Grazer Stadtregierung
Was unsere Politiker im Rathaus wirklich gelernt haben
- Wem geben wir heute eigentlich unsere Stimme? Einer Bankerin, einer Friseurin, einem Bürokaufmann ...
- Foto: MeinBezirk/Birgit Bachhofner
- hochgeladen von Birgit Bachhofner
Die Spitzenkandidaten zur Grazer Gemeinderatswahl: Was haben sie eigentlich gelernt, was wären ihre Jobs, wenn sie nicht Politiker wären?
GRAZ: „Handwerk hat goldenen Boden“, ein geflügeltes Wort, das gut erklärt, warum die Stadt Graz in solchen Budgetnöten ist. Denn nur eines der aktuell sieben Stadtregierungsmitglieder hat ein ehrliches Handwerk erlernt. Der Einfluss der Friseurin Claudia Schönbacher aufs Budget ist allerdings ein recht geringer und reicht für goldene Zeiten nicht aus.
Damit wären wir bei der heutigen Frage des Tages: Was haben die Herrschaften, die uns regieren bzw. nach dem 28. Juni gern regieren wollen würden, eigentlich im echten Leben gelernt?
- Handwerk hat goldenen Boden: Friseurin Claudia Schönbacher.
- Foto: MeinBezirk/Martin Koinegg
- hochgeladen von Roland Reischl
Von Bankern und Pädagogen
Etwas ungewöhnlich mutet da der Berufseinstieg der Handelsschul-Absolventin und Abendschul-Maturantin Elke Kahr (KPÖ) an: Sie startete bei der österreichischen Kontrollbank. Wer’s nicht kennt: Kapitalmarkt, Export und Co. sind dort die Hauptgeschäftsfelder. Klingt eher nach Betriebsspionage beim bösen Klassenfeind als nach ernst gemeintem Karrierestart.
Ihre grüne Vizechefin Judith Schwentner wiederum hat Slawistik und Germanistik studiert, war als Lektorin in der Ukraine, als Chefredakteurin des „Megaphons“ und als Leiterin des Auschlössl im Einsatz. Bis auf die Ukraine also alle Jobs gut mit dem Rad erreichbar.
Aus einer ganz anderen Ecke kommt Kurt Hohensinner: Er ist diplomierter Behindertenpädagoge, war einige Jahre in diesem Bereich in der Lebenshilfe tätig. Das ist jedoch schon ein Zeiterl her, aktuell trifft’s die Bezeichnung „Berufspolitiker“ recht gut.
Davon ist René Apfelknab noch eine Wahl entfernt. Der gelernte Einzelhandelskaufmann und ehemalige Bundesheerler sitzt in der Buchhaltungsagentur des Bundes. Man muss aber kein Prophet sein, um zu erahnen, dass der nächste Job Stadtrat sein wird. Bei dem Vorleben würden sich die Finanzen als Ressort anbieten – seine Affinität zu Zahlen ist im Vergleich zur derzeitigen Stadtregierung nahezu ein Alleinstellungsmerkmal.
Bleiben noch die Dolmetscherin und Langzeit-Landesbedienstete und -landesrätin Doris Kampus und der diplomierte Kapellmeister Philipp Pointner – als Dirigenten einer Rathaus-Koalition kommen beide nicht in Frage, es wird wohl nur für die zweite oder dritte Geige reichen.
- Ein Dirigent gibt den Takt bei den Neos an.
- Foto: MeinBezirk/Martin Koinegg
- hochgeladen von Roland Reischl
P.S.: Der Vollständigkeit halber sei auch noch der Rest der aktuellen Regierung erwähnt: Geschichtelehrer Robert Krotzer, Bürokaufmann Manfred Eber und die Doktorin der Geschichte und Germanistik sowie Volkskundemuseumsdirektorin in Ruhe Claudia Unger.
MeinBezirk auf
MeinBezirk als
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.