Einst & Jetzt
Karl Albrecht Kubinzky als Gedächtnis der Grazer Geschichte
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Stadthistoriker Karl Albrecht Kubinzky dokumentiert die Grazer Stadtgeschichte wie kein Zweiter. Für MeinBezirk schreibt er die Informationen zur Serie "Einst & Jetzt", demnächst feiert er seinen 85. Geburtstag.
GRAZ. Er ist ein Original, das in Graz und wohl auch in der Steiermark seinesgleichen sucht. Die Rede ist vom Stadthistoriker Karl Albrecht Kubinzky. "Das ist ja kein Amtstitel, die Grazer Medien haben mir diesen Titel freundlicherweise verliehen – zum Ärger meiner Kollegen und Konkurrenten", schmunzelt Kubinzky. Wir bekennen uns schuldig, doch es steckt schon mehr als nur ein Körnchen Wahrheit hinter diesem "Ehrentitel".
Sammlung aus Jahrzehnten
Die Sammlung von Karl Albrecht Kubinzky hat mittlerweile legendäre Ausmaße erreicht. "Ich besitze weit über 100.000 Ansichten, dekorative Bilder, Ansichtskarten und mehr von der Stadt Graz", berichtet der Historiker, der die Veränderungen des Grazer Stadtbildes dokumentiert, wie kein anderer. Für MeinBezirk passiert das in Form der Serie "Einst & Jetzt". Einmal pro Woche sucht Kubinzky ein Foto aus seinem Fundus heraus, versieht dieses mit historischen Hintergrundfakten, wir liefern ein modernes Vergleichsfoto. Die Recherche dazu passiert meistens nachts. "Dann habe ich meine Ruhe, am Tag laufen mir die Termine regelrecht nach", berichtet er.
- Vergleicht seine historischen Recherchen mit einem Kriminalspiel: Karl Albrecht Kubinzky: "Und während im Film am Ende der Mörder gefunden wird, finde ich irgendwann heraus, was genau auf einem Bild oder Foto gezeigt wird."
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Herauszufinden, welches Haus abgebildet ist, braucht meistens mehrere Stunden – ein "Kriminalspiel", wie Karl Albrecht Kubinzky selbst es bezeichnet. "Am Anfang ist das Foto, das natürlich oft nicht beschriftet ist", gibt er einen Einblick in seine Arbeit. "Diesem rücke ich mit Lupe, mit alten Adressbüchern, Firmenverzeichnissen, Stadtplänen und mehr zu Leibe. Da habe ich eine große Sammlung, in der ich nachschlagen kann. Mittlerweile kann ich viele Häuser anhand ihrer Blitzableiter oder Dachrinnen erkennen. Besonders heimtückisch ist, wenn sich die Hausnummern oder die Straßenbezeichnungen ändern, all das gehört überprüft."
- "Mir war und ist es wichtig, ganz Graz zu zeigen", so Karl Albrecht Kubinzky über die Serie "Einst & Jetzt".
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Zweifaches Jubiläum
Es trifft sich, dass die 250er-Marke der Serie "Einst & Jetzt" fast genau mit dem 85. Geburtstag von Karl Albrecht Kubinzky am 28. Juli zusammenfällt. "Ich bin ja in meinem Alter selbst schon Tatzeuge vieler Veränderungen in Graz", lacht Kubinzky. Seine Arbeit mache er auch für die nächste und übernächste Generation. "Ich will den Grazern Graz näher bringen. Auch die Jüngeren sollen wissen, wie das Rathaus einmal ausgesehen hat, wo Gebäude abgerissen wurden und wie sich die Stadt verändert hat." Sein Wissen hat Kubinzky bereits in zwölf Büchern verarbeitet, unter anderem über Luftbilder von Graz, die er selbst mittels Heißluftballon aufgenommen hat, oder ein Bezirksbuch über Waltendorf. Wie viele es noch werden sollen? "Zwei oder drei liegen schon auf Kiel", verrät der Historiker erste Details. Auch die Serie "Einst & Jetzt" soll früher oder später in Buchform erscheinen.
"Eine Stadt ist letztlich etwas Lebendes. Das heißt nicht, dass alles erneuert werden muss. Über die Jahre haben wir haben viel Interessantes verloren, aber das alles gehört dokumentiert und wieder publiziert."
Karl Albrecht Kubinzky, Historiker
- Historiker Kubinzky will den Menschen in allen Bezirken die Geschichte der eigenen Umgebung näher bringen.
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Historiker im Un-Ruhestand
Wie das historische Interesse überhaupt angefangen hat? "Das kam daher, dass ich in allen Schulfächern eher schlecht, in Geschichte aber sehr gut war", erzählt Karl Albrecht Kubinzky. Studiert hat er Geschichte und Geografie, lehrte lange Jahre an der Universität Graz. Seit 2000 ist er in Pension, dem berühmten "Un-Ruhestand". "Grazer Geschichte fokussiert sich gerne auf die Innere Stadt, in Wirklichkeit sind das aber nur ein paar Prozent von Graz. Auch die anderen Orte haben ihre Geschichte, ihre bedeutsamen und hässlichen Bauten, ihre Identifikationseinrichtungen und mehr. Mir war und ist es wichtig, ganz Graz zu zeigen."
- Auch ein Historiker hat einmal klein angefangen: Karl Albrecht Kubinzky in jungen Jahren.
- Foto: Sammlung Kubinzky
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Braucht es da nicht auch einen Ausgleich? "Kampfsport", so Kubinzky, "Ich betreibe seit meiner Studienzeit Judo, Taekwondo und vieles mehr. Außerdem war ich Ballonfahrer und bin Autorennen gefahren. Alles Mögliche halt". Wie lange soll es noch weitergehen mit "Einst & Jetzt"? "Unendlich", lacht Kubinzky. "Material wäre genug vorhanden."
Das ist die Serie "Einst & Jetzt":
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