Kritik von ÖVP und Grünen
In Gratkorn geht es wieder einmal ums Geld
- Im Gemeindeamt Gratkorn ging es in der letzten Gemeinderatssitzung wohl heiß her, Grund waren die Finanzen der Kommune.
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In der Marktgemeinde Gratkorn geht es wieder einmal um die Finanzen. Damit die Kommune auch in Zukunft handlungsfähig bleibe, sei laut Gemeindeführung ein umfassender Konsolidierungsprozess notwendig. Kritik kommt von den Grünen und der ÖVP.
GRATKORN. Die Marktgemeinde Gratkorn steht wie viele steirische Gemeinden unter massivem finanziellem Druck. In der Gemeinderatssitzung am Mittwoch wurden auf Initiative der SPÖ weitreichende Sparmaßnahmen beschlossen. In den vergangenen Jahren sind die Ausgaben in nahezu allen Bereichen massiv gestiegen. Besonders gravierend sei die Entwicklung der Sozialausgaben, auf deren Höhe die Gemeinde praktisch keinen Einfluss habe. Diese haben sich innerhalb der letzten vier Jahre von rund zwei Millionen Euro auf etwa vier Millionen Euro verdoppelt und würden den Gemeindehaushalt zunehmend belasten. Demgegenüber entwickeln sich die Einnahmen deutlich schwächer, heißt es von der Gemeinde. Die nun vorgesehenen Maßnahmen sind ein Teil eines umfassenderen Konsolidierungsprozesses. Ziel sei es, die Gemeinde auch in Zukunft handlungsfähig zu halten und wichtige Angebote für die Bevölkerung verlässlich abzusichern.
- Die Eintrittspreise für das Hallenbad werden ab 1. Oktober 2026 angehoben.
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Kritik von der Opposition
Für die Grünen und die ÖVP Gratkorn sei dabei besonders bedenklich, dass die SPÖ gleichzeitig bei Förderungen und Vergünstigungen für Organisationen und Personen, die der Partei nahestehen, keinen vergleichbaren Sparwillen erkennen lasse. "Wenn Familien, Schülerinnen und Schüler sowie Pendlerinnen und Pendler Unterstützung verlieren, dann braucht es bei allen Ausgaben der Gemeinde denselben Maßstab. Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass für SPÖ-nahe Organisationen andere Regeln gelten als für alle anderen“, kritisiert Grünen-Gemeinderat Martin Holzer.
Die Gemeindeführung weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Kommune auch bei sich selbst sparen würde. So wurden etwa Ausschüsse zusammengelegt und die Sitzungsgelder um rund 25 Prozent reduziert. Frei gewordene Stellen wurden laut Gemeindeangaben nicht nachbesetzt. Die ÖVP hat indes den gänzlichen Verzicht der Sitzungsgelder gefordert. "Während die SPÖ bei Familien und Kindern den Sparstift ansetzt, werden gleichzeitig erhebliche Leistungen für einzelne Vereine erbracht, die weder transparent noch nachvollziehbar begründet sind. Die Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht darauf, zu erfahren, nach welchen Kriterien hier öffentliche Gelder eingesetzt werden", sagt ÖVP-Gemeinderätin Karin Preitler.
Preise werden angehoben
Der Betrieb des Hallenbads in Gratkorn soll indes langfristig gesichert sein. Ab 1. Oktober 2026 wird der öffentliche Badebetrieb auf drei Öffnungstage pro Woche konzentriert. Die Eintrittspreise werden angepasst. Auch die Musikschule Gratkorn soll ein wichtiger Bildungs- und Kulturort für Kinder, Jugendliche und Erwachsene bleiben. Die Anpassung der Tarife für das Schuljahr 2026/2027 sei notwendig, um dieses Angebot in hoher Qualität langfristig sichern zu können.
"Auch wenn es draußen heiß ist, müssen wir gerade jetzt einen kühlen Kopf bewahren. Alle angesprochenen Themen werden im zuständigen Finanzausschuss ausführlich diskutiert und sorgfältig bearbeitet. Ich verstehe, dass manche versuchen, daraus politisches Kleingeld zu schlagen. Dieses politische Kleingeld trägt allerdings nichts zur notwendigen Konsolidierung unserer Gemeindefinanzen bei. Jetzt geht es darum, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen und vernünftige Lösungen im Ausschuss zu erarbeiten – sachlich, konstruktiv und im Interesse von Gratkorn", betont Bürgermeister Michael Feldgrill.
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