Einst & Jetzt Teil 300
Wie ein Historiker und MeinBezirk die Vergangenheit lebendig machen
- Graz im Wandel: Die Serie Einst & Jetzt zeigt, wie sich die Landeshauptstadt im Laufe der Zeit verändert hat. So etwa präsentierte sich das Murufer um das Jahr 1880.
- Foto: Sammlung Kubinzky
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Zum 300. Teil der Serie "Einst & Jetzt" macht MeinBezirk eine Rückschau und stellt den Historiker hinter den Fakten und Anekdoten aus der Grazer Stadtgeschichte vor.
GRAZ. Sage und schreibe 300 Mal hat Stadthistoriker Karl Albrecht Kubinzky nun schon die Leserinnen und Leser von MeinBezirk im Zuge der Serie "Einst & Jetzt" auf einen Ausflug in die Grazer Stadtgeschichte mitgenommen. Angefangen hat alles im Frühjahr 2020 mit einer Ansichtskarte, welche die Franz-Karl-Brücke um das Jahr 1910 zeigt. Diese ist freilich heute der Erzherzog-Johann-Brücke gewichen, der Ausblick in Richtung Westen hat sich mit dem 2003 errichteten Kunsthaus ebenfalls signifikant verändert.
- Einst & Jetzt Teil 1: Die Serie startete im April 2020 mit einem Vergleichsfoto auf der Grazer Hauptbrücke (damals noch Franz-Karl-Brücke, heute Erzherzog-Johann-Brücke).
- Foto: Sammlung Kubinzky/Konstantinov
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Seither haben wir (beinahe) wöchentlich eine historische Ansicht der Landeshauptstadt veröffentlicht – und dazu das moderne Vergleichsfoto geliefert, garniert mit historischen Hintergrundwissen des Graz-Experten Kubinzky. Freilich konnte nicht jede Ansicht eins zu eins dupliziert werden, mehr als einmal standen wir vor verschlossenen Grundstücken – oder vor einem Gebäude, das es zur damaligen Zeit noch nicht gab.
- Die zerbombte Burggasse: Im Hintergrund des historischen Fotos ist an der Oper Graz noch der einstige Portikus zu erkennen. Dieser wurde aufgrund der Schäden abgetragen.
- Foto: Sammlung Kubinzky/Konstantinov
- hochgeladen von Andreas Strick
Bomben, Straßenbahnen, Bauarbeiten
Im Laufe der letzten sechs Jahre haben wir dabei die Bombenschäden während des Zweiten Weltkriegs zu Gesicht bekommen, wir fuhren mit Straßenbahnlinien, die es schon lange nicht mehr gibt, wurden Zeuge des Baus der Herz Jesu Kirche sowie der Schloßbergbahn und haben gelernt, dass auch historischen Ansichten nicht immer zu trauen ist – besonders, wenn die Fantasie mit einem Maler durchgegangen ist.
- Der Bau der Schloßbergbahn sorgte für allerlei Diskussionen. Letztlich wurde sie – und damit eine der bekanntesten Attraktionen der Inneren Stadt – aber umgesetzt.
- Foto: Sammlung Kubinzky/Brand Images
- hochgeladen von Andreas Strick
Ein Historiker für Stadtgeschichte
Hinter den geschichtlichen Fakten und Anekdoten der Serie "Einst & Jetzt" steht Karl Albrecht Kubinzky, auch als Grazer "Stadthistoriker" bekannt, der für MeinBezirk oftmals in langer Nachtarbeit sowohl das historische Material aus seiner umfangreichen Sammlung heraussucht, als auch die historischen Hintergründe zusammenstellt. Bei der Sammlung Kubinzky handelt es sich übrigens um ein riesiges Archiv an historischen Aufnahmen und Objekten, das über 100.000 Stück umfasst und das der Historiker im Laufe seines Lebens zusammengetragen hat.
- Historiker Karl Albrecht Kubinzky gilt aufgrund seiner intensiven Beschäftigung mit der Geschichte der Stadt Graz als einer der versiertesten Experten rund um die steirische Landeshauptstadt.
- Foto: Konstantinov
- hochgeladen von Andreas Strick
"Geschichte ist wie ein Kriminalspiel", erzählte Kubinzky dabei im Rahmen eines Interviews zu seinem 85. Geburtstag im vergangenen Jahr. "Am Anfang ist das Foto, das natürlich oft nicht beschriftet ist. Diesem rücke ich mit Lupe, mit alten Adressbüchern, Firmenverzeichnissen, Stadtplänen und mehr zu Leibe. Da habe ich eine große Sammlung, in der ich nachschlagen kann. Mittlerweile kann ich viele Häuser anhand ihrer Blitzableiter oder Dachrinnen erkennen."
- Heute würde man wohl von "Fake News" sprechen: Maler Alois Kasimir verortete eine Straßenbahnlinie in der Landhausgasse, die es hier nie gegeben hat.
- Foto: Sammlung Kubinzky/MeinBezirk
- hochgeladen von Andreas Strick
Langjähriger Universitätsprofessor
Kubinzky selbst wurde am 28. Juli 1940 in Wiener Neustadt geboren. In Graz studierte er Geografie und Geschichte an der Karl-Franzens-Universität. Infolgedessen war er auch lange Jahre an dieser Universität tätig, zuletzt als Bundeslehrer im Hochschuldienst am Institut für Soziologie. Aufgrund seiner intensiven Beschäftigung mit der steirischen Landeshauptstadt gibt Karl Albrecht Kubinzky als einer der profundesten Kenner von Graz. Seine Arbeiten umfassen auch zahlreiche literarische Veröffentlichungen, die sich verschiedenen Themen widmen. Dazu zählt etwa die Geschichte einzelner Grazer Stadtbezirke, wie Waltendorf, Eggenberg, Liebenau und Jakomini, aber auch Veröffentlichungen zu den Grazer Straßenbahnen oder den Grazer Straßennamen.
Alle bisherigen Teile von "Einst & Jetzt" finden sich auf unserer Themenseite.
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