei anderen Großprojekten auch, vorher einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) unterzogen werden soll. "Die Errichtung solcher Mobilfunksendeanlagen ohne die negative Wirkung der davon ausgehenden elektromagnetischen Strahlung auf die Gesundheit von Mensch, Tier und Pflanzen zu prüfen, ist aus unserer Sicht rechtswidrig. Ärzte und Wissenschaftler weltweit warnen seit Jahrzehnten vor dem Wildwuchs von Mobilfunksendeanlagen, ohne Rücksicht auf die betroffene Bevölkerung zu nehmen", betont die Aktivistin, die sich bereits ein Netzwerk in ganz Österreich aufgebaut hat. Einem Gutachten zufolge, das die Gemeinde in Auftrag gegeben hat, wurde alles gemacht, was möglich sei, und kein gesundheitsschädigendes Verhalten festgestellt. Die Bürgerinitiative ist aber der Ansicht, dass der Bauplatz der Sendeanlage zu nahe beim Siedlungsgebiet liegt und dass das Baubewilligungsverfahren, in gleicher Weise wie bei einer sonstigen gewerblichen Betriebsanlage, unter Berücksichtigung der Strahlenbelastung durchgeführt werden müsste. „Wir sehen uns von der Politik im Stich gelassen", erklärt Sylvester-Resch abschließend. Ob in Mitterlaßnitz nun überhaupt gebaut wird, steht noch nicht fest. Andernorts könnte das aber passieren. Im Nestelbacher Ortsteil Langegg hat Betreiber A1 ein Bauansuchen für einen Sendemasten gestellt.

Starke Initiative: Zahlreiche Bewohner des Nestelbacher Ortsteils Mitterlaßnitz kämpfen gegen die Mobilfunkmast-Errichtung.
Im Waldstück nahe des Wohngebiets soll der Sendemast stehen.

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