Frohnleiten und Pernegg an der Mur
Zwei Gemeinden fordern Schulsprengel-Änderung
- Die Mittelschule Frohnleiten ist offenbar auch in Pernegg an der Mur beliebt.
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Die zwei Gemeinden Frohnleiten (Bezirk Graz-Umgebung) und Pernegg an der Mur (Bezirk Bruck-Mürzzuschlag) wollen eine klare Entscheidung der Bildungsdirektion. Das gesamte Gemeindegebiet von Pernegg soll laut deren Forderung künftig dem Schulsprengel der Mittelschule Frohnleiten zugeordnet werden.
FROHNLEITEN. Mit einem offenen Brief haben sich die beiden Gemeinden Frohnleiten und Pernegg an der Mur an Bildungslandesrat Stefan Hermann, der ja zugleich Präsident der Bildungsdirektion ist, gewendet. Laut den Gemeindeverantwortlichen sei bereits 2016 der Wunsch geäußert worden, eine Schulsprengel-Änderung vorzunehmen. Die Forderung sieht vor, dass das gesamte Gemeindegebiet von Pernegg an der Mur künftig dem Schulsprengel der Mittelschule Frohnleiten zugeordnet werden soll. Die Gemeinderäte beider Kommunen haben dafür bereits Beschlüsse gefasst. Dem ging eine Befragung der unmittelbar betroffenen Eltern voraus, heißt es. Von 154 abgegebenen Stimmen sprachen sich dabei 79 Prozent für Frohnleiten und lediglich 21 Prozent für die Mittelschule Bruck an der Mur aus.
Bereits gelebte Praxis
Für die beiden Bürgermeister Johannes Wagner (Frohnleiten) und Eva Schmidinger (Pernegg an der Mur) entstand der Eindruck, dass nach formalen Gründen gesucht wurde, um die gewünschte Schulsprengel-Änderung nicht umzusetzen. Es gehe ihnen um eine rechtliche Vollziehung einer bereits teilweise gelebten Praxis. Im Schuljahr 2024/25 waren nach den ihnen vorliegenden Zahlen 23 Schülerinnen und Schüler aus Pernegg in Frohnleiten, während lediglich zehn Kinder aus Pernegg die Mittelschule in Bruck an der Mur besuchten. Außerdem werde in Frohnleiten eine Nachmittagsbetreuung in Form einer Ganztagsschule angeboten. Auch würde die im Bereich der Mittelschule befindliche Musikschule von Pernegger Schülern gerne besucht werden. "Wir fordern Sie daher als zuständigen Bildungslandesrat und Präsidenten der Bildungsdirektion Steiermark auf, dieses Verfahren nochmals genau zu prüfen und dafür Sorge zu tragen, dass der klar dokumentierte Wunsch der betroffenen Eltern und die Beschlüsse der Gemeinden entsprechend berücksichtigt werden", so Wagner und Schmidinger unisono.
- Die Gemeinde Pernegg an der Mur grenzt nördlich an die Stadtgemeinde Frohnleiten an.
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Sanierung in Bruck steht bevor
Im Büro des Bildungslandesrats sieht man die Thematik etwas differenzierter. Laut einem Schreiben aus dem Jahr 2019 wünschte die Gemeinde Pernegg ausdrücklich einen Verbleib im Sprengel Bruck an der Mur, heißt es aus dem Ressort von Landesrat Stefan Hermann. Im November 2024 fand dann eine sogenannte Sprengelverhandlung statt. Alle betroffenen Gemeinden, also auch die Stadtgemeinde Bruck an der Mur, wurden aufgefordert, entsprechende Gemeinderatsbeschlüsse vorzulegen. Mit Ausnahme von Bruck fand der Vorschlag der neuen Sprengeleinteilung auch überall eine Zustimmung. Die Mittelschule in Bruck an der Mur soll zudem umgebaut werden, umfangreiche Bestandserhebungen haben heuer im Sommer stattgefunden.
Der Konsens fehlt
Das Bildungsressort des Landes hält weiter fest, dass jederzeit die Möglichkeit bestehe, dass Kinder sprengelfremd eine andere Schule, also auch die Mittelschule in Frohnleiten, besuchen können. "Die Sprengelgemeinden konnten untereinander keinen Konsens über eine Änderung des Schulsprengels herstellen. Deshalb und weil in der Stadtgemeinde Bruck die Sanierung des Schulgebäudes bevorsteht, wurde dem Ansinnen nicht nachgekommen. Bezüglich des Elternwunsches ist festzuhalten, dass jederzeit die Möglichkeit besteht, dass Kinder sprengelfremd – nach Genehmigung der Wohnsitzgemeinde – eine andere Schule besuchen können. Dies geschieht ja jetzt bereits", betont Bildungslandesrat Stefan Hermann.
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