Radfahren rund um Graz
Respekt und klare Regeln im Wald werden gefordert
- Hochkarätige Runde am Lässerhof in Stattegg: LK-Präsident Andreas Steinegger, Bezirksjägermeister Harald Schönbacher, Kammerobmann-Stellvertreterin Franziska Zachenegger, Mountainbike-Koordinator Markus Pekoll, Geschäftsführerin der Erlebnisregion Graz Susanne Haubenhofer, BB-Bezirksobmann LAbg. Johannes Wieser, Stadtjägermeister Stephan Bertuch, Kammerobmann Manfred Kohlfürst und BB-Direktor Bernd Brodtrager (v.l.)
- Foto: Nina Marchel
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Der Fahrrad-Boom hält weiter an und führt besonders in Waldgebieten immer wieder zu Konflikt-Situationen. Bei den sogenannten "Hofgesprächen" trafen sich alle Stakeholder im Lässerhof zur Diskussion.
STATTEGG. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Allein zwischen 2016 und 2025 wurden in Österreich rund 1,6 Millionen E-Bikes verkauft. Zudem kommen bereits etwa 20 Prozent der Sommertouristen und Sommertouristinnen wegen des Radfahrens in die Steiermark. Der weiter zunehmende Fahrrad-Boom zeigt sich auch in den Wäldern rund um die Landeshauptstadt Graz. Auch deshalb hat der Bauernbund Graz-Umgebung kürzlich zu den sogenannten "Hofgesprächen" in den Lässerhof nach Stattegg geladen. Die Gemeinde gilt seit Jahren als Mountainbike-Hochburg.
- Der Respekt zwischen Mountainbikern und Grundstücksbesitzern soll ausgebaut werden.
- Foto: pixabay / MaBraS
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Handlungsbedarf sei gegeben
Laut dem Bauernbund sei der Handlungsbedarf wegen der Zunahme des illegalen Mountainbikens auf privaten Waldflächen groß. "Im Wald ist die Nutzung zu Fuß gesetzlich erlaubt. Das Radfahren hingegen bedarf der Zustimmung der Grundeigentümer. Diese Rechtslage muss respektiert werde", betonte Bauernbund-Bezirksobmann Johannes Wieser. Viele Grundeigentümer berichten von einer zunehmenden Missachtung dieser Regelungen. "An manchen Wochenenden nutzen bis zu 300 Mountainbiker meine Flächen, obwohl dort keine genehmigte Radstrecke besteht", berichtet etwa Gerald Löffler. Für viele Betroffene sei dies nicht nur eine rechtliche, sondern auch eine emotionale Belastung. Für Landwirtschaftskammer-Präsident Andreas Steinegger ist klar: "Fair Play muss auch für Radsportler gelten. Wege und Forststraßen, die nicht ausdrücklich für den Mountainbike-Verkehr freigegeben sind, dürfen nicht befahren werden." Bei Verstößen müsse man mit Verwaltungsstrafen rechnen.
- Der Bauernbund fordert klare Regeln für das Radfahren im Wald.
- Foto: pixabay / lenahelfinger
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Dialog und Zusammenarbeit
Gleichzeitig wurde bei der Veranstaltung deutlich, dass auf Dialog und Zusammenarbeit gesetzt wird. Der steirische Mountainbike-Koordinator Markus Pekoll verwies auf den gesellschaftlichen Wandel und die steigende Nachfrage nach attraktiven Bewegungsangeboten in der Natur. Immer mehr Menschen nutzen das Fahrrad als Freizeit- und Sportgerät, insbesondere auch E-Mountainbikes. Ein wesentlicher Lösungsansatz würde daher im Ausbau legaler und vertraglich geregelter Mountainbike-Angebote liegen. "Es stehen in der Steiermark derzeit bereits 185 ausgewiesene Mountainbike-Routen mit einer Gesamtlänge von rund 4.500 Kilometern sowie 137 Mountainbike-Trails zur Verfügung. Neue Projekte wie die kürzlich eröffnete Trail-Anlage auf der Sommeralm zeigen, wie Freizeitnutzung und Eigentumsrechte erfolgreich in Einklang gebracht werden können", betonte Susanne Haubenhofer als Geschäftsführerin der Erlebnisregion Graz.
- Das neue Plakat des Bauernbunds für mehr Rücksichtnahme
- Foto: BB GU
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Lösungen finden
„Wir wollen keine Konfrontation, sondern Lösungen“, so der Tenor der Veranstaltung. Voraussetzung dafür seien gegenseitiger Respekt, offene Gespräche und klare Vereinbarungen zwischen Freizeitnutzern, Tourismus, Gemeinden und Grundeigentümern. Nur durch eine gezielte Besucherlenkung kann das Miteinander langfristig gelingen. Eigens angefertigte Plakate des Bauernbunds mit dem Slogan "Brems dich ein! Nimm Rücksicht." sollten verteilt werden und dabei unterstützen.
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