Jung im Geist
"Wilde Alte" machen die Welt ein kleines Stück besser
- Die Initiative "Die Wilden Alten" möchte die Welt ein kleines Stück besser machen.
- Foto: Köhlmeier
- hochgeladen von Andreas Strick
Mit der Initiative "Die Wilden Alten" möchte Otto Köhlmeier die Welt ein kleines Stück besser machen. Auf dem Plan stehen unter anderem Performances, die zum Nachdenken anregen sollen.
GRAZ/GRAZ-UMGEBUNG. Die Zeit nach der Pensionierung wird immer gerne als der "Un-Ruhestand" betitelt. Zeit für sich, Zeit für eigene Projekte und Zeit zum Genießen, soll dieser Lebensabschnitt sein, die Realität sieht allerdings mitunter anders aus. In diese Kerbe schlagen die "Wilden Alten", die von Schauspieler und Regisseur Otto Köhlmeier ins Leben gerufen wurden. "So viele Angebote sind reine Beschäftigungsprogramme für ältere Menschen und laufen nur auf ein Warten auf den Tod hinaus", ist er überzeugt, "Dabei gibt es viele ältere Semester, die mehr wollen. Und sie bringen enorme Fähigkeiten, Fertigkeiten und Wissen aus zahlreichen Jahrzehnten mit."
Ein kleines Stück die Welt retten
Genau solche Personen, die nicht still auf das Ende warten wollen, hat Köhlmeier um sich versammelt. Mit einem festen Stamm von etwa 30 Personen arbeiten die "Wilden Alten" gemeinsam daran, die Welt ein kleines Stück besser zu machen. "Wir wollen laut sein, gesehen und gehört werden. In unseren Köpfen und unserem Herzen haben wir viel, was wir der Welt und der jüngeren Generation mitgeben können." Einmal die Woche trifft man sich in einem Raum, der von der Stadt Weiz zur Verfügung gestellt wurde. Dann wird auch über den Zustand der Welt nachgedacht und wie dieser verbessert werden könnte.
- Auf dem Programm stehen Performances, die zum Nachdenken anregen sollen.
- Foto: Eva Hölbling
- hochgeladen von Andreas Strick
"Zu den Projekten, die daraus entstanden sind, zählen eine Trommeltruppe, eine Malgruppe und eine Radiomacher-Gruppe", berichtet Köhlmeier. "Aber es werden auch Bücher organisiert, Vorträge gehalten, Lieder komponiert, getanzt, gesungen und Programme erarbeitet – Hauptsache nicht leise." Was erarbeitet wurde, soll künftig auch in Kulturräumen gezeigt oder auch unangekündigt und spontan im öffentlichen Raum dargeboten werden.
Auf der Suche nach mehr
Auf Einladung von Bürgermeisterin Elke Kahr sind die "Wilden Alten" am 7. November um 11.30 Uhr im Grazer Rathaus zu Gast. "Hier wollen wir in sehr sinnlicher Form präsentieren, was wir zu bieten haben und welche Ziele wir verfolgen", gibt Köhlmeier vorab bereits einen Einblick, "Das wird kein trockener Vortrag, sondern es wird musikalisch, szenisch, lyrisch. Natürlich hoffen wir damit auch andere ältere Menschen zu erreichen, die verzweifelt auf der Suche nach mehr sind."
- Schauspieler und Regisseur Otto Köhlmeier steht hinter der Aktion.
- Foto: privat
- hochgeladen von Alois Lipp
Ein großes Projekt, das Anfang kommenden Jahres umgesetzt werden soll, ist auch bereits weit fortgeschritten. Unter dem Titel "Nie wieder" befasst sich dieses mit Demokratie, Miteinander und Offenheit. "Wir alle sind ja entweder Kriegsgeneration oder die Generation der unmittelbaren Nachkriegszeit.", so Köhlmeier, "Daher fließen in das Projekt natürlich unsere Kindheitserlebnisse und die Erzählungen unserer Eltern und Großeltern mit ein. Damit wollen wir den Jüngeren auch klarmachen, was werden könnte."
- Am 7. November stellt man sich im Grazer Rathaus vor.
- Foto: Eva Hölbling
- hochgeladen von Andreas Strick
Infos und Kontakt
Wer sich ebenfalls engagieren möchte, kann sich bei Otto Köhlmeier unter kunstmuehle@hotmail.com melden.
Das könnte dich auch interessieren:
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.