06.02.2018, 15:47 Uhr

Leserbriefe zum Thema: Die Wölfe sind zurück in Österreich - Teil 4

Leserbriefe zum Thema "Die Wölfe sind zurück in Österreich" - Teil 4 (Foto: Wild Wonders of Europe/Gorshkov)

Die Wölfe sind zurück in Österreich. Das sorgt nicht nur für Freude, wie wir in unserer Ausgabe vom 31. Jänner berichtet haben.

Vor allem Almbauern fürchten um ihre Tiere. Was aber tun?
Sollen Wölfe begrenzt zum Abschuss frei gegeben werden wie in der Slowakei? Oder sollen sie wie bisher ohne Wenn und Aber geschützt bleiben?

Dazu sind zahlreiche Leserbriefe bei uns eingelangt. Manche Leserinnen und Leser freuen sich über die Rückkehr der Wölfe, andere meinen, dass eine Regulierung notwendig sei.

Hier die Leserbriefe im Überblick:

Armutszeugnis der Gesellschaft

Sehr geehrter Herr Wolfgang Unterhuber .

Bei uns soll der Wolf wieder heimisch werden, und das gerissene Tier muss ersetzt werden, so einfach ist das. Weiters muss es Gelder für die Ausbildung von Schutzhunden geben.
Es werden so viele unnütze Sachen vom Staat, Gemeinden usw. bezahlt, so dass es auch Zahlungen an Betroffene geben kann.
Wie auch immer: es gibt immer eine Lösung. Nur das Töten einer Spezies ist ein Armutszeugnis der Gesellschaft
Ich bitte Sie, helfen Sie mit, das der Wolf bei uns wieder heimisch wird.
Med Vänliga hälsningar!
Eduard U.

Versuchsgehege einrichten

Die Landwirtschaft hat sich in ihrem Stellenwert seit 1945 total verändert, vor allem scheint durch den Welthandel mit Nahrungsmittel vordergründig eine Eigenversorgung der Bevölkerung nicht erforderlich. Nachhaltige und flächendeckende Bodennutzung sind durch Landflucht und Sterben der Kleinhöfe kaum mehr möglich. Absatz und Preise werden von politischen Interessen international gesteuert.
Die heutige arbeitsteilige Gesellschaft, vielfach gestreßt, sucht verständlicher Weise Erholung und Bewegung. Großteils geht dies reibungslos, für viele bäuerliche Familien gerade im Gastgewerbe gibt es dabei Einkommensmöglichkeiten. Einige Naturnutzer lassen sich aber nicht abhalten und fahren, gehen oder lassen ihre Hunde laufen, wo immer es ihnen gefällt.

Und nun kommt der Wolf:
In ein relativ dicht besiedeltes Land Österreich,
mit starken Fremdenverkehrsgebieten in gerade für Wölfe interessanten Gegenden, mit traditioneller Schafhaltung vor allem im alpinen, ungeschützten Gelände, mit Mutterkuh- und Schweinehaltung im Freien, durch Autobahn- und Bahn-Schutzwände abgegrenzte Gebiete und wo in ländl. Gebieten Schulkinder zu Fuß zur und von der Schule gehen, im Winter im Finstern.

Die Gesetzeslage bestimmt, dass die wirklich betroffenen Grundeigentümer nur die Möglichkeit haben, die Tierhaltung einzuschränken. Es bedeutet eine schrittweise Teilenteignung, dabei die Entschädigung unwürdig und verwaltungsaufwändig ist.
Eine dauerhafte Wolfspopulation kann nach meiner Auffassung nur mengenmäßig geregelt funktionieren, wobei auf Bezirksebene eine Kommission rasche Entscheidungen zu treffen hat.

Ein Vorschlag: Im Lainzer Tiergarten mit besenderten Wölfen ein Versuchsgehege einrichten, Aufsicht durch Hochschulen f. Bodenkultur und Vet. Medizin sowie Tierschützer. Dies könnte sehr viele Erfahrungen bringen.

Mit freundlichen Grüßen
Adolf S.


Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg

Sehr geehrter Herr Unterhuber,

gerne nehme ich die Gelegenheit wahr, mich zu diesem Thema einzubringen.

