Graz
Protestaktion auf Keplerbrücke zeigt, wie autofreie Innenstadt aussehen könnte

Mit einer Protestaktion wollte die "Grazer Mitte" am Freitag zeigen, wie eine autofreie Innenstadt aussehen könnte. Inspiration dafür holte man sich in Belgien. Im Mai sind weitere Aktionen geplant. 

GRAZ. Der Bereich der Keplerbrücke wurde am Freitag für vier Stunden autofrei. Wo sonst der KFZ-Verkehr unterwegs war, wurden mit Kreide Radstreifen eingezeichnet, der gesamte Gehsteig gehörte dafür Fußgängerinnen und Fußgängern. Für Busse und Einsatzfahrzeuge blieb eine Spur pro Richtung offen. "Wir wollen einmal erlebbar machen, wie sich das anfühlt, wenn hier mehr Platz ist", erklärt Mitinitiator Tristan Schachner vom Verein "Grazer Mitte". Die Keplerbrücke ist nur ein Teil des Konzepts, mit dem man den Durchzugsverkehr aus dem Grazer Zentrum bringen möchte. Der erste Testlauf am Freitag, der als Protestaktion organisiert war, sorgte für regen Zustrom und das ein oder andere verwunderte Gesicht. 

Foto: MeinBezirk/Antonia Unterholzer
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Wunsch nach autofreier Innenstadt

Der gesamte Plan sieht mehrere Sektoren in der Grazer Innenstadt vor, die vom Durchzugsverkehr nur mehr am Gürtel umfahren werden können. Das Gebiet umfasst die Strecke Bahnhofsgürtel, Kalvarienberggürtel, Bergmanngasse, Glacis, Schönaugürtel, Karlauergürtel und Lazarettgürtel als Umfahrung für den Innenstadtbereich. "Es braucht Lösungen, ohne das Auto auszusperren", betonte Schachner weiter. Tegetthoffbrücke, Radezkybrücke und Alfred-Stingl-Brücke würden ebenfalls autofrei. 

Geht es nach dem Vorschlag, sollen folgende vier Sektoren für den Durchzugsverkehr gesperrt werden, die Umfahrung soll den Gürtel stattfinden.  | Foto: MeinBezirk/Markus Kropac
  • Geht es nach dem Vorschlag, sollen folgende vier Sektoren für den Durchzugsverkehr gesperrt werden, die Umfahrung soll den Gürtel stattfinden.
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Der Vorteil der vorgeschlagenen Maßnahmen: Es müsste wenig umgebaut werden, der vorhandene Raum würde nur neu verteilt. Dadurch spare man Kosten und könnte schnell umsetzen. "Die Umfahrungsstraßen gibt es ja schon", ergänzt Schachner. 

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Gent als Vorbild

Der Plan entstand mit Blick nach Belgien: In Gent (270.000 Einwohner) wurde im Jahr 2017 quasi über Nacht ein großer Teil der Innenstadt autofrei. Dort entstanden sechs Zonen, die jeweils nur über den Ring miteinander verbunden sind und damit für den Durchzugsverkehr unattraktiv wurden. Ein Großteil des Zentrums ist zudem tagsüber eine reine Fußgängerzone. Legt man das auf das Grazer Beispiel um, so könnte man dann beispielsweise vom Griesplatz mit dem Auto nur über Eggenberger- und Bahnhofsgürtel zum Lendplatz kommen. 

Mitinitiator Tristan Schachner vom Verein "Grazer Mitte" möchte zeigen, wie eine andere Straßenverteilung aussehen könnte.  | Foto: MeinBezirk/Markus Kropac
  • Mitinitiator Tristan Schachner vom Verein "Grazer Mitte" möchte zeigen, wie eine andere Straßenverteilung aussehen könnte.
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Die Protestaktion auf der Keplerbrücke stellte dabei nur den Anfang dar. Ende Mai plant der Verein ähnliches, dann allerdings im Bereich der Murpromenade vor dem Kunsthaus, auch hier sieht man viel Verkehrsberuhigungspotenzial.

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