Wanderungsstatistik 2025
Graz-Umgebung bleibt durch Zuzug aus Graz Wachstumsbezirk
- hochgeladen von Johannes Ulrich
Die endgültigen Bevölkerungszahlen der Statistik Austria zeigen: Die Steiermark ist 2025 praktisch nicht mehr gewachsen. Mit einem Plus von 48 Einwohnerinnen und Einwohnern stieg die Bevölkerungszahl auf 1.271.764 Personen.
Wachstum konzentriert sich auf den Grazer Zentralraum
Nur drei Bezirke in der Steiermark konnten ihre Bevölkerung erhöhen: Graz, Graz-Umgebung und – als einzige Ausnahme außerhalb des Zentralraums – Leibnitz. Alle übrigen zehn Bezirke der Steiermark verloren Einwohner, besonders deutlich erneut die Bezirke Bruck-Mürzzuschlag, Murau und Leoben.
Die Stadt Graz wuchs um 1.657 Personen (+0,54 Prozent) auf 306.971 Einwohner. Graz-Umgebung verzeichnete mit +1.002 Personen (+0,61 Prozent) den höchsten relativen Zuwachs in der Steiermark und erreichte 165.656 Einwohner.
Graz und Graz-Umgebung wachsen unterschiedlich
Die Ursachen der Entwicklung blieben dabei 2025 unverändert: Graz wächst fast ausschließlich durch Zuwanderung aus dem Ausland, während Graz-Umgebung in erster Linie von der Abwanderung aus der Landeshauptstadt profitiert.
Die endgültigen Wanderungszahlen der Statistik Austria bestätigen dieses Bild eindrucksvoll. Den größten positiven Wanderungssaldo verzeichnete Graz-Umgebung gegenüber der Stadt Graz mit +1.185 Personen.
Daneben gewann der Bezirk auch Einwohner aus Oberösterreich (+57), Kärnten (+37), Niederösterreich (+34), Bruck-Mürzzuschlag (+36), Salzburg (+20), Südoststeiermark (+20), Liezen (+19), Vorarlberg (+19), Murtal (+18), Tirol (+16), Hartberg-Fürstenfeld (+10), Leoben (+10) und Weiz (+5).
Negative Wanderungssalden bestanden hingegen gegenüber Leibnitz (-123), Wien (-111), Voitsberg (-42), Deutschlandsberg (-30) sowie dem Burgenland (-17).
In den letzten Jahren findet auch von Graz-Umgebung und nicht nur aus Graz eine leichte Suburbanisierung in den Bezirk Leibnitz sowie – in geringerem Ausmaß – in die Bezirke Deutschlandsberg und Voitsberg statt. Daher wächst der Bezirk Leibnitz und Deutschlandsberg und Voitsberg können ihren Bevölkerungsstand mit einem leichten Minus fast halten.
Internationale Zuwanderung bleibt Faktor - aber vor allem aus der Ukraine und Deutschland
Auch aus dem Ausland verzeichnete Graz-Umgebung im Jahr 2025 einen positiven Wanderungssaldo von +341 Personen.
Den größten Beitrag leisteten dabei Menschen mit ukrainischer Staatsbürgerschaft (+279), gefolgt von Deutschland (+62), China (+30), Bosnien und Herzegowina (+21) sowie Indien (+17).
Demgegenüber standen unter anderem negative Wanderungssalden nach Staatsbürgerschaft bei österreichischen Staatsbürgern (-59), Rumänien (-31), der Russischen Föderation (-11), der Türkei (-11) und Somalia (-11).
Von den 279 zusätzlichen ukrainischen Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern in Graz-Umgebung entfiel der größte Zuwachs auf Gratkorn (+58), gefolgt von Lieboch (+41), Dobl-Zwaring (+36), Peggau (+28), Gratwein-Straßengel (+22), Hart bei Graz (+20), Feldkirchen bei Graz (+19), Eggersdorf bei Graz (+18) und Frohnleiten (+17). Dabei handelt es sich überwiegend um Vertriebene aus der Ukraine, die aufgrund des russischen Angriffskrieges einen vorübergehenden Schutzstatus in Österreich besitzen.
Bei den deutschen Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern entfielen die größten Zuwächse auf Premstätten (+10) und Kalsdorf bei Graz (+10), gefolgt von Gössendorf (+9) und Vasoldsberg (+6).
Wohin es die Grazer 2025 in Graz-Umgebung zog
Mit einem Wanderungssaldo von +1.185 Personen stellte die Abwanderung aus Graz nach Graz-Umgebung die größte Binnenwanderungsbewegung der Steiermark im Jahr 2025 dar. Nur der internationale Zuzug nach Graz fiel noch höher aus. Doch welche Gemeinden profitierten besonders vom Zuzug aus der Landeshauptstadt?
Wanderungssaldo mit der Stadt Graz 2025
(01.01.2025 bis 01.01.2026)
Kalsdorf bei Graz +181
Feldkirchen bei Graz +179
Gössendorf +108
Lieboch +91
Raaba-Grambach +89
Dobl-Zwaring +47
Thal +43
Premstätten +42
Hart bei Graz +40
Vasoldsberg +40
Hitzendorf +37
Deutschfeistritz +36
Laßnitzhöhe +34
Gratkorn +33
Seiersberg-Pirka +32
Weinitzen +27
Kumberg +22
Übelbach +21
Eggersdorf bei Graz +18
Sankt Oswald bei Plankenwarth +18
Semriach +16
Gratwein-Straßengel +13
Haselsdorf-Tobelbad +11
Werndorf +9
Sankt Bartholomä +8
Fernitz-Mellach +7
Kainbach bei Graz +7
Peggau +7
Hausmannstätten +6
Nestelbach bei Graz +6
Wundschuh +5
Stiwoll -1
Sankt Marein bei Graz -3
Stattegg -8
Frohnleiten -17
Sankt Radegund bei Graz -19
Ein negativer Wanderungssaldo wie in Sankt Radegund bedeutet, dass die Wegzüge nach Graz die Zuzüge aus Graz übertroffen haben.
Obersteiermark verliert weiter Bevölkerung
Während sich das Wachstum auf den Großraum Graz konzentriert, setzt sich der Bevölkerungsrückgang in der Obersteiermark fort. Hauptursachen sind die Überalterung der Bevölkerung, die zu niedrigen Geburtenzahlen führt, sowie in einzelnen entlegenen Regionen – insbesondere im Bezirk Murau – die anhaltende Abwanderung jüngerer Menschen.
Die endgültigen Zahlen für 2025 bestätigen damit den langfristigen Trend: Der Grazer Zentralraum wächst weiter, während die Bevölkerungsentwicklung in der übrigen Steiermark überwiegend rückläufig ist. Besonders stark fällt der Bevölkerungsverlust in der Obersteiermark aus.
Kaum ein anderes Bundesland weist derart große regionale Unterschiede bei der Bevölkerungsentwicklung auf. Zwar gibt es auch in Kärnten und Niederösterreich ein deutliches Gefälle zwischen den Stadtregionen und peripheren Bezirken, in der Steiermark ist diese Entwicklung jedoch wesentlich ausgeprägter.
Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Statistik des Bevölkerungsstandes, Statistik der natürlichen Bevölkerungsbewegung, Wanderungsstatistik
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