Der ach so böse Wolf und die armen Bauern. Es wird wieder einmal maßlos übertrieben, denn ich bin mir sicher, dass der Verlust von Weidetieren , der (angeblich) durch den Wolf entsteht, nicht annähernd so groß ist, als der Verlust durch Unfälle und Krankheiten. So werden, auch wenn nur der leiseste Verdacht auf eine Gesundheitsgefährdung für den Menschen besteht, gleich unzählige Tiere getötet, ohne dass diese vorher untersucht werden. Da hörte ich nicht, dass sich da wer großartig darüber aufgeregt hätte, obwohl das ein sehr viel größerer finanzieller (was sonst) Verlust ist.

Denn in Wahrheit geht es einzig und allein ums Geld und nicht um das Leben unserer Mitgeschöpfe. Das macht mich oft sehr traurig, aber auch zornig. Der Wolf ist gar nicht das Problem, nein, das ist der Mensch, das gefährlichste Raubtier auf der Erde, und offenbar auch das dümmste. Der Mensch bringt in seiner Selbstherrlichkeit durch sein ständiges respektloses, maßloses und zerstörerisches Eingreifen das hoch sensible, perfekt funktionierende System der Natur völlig aus dem Gleichgewicht. Nur zu dumm, dass gerade der Mensch auf den good will der Natur angewiesen ist; für die Natur ist der Mensch sehr entbehrlich.

Darum wäre es an der Zeit, endlich sehr viel respektvoller und achtsamer mit der Natur umzugehen und sich in Dankbarkeit und Demut zu üben. Der Mensch maßt sich an, über "nützlich" oder schädlich" zu richten; was für ihn nicht von Nutzen erscheint, gehört weg. Was für ein Irrtum, denn alles auf unserer Erde, egal ob Lebewesen oder Pflanzen, hat seine Berechtigung und seine Bestimmung und daher eine Aufgabe zu erfüllen (beim Menschen bin ich mir da nicht so sicher).

Die Jagd ist auch so ein leidiges Thema, die ist nämlich wirklich völlig unnütz und unfair. Da sind dann "Naturliebhaber", "Heger" und "Pfleger" unterwegs; im Winter füttern sie die Wildtiere (wie fürsorglich?!), dass ja alle, auch alte, schwache und kranke Tiere, den Winter überleben, denn dann kann man ja umso mehr abknallen und sich noch mehr Trophäen an die Wand nageln - Neandertal lässt grüßen! Und darum geht es ja hier hauptsächlich. Der Wolf, ausgestopft oder nur der Kopf an der Wand, ein bisschen Jägerlatein dazu, das hat schon was, oder?

Die Wölfe sind ganz und gar nicht bloß "Raubtiere", sie haben, wie auch viele andere Tiere, wie z. B. die Füchse, eine sehr wichtige Aufgabe als Gesundheitspolizei in der Natur, weil auch tote Tiere auf ihrem Speiseplan stehen; auch kranke und alte Tiere dienen als Beute - ja, die Natur ist auch grausam, aber hier hat alles seine Richtigkeit und Berechtigung. Somit wäre für alle Tiere genug Nahrung vorhanden und der scheue Wolf wird daher auch weitgehend die Weidetiere in Frieden lassen.

Überdies bekommen die Landwirte, so viel mir bekannt ist, etwaige Verluste zumindest zum Teil ersetzt.

Gut finde ich die Idee, bei Wolfstouren den Menschen diese scheuen hochintelligenten Waldbewohner näherzubringen, aber bitte auf sanfte Weise. Und nein, der Wolf frisst keine Menschen und er greift sie auch nicht an. Man sollte sich lieber vor unkontrolliert herumfliegenden Schrotkugeln von umherirrenden bewaffneten Alkoholikern in Acht nehmen, wenn man in Wald und Flur unterwegs ist.

Ich hoffe sehr, dass sich viele faire Menschen mit Herz und Verstand wohlwollend für dieses faszinierende, wundervolle und unsere Wälder bereichernde Mitgeschöpf einsetzen und den Wolf unter ihren Schutz stellen.

Leben und leben lassen! Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Und jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt.

