Der vielseitigste Sportler der Welt war ein Grazer
- Vielseitig wie er war kaum jemand: P. Lichtner-Hoyer
- Foto: Schaupp, Sportstadt Graz
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Der Moderne Fünfkampf war eine Grazer Domäne: Der vielseitigste Sportler der Welt kam aus der Murstadt.
Er wurde von keinem Geringeren als Pierre de Coubertin, dem Begründer der Olympischen Spiele der Neuzeit, ins Leben gerufen: der Moderne Fünfkampf, bestehend aus Schwimmen, Degenfechten, Springreiten, Schießen und Laufen. Der Grazer Edmund Bernhard trat als erster Österreicher 1912 bei den Olympischen Spielen in Stockholm in dieser Vielseitigkeitssportart an und wurde Achter. Den ersten Impuls nach den Weltkriegen setzte auch ein Grazer: Gardeoberleutnant Peter Lichtner-Hoyer, der sowohl als Spring- wie auch als Vielseitigkeitsreiter und universaler Winterathlet (Lang- und Abfahrtslauf, Skispringen) bekannt war.
Vielseitig wie niemand
Nachdem Schweizer Sportler ihn zum Sommerfünfkampf motivierten, erlernte Lichtner-Hoyer auch das Degenfechten und zog 1953 Frank Battig und Peter Spath ins Fünfkampf-Boot. Diese drei Grazer „Musketiere“ bildeten die erste Moderne-Fünfkampf-Mannschaft in Österreich. Der „vielseitigste Sportler der Welt“ beendete an die 1.200 Wettkämpfe als Sieger oder mit Top-Platzierung.
Er nahm 1956 (Stockholm/Springreiten) und 1960 (Rom/Fünfkampf) an den Olympischen Spielen sowie an 24 Welt- und Europameisterschaften in acht Sportarten teil. 2001 erhielt die Fünfkampf-Legende das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.
Ein Schüler von Lichtner-Hoyer war der ebenfalls aus der steirischen Landeshauptstadt stammende Rudi Trost, ein begnadeter Degenfechter, der sich zum Allroundsportler entwickelte und an zahlreichen Großveranstaltungen teilnahm: an Weltmeisterschaften im Modernen Fünfkampf, an Fechtweltmeisterschaften (mit WM-Bronze 1967) und – als Athlet und Trainer – an mehreren Olympischen Sommerspielen.
- Seit einigen Jahren tut sich in Graz in Sachen Moderner Fünfkampf wieder etwas: Sehr erfolgreich ist etwa Nina Waldner (vorne).
- Foto: Manfred Waldner
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Erfolgreiche Wiederbelebung
1970 startete Trost sogar bei der Bob-WM in St. Moritz. Nach seiner aktiven Zeit ging er ins Ausland und arbeitete unter anderem als Fünfkampftrainer in der Bundesrepublik Deutschland und in Guatemala. Auch als internationaler Wettkampfrichter machte er sich einen Namen. Nach Lichter-Hoyer und Trost wurde es in Graz still um den Modernen Fünfkampf. Vor nunmehr zehn Jahren gelang es dann dem Autor dieser Zeilen, der selbst Sportoffizier des Österreichischen Bundesheeres ist, den Sport wiederzubeleben und einen steirischen Landesverband zu gründen. Insbesondere beim Heeressportverein (HSV) Graz forcierte man die Sportart, indem gezielt auf Nachwuchsarbeit und den Modernen Fünfkampf für Frauen gesetzt wurde. So errangen die HSV-Athletinnen Johanna Hirschmugl, Nina Waldner, Nicole Bartoska, Tinette Helbig und Alina Mikosch Staatsmeister- bzw. Vizestaatsmeistertitel in Serie. Besonders erfolgreich ist Nina Waldner geworden: Die regierende achtfache Staatsmeisterin im Modernen Fünfkampf holte sich WM- und EM-Medaillen im "Triathle" (Kombination aus Schießen, Schwimmen und Laufen) und „Laser Run“ (Schießen und Laufen). Sie wurde „Sportlerin des Jahres 2016“ des Österreichischen Heeressportverbandes sowie Bundes- und Landestrainerin.
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