09.05.2018, 06:00 Uhr

Bernd Thurner von Vivid appelliert: Alkoholfreie Getränke in der Gastro müssen billiger werden!

Zeigt Gefahren von Alkohol auf: Bernd Thurner von Vivid (Foto: Pelizzari)

Vivid, die Fachstelle für Suchtprävention, stärkt Albert Kriwetz den Rücken und fordert günstigere Getränke.

"Ein Gastronom, der sich für ein besseres alkoholfreies Angebot ausspricht. Das gibts auch nicht alle Tage", sagt Bernd Thurner, Leiter der Stabstelle Kommunikation von Vivid, der Fachstelle für Suchtprävention, als Reaktion auf unsere letztwöchige Story. In dieser regte Albert Kriwetz, Besitzer der Bar Albert in der Herrengasse, an, ein breiteres und qualitativ hochwertiges Angebot an alkoholfreien Getränken zu realisieren.
Dieser Idee kann Thurner viel abgewinnen und erklärt, dass eine günstigere Preisgestaltung der alkoholfreien Angebote nötig ist.

Regionalität im Fokus

"Das ist wirklich ein bewundernswerter Vorstoß, den man von Gastronomen selten erlebt", führt Thurner aus. Auch er bestätigt Kriwetz Einschätzung, dass es wenig ansprechende alkoholfreie Getränke abseits von Mineral-Zitrone, Red Bull oder Cola gibt. "Besonders schätze ich an seiner Idee auch den Aspekt der Regionalität und der Auseinandersetzung mit den Angeboten aus der Umgebung", erklärt der Experte in Anspielung auf den unreifen Traubensaft Verjus vom Weingut Tement, den es in der Bar Albert im Angebot gibt.
Geht es nach Thurner, soll qualitativ hochwertigen, wenig zuckerhaltigen und nach Möglichkeit regionalen Getränken wie alkoholfreien Cocktails oder Getränken auf Teebasis bei Gastronomen wie Gästen Vorrang eingeräumt werden.

Handlungsbedarf beim Preis

"Manchmal sind alkoholfreie Getränke teurer als alkoholhaltige und das sollte nicht sein. Hier sollten die Gastronomen Angebote schaffen, die ihre Gäste ansprechen." Gut findet Thurner ebenso wie Kriwetz, dass der Druck auf Nicht-Trinker reduziert werde.
Verantwortungsvoll, mäßig und genussvoll: So sollte Alkohol konsumiert werden. Hier sieht Vivid vor allem die Eltern in der Pflicht, ihren Kindern einen richtigen Umgang mit Alkohol beizubringen. "Wichtig ist, was man Kindern vorlebt. Alkohol ist nie die Lösung für Probleme", ergänzt Thurner. Laut Schätzungen sind in der Steiermark 52.000 Menschen alkoholkrank und weitere 125.000 konsumieren Alkohol im bereits problematischen Ausmaß. "Wenn man auf Alkohol verzichten will, soll man das stets auch selbstbewusst sagen", ruft Thurner auf. 


Grenzmengen der Weltgesundheitsorganisation:

Grenzmengen für Alkoholkonsum der Weltgesundheitsorganisation: Als risikoarm gilt bei Männern ein täglicher Konsum von 0,6 Liter Bier und 0,4 Liter Bier bei Frauen. Problematisch wird es bei Männern ab 1,5 Liter Bier täglich, bei Frauen hingegen schon ab einem Liter. Da Alkohol ein Nervengift und nicht gesund ist, sollten mindestens zwei alkoholfreie Tage pro Woche eingehalten werden.


Hier gehts zur Website von Vivid, der Fachstelle für Suchtprävention.
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