In diesem Sinne

mit freundlichen Grüßen
Bea K. aus Niederösterreich



Falsche Wolfsromantik

Toll, dass endlich jemand das Thema „Wolf“ in der Öffentlichkeit klar anspricht.
Diese Wolfsromantik kommt mir wie Massenmanipulation vor. Wer steht dahinter?
Der Wolf wird bevorzugt, aber wer hat Erbarmen mit den Beutetieren, den herzigen Rehkitzen, Häschen,… die massenhaft gefressen werden?
Ich befürchte ein Ungleichgewicht, denn der Wolf vermehrt sich sehr schnell, und die Anzahl wird nicht durch geplanten Abschuss reguliert. Somit sind auch die Haustiere sehr gefährdet. Schafe,… können nicht mehr auf Weiden und Almen ihre Freiheit genießen, denn, wie ich Ihrem
Artikel entnahm, wer kann sich so viele Hirten leisten. Das bringt mit sich, dass die Landschaftspflege vernachlässigt werden muss, was wiederum dem Tourismus schadet.
Wie lange will man den Wolf schützen? Bis viele Bauern aufgegeben haben? Sind unsere BIO-Waren ein Dorn im Auge? Oder kann sich die EU die Zuschüsse für die Landwirte nicht mehr leisten? Sind rumänische Verhältnisse wünschenswert?
Über den Todesfall in Griechenland wurde nur kurz berichtet. Anscheinend hat man dort keinen Urlauber mehr gesehen.
Negatives wird totgeschwiegen. Irgendjemand wird gewinnen, wenn auch auf Kosten vieler Leute, vieler Tiere und der vielfältigen österreichischen Landschaft.

Edda M., HOL i.R. aus Niederösterreich

Tierschutz für beide Seiten

Sehr geehrter Herr Unterhuber,

bezüglich Ihres Artikels wäre insofern ein Korrektur angebracht, da die Schafe eigentlich ja nur als Nutztiere für den Menschen gehalten werden, die wiederum diese Nutztiere selbst auch essen. Daher beschwert sich der Mensch natürlich deshalb über die Wölfe, da er hierbei eher nur aus finanziellen Gründen kein Nutztier verlieren möchte.
Bezüglich der Wölfe sei gesagt, dass diese, soviel ich über Wölfe erfahren habe, nur alle zwei Jahre Jungen bekommen, und das auch nur, wenn genug Futter vorhanden ist. Inwieweit das jetzt wirklich stimmt, bleibt jedem selbst überlassen, sich darüber zu informieren. Aber! Wenn ein Staat es nicht nur zulässt, sondern auch fördert und toleriert, dass diese Art von Raubtier sich dort geschützt aufhalten darf, so ist der Staat eigens dazu aufgefordert, dahingehend eine Überpopulation zu verhindern, in dem man eventuell manche Wolfsrudel kastriert, und/oder für die vorhandenen Wölfe bzw. Wolfsrudel das notwendige Futter zur Verfügung stellt! Genug Steuergeld wäre sicherlich vorhanden, wenn man hierbei wieder mehr in den Tierschutz für beide Seiten investiert. Eine gemeinsame Lösung wäre dann auch sicher möglich.

Wenn natürlich einfach weggeschaut wird und man die Nutztierhalter auch nicht unterstützt, darf man sich dann nicht wundern, wenn diese dann zu drastischen Mitteln greifen. Und bezüglich Sicherheitszäune sei gesagt, dass es sehr wohl möglich ist, eine größere Schafsherde zu umzäunen, da diese sowieso von Natur aus als Herde mehr zusammen bleiben. Dieser Zaun sollte halt unten bis zu einem Meter Beton in die Erde und noch darüber gehen und oben dann eventuell mit einem Metallzaun, damit man diesen unter Strom stellen könnte, aufgestockt werden. Dann noch einen halben Meter weiter innen rundherum einen zweiten Zaun zum Schutz für die Schafe gegen den Strom aufstellen, damit diese sowohl von außen als auch von innen doppelt geschützt wären. Diese Art von Zaun müsste natürlich vom Staat gefördert werden, denn keiner der Nutztierhalter wird und will soviel Geld ausgeben wollen und/oder haben! Das gilt natürlich für die Nacht. Unter Tags, wenn die Tiere auf verschiedenen Flächen weiden, kann man im Prinzip nur passende Hütehunde verwenden, die auch den Mut haben, einen Wolf oder auch Wolfsrudel zu vertreiben.

Mit freundlichen Grüßen
Martina Maria M.

