Schloßbergbahn-Pitch
KFG und Schönbacher: „Graz ist nicht so sicher, wie es sein sollte“

Themen, die Graz bewegen in drei Minuten präsentiert: MeinBezirk lädt die Spitzenkandidatinnen und -kandidaten der Grazer Gemeinderatswahl im Vorfeld zum Schloßbergbahn-Pitch, wo ihnen während der Bergfahrt auf den Schloßberg mit Fragen rund um Sicherheit, Wirtschaft, Budget, Familie, Wohnen oder Soziales auf den Zahn gefühlt wird. Claudia Schönbacher vom (Korruptions-) Freien Gemeinderatsklub (KFG) verrät, wie sie Graz in Zukunft gestalten möchte.

  • MeinBezirk: Wie sicher ist Graz?

Claudia Schönbacher: Leider ist Graz nicht so sicher, wie es sein sollte. Das wissen wir durch die Rückmeldung vieler Frauen, die sich am Abend nicht mehr außer Haus oder durch den Park gehen trauen. Das muss bearbeitet werden. Auch das Heimwegtelefon wurde leider abgeschafft. Da hätte es eine Möglichkeit gegeben, anzurufen, wenn man sich unsicher fühlt.

  • Wie bewegen sich Grazer 2040 fort? Wie sieht Graz 2040 aus?

Ich sehe Graz 2040 immer noch so vielfältig wie jetzt, wahrscheinlich noch vielfältiger. Es ist eine sehr kurzlebige Zeit und es muss für alle Platz sein. Wir werden mehr Öffis haben, aber sie müssen auch leistbar sein, wie alles rundherum.

  • Was muss passieren, damit der Wirtschaftsstandort Graz attraktiver wird?

Wir müssen transparenter arbeiten, wirtschaftsfreundlicher sein, bei den Unternehmen sein und Probleme gleich angehen. Wir haben sehr viele Felder, die zu bearbeiten wären und wo die Wirtschaftstreibenden über Unterstützung freuen würden.

  • Wo muss Graz sparen und wo darf Graz nicht sparen?

Graz muss auf jeden Fall sparen, weil wir so viele Schulden haben, dass es nicht mehr geht und sich jeder darüber beschwert. Wir dürfen nicht im Sozialen und beim Angebot sparen, aber wir haben sehr viele Überschneidungen und wir geben auch sehr viel Geld für Prestigeprojekte aus. Da kann man meiner Meinung nach sehr viel Geld sparen.

  • Was macht das Leben für Grazer Familien besser? Welche Betreuungs- und Bildungsprojekte braucht es?

Bei der Betreuung muss man auf jeden Fall sehr früh ansetzen, weil viele Frauen, die berufstätig sein wollen, da oft Hürden haben. Wenn man berufstätig sein und sich verwirklichen möchte, dann soll man das auch können. Wir sind zwar eine familienfreundliche Stadt, aber auch hier gäbe es noch viel mehr Angebot, wenn man mit denen, die tatsächlich betroffen sind, mehr Kontakt hätte.

  • Was muss bei Sozialem und Wohnen passieren?

Wohnen muss leistbarer werden, aber auch die Vergabe des Gemeindebaus muss transparenter sein. Wir hören da immer wieder, dass es anscheinend nicht so ist, und das darf einfach nicht sein. Es muss transparent und fair sein.

  • Wenn Geld und Zeit keine Rolle spielen: Welches Projekt würden Sie sofort umsetzen? Was ist die größte Baustelle?

Für mich ist es die Schuldenproblematik, weil Geld immer eine Rolle spielt, leider. Wenn wir keine neuen Kredite brauchen, sondern abbauen und trotzdem sehr viel für die Bürger tun könnten, dann würde das absolut meiner Wunschvorstellung entsprechen.

  • Welcher Grazer Bezirk kommt derzeit zu kurz?

Das ist noch immer der Bezirk Gries. Es wird sehr viel über Neuerungen geredet, aber mit den Bewohnern wird darüber nicht wirklich gesprochen. Nur vom Reden alleine haben die Bürger nichts. Man muss auch tun.


MeinBezirk-Wordrap

Meine größte Stärke und meine größte Schwäche ... Meine größte Stärke ist, dass ich Menschen gerne zuhöre, und ich liebe es, mit Menschen zusammen zu sein. Meine größte Schwäche ist, ich glaube immer, ich muss alles zu 100 Prozent machen und fertig machen. Dadurch schaue ich oft nicht so gut auf mich selbst, und das wirkt sich manchmal in der Laune aus.

Mein Vorbild im Leben ... Mein Vorbild im Leben ist mein Vater. Er ist leider schon verstorben, aber er war immer sehr gerecht und hat uns immer daran erinnert an unsere Wurzeln und hat uns sehr viel beigebracht, und deswegen ist er mein Vorbild.

Graz ist ... Graz ist einfach sehr, sehr vielfältig, ob es jetzt wirtschaftlich gesehen ist oder von der Bevölkerung her. Man könnte da sehr viel noch tun für ein gutes Miteinander, und da bin ich auf jeden Fall dabei.

KfG wählen, weil ... KfG wählen, weil wir ehrlich sind, weil wir transparent sind, weil wir bei den Bürgern sind und es uns wichtig ist, dass die Entscheidungen gemeinsam mit ihnen getragen werden.

Claudia Schönbacher ist seit 2008 politisch aktiv, seit 2021 ist sie Grazer Stadträtin. | Foto: MeinBezirk/Martin Koinegg
  • Claudia Schönbacher ist seit 2008 politisch aktiv, seit 2021 ist sie Grazer Stadträtin.
  • Foto: MeinBezirk/Martin Koinegg
  • hochgeladen von Martina Maros-Goller

Claudia Schönbacher im Kurzportrait

Claudia Schönbacher wurde 1975 geboren und arbeitete vor ihrer Tätigkeit als Stadträtin 30 Jahre als Friseurin. Im Bezirk Gries war sie in einem Friseursalon selbstständig. Die verheiratete Mutter eines Kindes startete ihr politisches Engagement 2008 bei der FPÖ, von 2013 bis 2021 war sie Gemeinderätin, seit 2021 ist sie Stadträtin. Ihre Schwerpunkte sind Tierschutz, Sicherheit und Soziales.

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Während der Bergfahrt in der Schloßbergbahn wurden die Fragen gestellt. | Foto: MeinBezirk/Martin Koinegg
Claudia Schönbacher ist seit 2008 politisch aktiv, seit 2021 ist sie Grazer Stadträtin. | Foto: MeinBezirk/Martin Koinegg
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