14.06.2017, 00:00 Uhr

Gratwein-Straßengel kämpft gegen Hochwasser und Einbrecher

Das von der Polizei aufgelegte Informationsmaterial ging weg wie die warmen Semmeln.
In Gratwein-Straßengel wurde der neue Gefahrenzonenplan vorgestellt. Gleich mehrere rote Zonen weisen die Fachleute für Wildbach- und Lawinenverbauung aus. Es sind Problemzonen, die bei Starkregen oder Steinschlag gefährlich werden können. Rund 150 Zuhörer blicken gespannt auf die Landkarten, was die Leute aber interessiert, sind Maßnahmen, die sie vor den nächsten Unwettern schützen.

Flurgasse wird zum Bachbett


Vor allem die Bewohner der Flurgasse zitterten im Vorjahr bei jedem Regenguss. Ihre Häuser wurden durch vom Kugelberg herabkommende Wassermassen überschwemmt. Hier kann Bgm. Harald Mulle Entwarnung geben. Als Sofortmaßnahme wird das Fassungsvermögen des in der Nähe befindlichen Sickerbeckens verdreifacht und auf ein Gesamtvolumen von 13.000 m2 vergrößert. Die Aushubarbeiten starten in der kommenden Woche. 1.000 LKW-Fuhren Erde werden demnächst nach St. Oswald ausgelagert. PKW-Fahrer müssen in den nächsten Wochen mit erhöhtem LKW-Aufkommen in der Rötzerstraße und im Lurtengraben rechnen. Spätestens am 6. August soll das Auffangbecken fertig sein.

In der Flurgasse werden die Arbeiten etwas länger dauern. Hier wird die Straße bis zu 60 cm abgesenkt und eine Mauer errichtet. Bei sturzflutartigen Regengüssen wird die Straße zu einem Bachbett, das die Wassermassen statt in die Vorgärten und Keller der Anrainer direkt in das Auffangbecken leitet. Auch wenn durch Rohr- und Kabelverlegung die Bewohner mit mehrwöchigen Baustellen rechnen müssen, „wenn das mit dem Auffangbecken klappt, dann können wir wieder ruhiger schlafen“, sagt einer der Betroffenen.


Polizei bittet um Mithilfe

Österreichweit wird alle 40 Minuten ein Einbruchsdiebstahl bzw. Einbruchsversuch verübt. Acht Einbrüche waren es im Vorjahr im Bereich Judendorf, genauso viele Einbrüche wurden heuer bereits im gleichen Gebiet verübt. Obwohl die Wohnraumeinbrüche im Bezirk Graz-Umgebung rückläufig sind, sinkt das Sicherheitsgefühl bei den Bürgern. Die Terrassentür gilt als gefährdetste Stelle im Haus, spricht Kurt Dobida von der Polizeiinspektion Gratwein den Schwachpunkt bei Einfamilienhäusern an. Die Einbrecher kommen nicht mit einem Werkzeugkasten, geben er und Georg Burgstaller im Rahmen der Aktion „Gemeinsam sicher“ zu bedenken. Oftmals genüge ein einfacher Schlitzschraubenzieher um eine Terrassentür zu knacken. „Wir sind auf die Hilfe der Bevölkerung angewiesen“, sagt der Chefinspektor. Er rät zu einem gesunden Misstrauen, „wenn Sie etwas Ungewöhnliches bemerken, rufen Sie uns an, schreiben Sie Kennzeichen auf und machen Sie Handyfotos“. Einbruchsmäßige Schwachstellen beim eigenen Haus kann man beim Kriminalpolizeilichen Beratungsdienst kostenlos eruieren lassen. Auf Anforderung kommt die Beratung ins Haus und schlägt sinnvolle Maßnahmen zur Prävention vor.
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