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Miteinander auf Augenhöhe

Sehr geehrter Herr Chefredakteur,

Fakt ist, dass der Wolf da ist. Darüber zu diskutieren, wie der Wolf wegzubringen ist, ist verlorenen Liebesmüh! Durch den gesetzlichen Status müssen wir mit dem Wolf leben (ob wir wollen oder nicht)! Wolf ja, aber dort wo er Platz hat. Als der Almverantwortliche von der Steiermark bitte ich alle Fachleute, dass sie ihre Aktivitäten bündeln und für ein lebensfähiges Miteinander auf Augenhöhe weiterhin die Bewirtschaftung der Alm mit dem Wolf ermöglichen. Das ist die einzige Möglichkeit, dass der Almbewirtschafter nicht unter die Räder kommt. Geht der Almbauer nicht mehr auf die Alm, kann sich der Tourismus, die Freizeit-Lobby, alle Freizeitsportler, die die Alm- und Bergregion nutzen und alle Erholungssuchenden ihre geplanten Aktivitäten in wahrsten Sinn des Wortes „Einrexen“. Wolf in Europa ja, aber nur dort wo er auch genug Platz hat. Daher gibt es Strategien und Lösungen zu finden, wo Almwirtschaft und wo wird „Wolfswirtschaft“ gelebt werden kann. Wachstum ohne Regeln wird im Volksmund als „Krebs“ bezeichnet. Der Wolf darf nicht zum Krebs der Almwirtschaft mutieren!

Dipl.-Ing. Franz B. aus der Steiermark

Kein Grund für Hysterie

Werte Chefredaktion,

Bauernverbände, die weder gegen tausende Kilometer weite Lebendtiertransporte, noch gegen die brutalsten Methoden der Massentierhaltung protestieren, stehen nun mit dem Argument des Tierschutzes gegen das zarte Pflänzchen erster Wolfsrudel in Westeuropa auf? Das ist einfach nur absurd. Denn gegen eine EU-Massentierhalter-Lobby, die geschickt Fördergelder von Bio- und Kleinbauern weglenkt - und damit auch eine großzügige Entschädigung für Wolfsschäden verunmöglicht - blieb der Protest bisher aus.

Zudem gilt es die Schäden nüchtern zu analysieren. Österreichs profundester Wolf-Experte, Univ.-Prof. Dr. Kotrschal, nennt etwa das Beispiel Schweiz, wo man vor Ankunft der Wölfe auf den Almen rund 10.000 Schafe pro Jahr verlor. Die nötigen Wolf-Schutzmaßnahmen hatten den Nebeneffekt, dass die Verluste auf 5500 Schafe pro Jahr fielen, wobei nur 500 auf das Konto von Wölfen gingen. Insgesamt gesehen profitierte die Almwirtschaft also massiv.

Und auch in der Jagd sollte man sich das ökologische "bigger picture" vor Augen halten. Wenn Koryphäen wie Dr. Knauer und Dr. Rauer vom Institut für Wildbiologie der Universität Wien in der offiziellen Zeitschrift des NÖ Landesjagdverbandes (Weidwerk, 9/2016, S.18ff) festhalten, dass die Wolfsrisse pro Jahr und 100ha etwa in der Lausitz rund "1,6 Rehe, 0,2 Stück Rotwild und 0,4 Sauen" betragen, und in Österreichs Wäldern eine Dichte von 30 Rehen/100ha besteht, ist absolut kein Grund für die momentan geschürte Hysterie gegeben.


Beste Grüße
MMag. Gerald W. aus Niederösterreich

„Abrichten“ nicht mehr zeitgemäß

Sehr geehrter Herr Unterhuber,

mit großem Interesse habe ich Ihren Kommentar zum Wolf im Feldkirchner Anzeiger gelesen und möchte mich bei Ihnen bedanken, dass Sie sich um eine Versachlichung der Diskussion bemühen.
Die gebotene Objektivität wird von einigen (Interessens)Vertretern leider nicht gewahrt, es wird „Stimmung“ für Eigeninteressen gemacht. Besonders ärgerlich ist das bei sogenannten „Experten“, deren Aussagen wissenschaftlich nicht haltbar sind. Sie zitieren den „Tierexperten“ Martin Keller mit der Aussage bezüglich Hirtenhunde: „Solche Hunde müssen sehr lange abgerichtet werden, damit sie nicht die Tiere töten, die sie bewachen sollen“.

