Hautnahe Eindrücke
Zehn Heldinnen der Pandemie erzählen von ihrer Arbeit

Unermüdliche Heldinnen: Die Corona-Pandemie hat uns auch gezeigt, auf wen wir uns in Krisensituationen wirklich verlassen können. | Foto: Pixabay
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  • Unermüdliche Heldinnen: Die Corona-Pandemie hat uns auch gezeigt, auf wen wir uns in Krisensituationen wirklich verlassen können.
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Fünf Schülerinnen der HLW Sozialmanagement Graz haben im Rahmen eines Schulprojekts zehn Frauen interviewt, die in der Pandemie Außergewöhnliches geleistet haben.

GRAZ. Die wahren Heldinnen findet man im Alltag. Diesen hat Corona in den letzten Jahren ganz schön auf den Kopf gestellt. Wenn schwere Zeiten aber eine gute Seite haben, dann jene, dass sie uns zeigen, auf wen wir uns wirklich verlassen können. Das haben sich wohl auch fünf Schülerinnen der HLW Sozialmanagement in Graz gedacht. Sophie Sommer, Katharina Klug, Anita Argyelan, Mareike Mürzl und Corinna Zettl haben ein Schulprojekt genutzt, um die besondere Leistung von Frauen in der Pandemie hervorzuheben.

Dazu haben die Mädchen mit zehn Heldinnen gesprochen, die seit der Corona-Zeit beruflich Außergewöhnliches geleistet haben. Thema waren Herausforderungen, Ärger, aber auch Hoffnungen aus den Pandemie-Jahren. Nun haben die Schülerinnen einige Zitate und besondere Eindrücke aus diesen Gesprächen veröffentlicht.

Sophie Sommer, Anita Argyelan, Mareike Mürzl, Katharina Klug und Corinna Zettl haben mit zehn Heldinnen der Pandemie über ihre Arbeit gesprochen (v.l.). | Foto: HLW Sozialmanagement Graz
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Hautnahe Eindrücke

Von Teststraßenangestellten über Pharmazeutinnen bis hin zu Krankenpflegerinnen haben die Schülerinnen zahlreiche Berufe herausgesucht, die in der Pandemie besonders gefordert waren, und sie anschließend zum Interview gebeten. "Oft war ich von den Antworten der Teilnehmerinnen geschockt, manchmal habe ich Gänsehaut bekommen, aber alle haben mich sehr berührt", erzählt Corinna Zettl von ihren Eindrücken. "Wir haben gewusst, dass es schlimm ist, aber wenn man das von jemandem hört, der hautnah dabei war, macht das einen großen Unterschied."

"Wir haben gewusst, dass es schlimm ist, aber wenn man das von jemandem hört, der hautnah dabei war, macht das einen großen Unterschied."
Corinna Zettl, HLW-Schülerin

Unfassbare Bedingungen

Mit ihrem Projekt möchten die Schülerinnen verhindern, dass die von den Heldinnen erbrachten Leistungen in Vergessenheit geraten, und gleichzeitig aufzeigen, unter welchen Bedingungen die Betroffenen arbeiten. "Eine Teststraßenangestellte hat uns erzählt, dass es während ihrer Arbeit sogar einmal eine Bombendrohung gegeben hat." Andere berichteten von ausbleibenden Medikamenten, pausenlosen Zwölf-Stunden-Diensten oder versprochenen Bonuszahlungen, die jedoch nie ausgezahlt wurden. Fast alle Teilnehmerinnen hätten neben den Arbeitsbedingungen auch noch von Beschimpfungen seitens der Patient:innen oder Kund:innen erzählt.


Besondere Eindrücke

  • Teststraßenangestellte: "Angst habe ich einmal gehabt, als es eine Bombendrohung in einer Teststraße gegeben hat."

  • Pharmazeutin: "Die Wohnzimmertests wurden über lebenswichtigen Medikamenten priorisiert."

  • Pflegeassistentin: "Wir hatten eine 33 Jahren junge Dame, bei der alle Organe plötzlich versagten und sie von einem Tag zum anderen und ohne Vorerkrankung zu einem Pflegefall geworden ist. Drei Wochen verbrachte sie auf der Intensivstation, sobald sie entlassen war, hat es nicht länger als drei Tage gedauert bist sie wieder intensivpflichtig war."

  • Pflegeassistentin: "Wir hatten keine Schutzkleidung, Mundschutz oder Handschuhe, von Reserve war gar nicht die Rede."

  • Krankenschwester (Covid-Normalstation): "Es war furchtbar, den sterbenden Menschen beim Ersticken zuzusehen."

  • 1450-Angestellte: "78.000 Anrufe täglich sind unmöglich schaffbar."

  • Krankenschwester: "Von einer Bonuszahlung habe ich nie etwas gesehen."

  • Krankenschwester: "Auch bei einem 12-Stunden-Dienst gab es nie eine Maskenpause."

  • Wahre Heldinnen

    So unterschiedlich die Herausforderungen und Antworten in den Gesprächen aber waren, so bemerkenswert ist das Fazit. Laut den Schülerinnen hätten nämlich 90 Prozent der Befragten gesagt, sie würden ihren Beruf trotz aller täglichen Anstrengungen wieder wählen. Am Ende des Tages ist es wohl genau das, was aus den Powerfrauen, die unzählige Höchstleistungen auf der ganzen Welt repräsentieren, wahre Heldinnen der Pandemie macht.

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