99ers-Coach Harry Lange
"Haben Bock, im vollen Bunker Siege zu feiern"
- Das Ziel von 99ers-Trainer Harry Lange für die anstehende Spielzeit ist klar: "Wir wollen vorne mitspielen."
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Um bestens auf den Saisonstart der ICEHL Ende September vorbereitet zu sein, geht es für die Graz 99ers am Montag ins Trainingslager nach Tirol. Davor hat Chefcoach Harry Lange mit MeinBezirk über die Bedeutung eines guten Charakters, den Neid der Konkurrenz neue Erwartungshaltungen bei den Schwarz-Orangen gesprochen.
GRAZ/LIEBENAU. "Es hat sich schön angefühlt", beschreibt 99ers-Chefcoach Harry Lange die Rückkehr nach Liebenau, wo er einst von 2004 bis 2012 als Spieler im Dress der Grazer auflief. "Die Halle ist richtig schön saniert und umgebaut worden. Trotzdem hat es sich richtig heimisch angefühlt, auch weil der Geruch ist noch immer der gleiche ist." Was er als die markanteste Veränderung in seiner neuen Rolle bei den "99ers 2.0" erlebt? "Früher haben wir auch richtig gute Zeiten erlebt, aber trotzdem war der Druck nie da. Also schon von uns selbst aus, weil jeder Sportler erfolgreich sein will, aber jetzt ist die Erwartungshaltung zu Recht eine ganz andere", so der 40-Jährige. Was ihn bis heute antreibt: "Ich war als Spieler dabei, als wir den Grunddurchgang gewonnen haben und in den Play-offs gleich ausgeschieden sind – das ist schon ein bissl ein unfinished business."
- Unter Trainer Bill Gilligan (re.) gewannen Lange (li.) und Co in der Saison 2009/10 den Grunddurchgang.
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Wie er die ICE Hockey League aktuell einschätzt? "Generell wird das Eishockey immer besser, immer schneller. Ich glaube, dass die Liga heuer wieder einen ordentlichen Sprung nach vorne machen wird, weil investiert wird – nicht nur bei uns. Székesfehérvár, Bozen und Pustertal haben Geld in die Hand genommen und die altbekannten Klagenfurt, Villach, Salzburg und Bozen sowieso. Deshalb wird es alles andere als leicht."
Charakter, Vertrauen und Eifersucht
Einen Kader zusammenzustellen, der der Herausforderung, vorne mitzuspielen, gewachsen ist, sei keine einfache Aufgabe gewesen. Wer für Lange in diesem Zusammenhang neben Sportdirektor Philipp Pinter und den Cracks selbst besondere Bedeutung hat: "Ohne den Präsidenten (Herbert Jerich, Anm.) wären wir alle nicht da – er hat so eine positive Energie, die er auf alle überträgt." Nun gehe es darum, aus dem motivierten und höchst talentierten Haufen ein Team zu formen. "Da reden wir nicht nur von taktischen Sachen, sondern zuerst müssen alle füreinander kämpfen und laufen wollen", so der Trainer. Am Montag geht es ins Trainingslager nach Kitzbühel: "Wir werden an jedem der acht Tage 24 Stunden zusammen sein, uns gegenseitig kennenlernen – das war mir extrem wichtig."
- Ehe die Saison startet, steht Teambuilding für Lange ganz oben auf der Prioritätenliste.
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Richtig gut – nämlich noch als Mitspieler – kennt der Cheftrainer bereits Routinier Michael Schiechl und Graz-Rückkehrer Manuel Ganahl: "Wir haben lange keinen Kontakt gehabt, beim Wiedersehen war es trotzdem so, als ob man nie weggewesen wäre." Man müsse sich aber keine Sorgen machen, dass deswegen von irgendeiner Seite weniger Respekt vorhanden sei, im Gegenteil. Was Lange besonders freut: Im Hinblick auf die zahlreichen Neuzugänge seien kaum Wünsche offengeblieben. "Es gibt viele gute Eishockeyspieler, aber nicht alle haben einen guten Charakter – darauf haben wir Wert gelegt", so Lange, "dass man nicht jeden bekommt, den man haben will, ist normal." Daher sei es außergewöhnlich, dass man 99 Prozent der Wunschspieler nach Graz lotsen konnte.
Dass deshalb von anderen Klubs auch neidisch an die Mur geblickt wird, könne er verschmerzen. "Eifersucht muss man sich auch erarbeiten", stellt der gebürtige Kärntner fest. Nachsatz: "Aber der einzige, der bis jetzt seinen Part erledigt hat, ist unser Präsident. Jetzt sind wir an der Reihe, dieses Vertrauen zurückzuzahlen – und da haben alle Bock drauf. Dass die Sonne nicht immer scheinen wird, ist uns klar, aber wir haben Bock drauf, dass Graz stolz auf seinen Eishockeyverein ist. Wir haben Bock drauf, gemeinsam im vollen Bunker Siege zu feiern."
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