Abgesehen davon, dass der Ausdruck „abrichten“ nicht mehr zeitgemäß (vorsichtig ausgedrückt) ist, stimmt die Behauptung einfach nicht. Die Hirtenhunde wachsen in der Schafherde auf, werden sozusagen auf Schafe als Rudelmitglieder sozialisiert (früher als „Prägung“ bezeichnet). Das Nicht-töten ihrer Sozialpartner muss man ihnen nicht extra antrainieren.
Fast lächerlich ist der zitierte Fachmann im Bericht des Kurier, wonach der Tierschutz in Österreich spezielle Unterstände für Herdenschutzhunde fordere. Die in der 1. Tierhaltungsverordnung enthaltenen Ausnahmebestimmungen für die Almwirtschaft gelten mit entsprechendem Hausverstand auch für die dort gehaltenen Hunde.

Mit solchen Argumenten und daraus resultierender Polemik kommen wir nicht weiter. Dass der Wolf in den Regionen auch Chancen bietet (Aussage von Frau Pröbstl-Haider), sollte uns dazu bringen, die entsprechenden Voraussetzungen dazu zu überlegen. Mit dem Festklammern am Bisherigen wird das wohl kaum gelingen. Es gibt einige Punkte, die mehr oder weniger unbestritten bzw durch positive Erfahrungen in anderen Ländern bestätigt sind:

· Es braucht entsprechend große geschützte Wildlebensräume (nicht nur für den Wolf)
· Die Behirtung auf den Alpen muss verbessert werden (insbesondere bei den Schafen)
· Die Bejagung muss angepasst werden (Reduktion Jagddruck, Ruhezonen fürs Wild)
· Der Tourismus muss ebenfalls den Vorrang der Natur (als Basis seines Geschäftes) anerkennen

PS: Ich verfolge die Diskussion in der Landwirtschaft schon lange und mit Sorge und lege Ihnen eine Stellungnahme an den Chefredakteur des „Alm- und Bergbauer“ bei, die wie zu erwarten nicht abgedruckt wurde, bei. Die landwirtschaftliche Front wird vermutlich bröckeln, zumal das bisherige Landwirtschaftsministerium jetzt Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus heißt.

Mit tierfreundlichen Grüßen
Dr Erik S.

Abschuss ist keine Lösung

Sehr geehrter Herr Unterhuber,

Als Jäger sehe ich auch sehr wohl die Diskrepanz zwischen Wolf und Almwirtschaft.
Ich sehe - wie Sie - dass beide Standpunkte ihre Berechtigung haben.

Als Jugendlicher sah ich einen Film über russische Lappjagd auf den Wolf. Die Wölfe trauten sich nicht unter den mit Lappen behängten Schnüren hindurch.Ein Zaun - ohne die sich im Winde bewegenden Fähnchen - stellte dagegen kein Hindernis dar.

Weiterer Aspekt:
Wenn ich am Abend mit meinem Hund einen Rundgang mache, bekommt er ein leuchtendes LED-Halsband um, um in der Dunkelheit erkannt zu werden. Dieses Halsband lässt sich auch auf unterschiedliche Blinkfrequenzen einstellen.
Nachdem Wildtiere auf blaue vom Auto angestrahlte Reflektoren mit Flucht reagieren, warum nicht auch der Wolf auf blauer LED's ?

Die LEDs müssten natürlich eine Nacht lang durchhalten (entsprechender Akku). Ich weiß auch nicht, inwiefern hier die reizspezifische Gewöhnung die Abschreckung nach einer gewissen Zeit zunichte macht. Aber eine Überlegung wäre es vielleicht wert !?
Übrigens, den Hund als Halsbandträger stört das Licht nicht, was nicht heißen muß, dass das Wildtier Wolf sich nicht davon abschrecken läßt. Die Weidetiere als Halsbandträger hätten wohl damit auch kein Problem.

Ich hoffe, dass man im Interesse sowohl des Wolfes als auch der Weidetiere zu einer beide Seiten befriedigenden Lösung kommt.
Der Abschuss stellt für mich jedenfalls keine Lösung dar.

Mit freundlichen Grüßen
Peter D.
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