(+ Video) Thal
"MyAcker": Lebenshilfe gartelt für Online-Beet

"Spatenstich" am Blatterlhof: K. Hohensinner, S. Maurer-Aldrian, G. und R. Gruber sowie Chr. Raunig und P. Kleinfercher
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  • "Spatenstich" am Blatterlhof: K. Hohensinner, S. Maurer-Aldrian, G. und R. Gruber sowie Chr. Raunig und P. Kleinfercher
  • Foto: WOCHE
  • hochgeladen von Nina Schemmerl

Projektstart in Thal: "MyAcker"-Produkte sind gefragter denn je. Jetzt hilft auch die Lebenshilfe mit.

Bis zur Einstellung von "FarmVille" hatte das Browserspiel 74 Millionen Nutzer weltweit. Wer es nicht kennt: Beim Game geht's darum, einen virtuellen Bauernhof aufzubauen, Ackerflächen inklusive. Wer weder Zeit noch Mittel hat, in einem eigenen Beet Gemüse zu pflanzen, zu pflegen und zu ernten, und das Smartphone ohnehin in der Hand hält, kann jetzt in den Genuss echter Regionalität kommen: In Thal startet "myAcker" durch.

Mit Klicks zum Gemüse

Spätestens seit ihrem erfolgreichen Auftritt in der Puls4-Sendung "2 Minuten 2 Millionen" sind Patrick Kleinfercher und Christoph Raunig bekannt. Mit ihrer Idee "myAcker" bieten sie Kunden die Möglichkeit, bequem von zu Hause aus einen Gemüsegarten online anzulegen, der auf einem realem Acker wächst. Von der Couch aus wird das Grün gepflegt – die Technik überwacht die Parzellen und gibt Informationen weiter. Dank der Live-Daten genügt ein Klick, um zu jäten, gießen oder eben zu ernten. Das Ergebnis wird per Post nach Hause geliefert. Zuständig dafür ist ein eigenes Gartenteam vor Ort.
Die Unternehmer fügen ihrem virtuellen Anbauprozess nun ein Extra hinzu: Mit "myAcker Plus" gehen sie eine Kooperation mit der Lebenshilfe ein. Die Gärtner sind teilarbeitsfähige Menschen mit Behinderungen, die die Wünsche der Kunden mit ihren Arbeitsbegleiter umsetzen. Dabei lernen sie nicht nur zu garteln, sondern werden auch in die Welt der Digitalisierung eingeführt.
In Thal stellen Günter und Ruth Gruber auf ihrem Blatterlhof ein Feld zur Verfügung – hier kann das Handwerk erlernt werden. Der Hof wird als soziale Landwirtschaft und Green Care zur Gesundheitsförderung und -vorsorge geführt.

Hier gibt es einen Videobeitrag zur Vorstellung des Projekts:

Bezahlte Arbeit schaffen

Das erste Jahr dient als Testlauf. Finanzielle Unterstützung kommt von der Stadt Graz. ",MyAcker Plus' verbindet die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung mit nachhaltiger Landwirtschaft und dem Trend zunehmender Digitalisierung", sagt Sozialstadtrat Kurt Hohensinner. "Das ist eine Schnittstelle aus Wirtschaft, Sozialem und Ökologie. Der Lebenshilfe ist es wichtig, dass Menschen mit Behinderung eine Arbeit bekommen, und zwar eine bezahlte Arbeit. Es geht darum, angestellt zu sein, selbst ein Gehalt zu bekommen. Mit diesem Projekt können wir den Schritt gehen", ergänzt Susanne Maurer-Aldrian, Geschäftsführerin Lebenshilfe Soziale Dienste. "Menschen mit Handicap wird durch das Projekt geholfen, in der Wirtschaft Fuß zu fassen", sagt Rauning. Für die Erfinder der Onlinegärten ist der Erfolg schon (digital) gewachsen: Die Sehnsucht vieler, wieder Regionales zu genießen, gar selbst aktiv bei einem Ernteprozess dabei zu sein, können sie stillen. Die Nachfrage ist groß. Aktuell bewirtschaften sie etwa 600 Äcker auf dem "Urgarten" in Spittal an der Drau und sind ständig überbucht. Daraus hat sich der Online-Marktplatz mit einer ständig wachsenden Community ergeben: Wenn zum Beispiel jemand zu viel Gurken oder Rettich gepflanzt hat, so kann ein anderer die Produkte kaufen. Kleinfercher und Rauning sind auf der Suche nach weiteren Äckern in Graz und GU.

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