So startet die Region ins Schuljahr
Schulstart mit neuen Chancen und Herausforderungen
Die Ferien neigen sich dem Ende zu. MeinBezirk hat Agnes Totter, Mitglied des Bildungsausschusses des Nationalrates und Schulqualitätsmanagerin, nach den Schulen der Region gefragt. Ihr Fazit: „Kleine Schulen, große Chancen“. Die klein strukturierte Bildungslandschaft der Südoststeiermark bietet viele Vorteile.
SÜDOSTSTEIERMARK. Schulqualitätsmanagerin Agnes Totter ist für 47 Schulen in der Region verantwortlich. Im Interview spricht sie über die Chancen kleiner Schulen und Bildung als regionalen Standortfaktor. Eine der Hauptaufgaben der Zukunft liegt darin, die individuellen Talente der Schülerinnen und Schüler gezielt zu fördern .
- Schulstart vor der Tür: Was die Schulen bewegt.
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Die Südoststeiermark ist eine klein strukturierte Region und genau darin sieht Schulqualitätsmanagerin und Nationalratsabgeordnete Agnes Totter eine ihrer großen Stärken. Kleine Strukturen bedeuten kleine Schulen, teilweise zwei- oder dreiklassige Volksschulen, in denen Kinder verschiedener Schulstufen gemeinsam unterrichtet werden.
Stärke liegt in Kleinheit der Strukturen
Totter kennt die Herausforderungen, aber auch die besonderen Chancen dieser klein strukturierten Bildungslandschaft. Die Ergebnisse würden zeigen, dass dies funktioniert. Bei Kompetenzmessungen und Bildungsstandards schneiden die Schulen der Region sehr gut ab, weiß Totter. Für die Mutter und erfahrene Pädagogin ist vor allem eines wichtig:. „Kinder sollen eine hochwertige Bildung vor Ort erhalten“. Dafür kämpfe man auch auf politischer Ebene tagein und tagaus.
- Volksschulen brauchen mehr Unterstützung, ist Agnes Totter überzeugt.
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Mehr Ressourcen für Volksschulen
Besonders wichtig ist Totter die Volksschule. Diese werde häufig unterschätzt, obwohl dort die Basis für den späteren Bildungserfolg gelegt werde. Gerade in kleinen Schulen der Region sei der Unterricht auch ein Kraftakt. Eine Lehrkraft müsse gleichzeitig Kinder mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen unterrichten. Volksschulen, so Totter, bräuchten deshalb die größte Unterstützung.
Gemeinden stehen hinter ihren Schulen
Im Vergleich zu Großstädten fällt die Region auch dadurch auf, dass die Gemeinden stark hinter ihren Schulen stehen. Das zeigt sich etwa bei Neubauten und Sanierungen in St. Anna am Aigen, Straden oder Feldbach. Die kleinen Schulstandorte würden nicht zuletzt auch als Standortvorteil gesehen. Viele Lehrkräfte und Schulleitungen seien außerdem stark mit der Südoststeiermark verwurzelt. Aus dieser Verbundenheit heraus würden sie oft mehr leisten, als sie eigentlich müssten.
- In St. Anna wurde in die Zukunft investiert und damit kräftig in die Mittelschule.
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Stärkung der Polytechnischen Schulen
Die Bildungsdirektion arbeitet gemeinsam mit dem Regionalmanagement – etwa mit der erfolgreichen Bildungsmesse – daran, die Bildungsangebote der Region weiterzuentwickeln und die Mittelschulen zu stärken. Künftig sollen, passend zur Handwerksregion, auch die Polytechnischen Schulen stärker in den Fokus rücken, verrät Totter.
Jeder Schule ihr Digitalisierungskonzept
Eine der größten Herausforderungen im Schulalltag sei die Digitalisierung. Totter ist froh, dass der Bund seit einigen Jahren die digitalen Endgeräte finanziert habe. Gleichzeitig stelle sich die Frage, wie Kinder lernen, verantwortungsvoll mit KI und digitalen Medien umzugehen.
Entscheidend sei, gemeinsam mit den Eltern das richtige Maß zu finden, auch angesichts der zunehmenden Bildschirmzeit. Jede Schule müsse deshalb auch ein eigenes Digitalisierungskonzept erarbeiten. In ihren Bilanz- und Zielvereinbarungsgesprächen schaut Totter dann darauf, wie die Schulen mit dem Thema umgehen.
- Die Vor- und Nachteile der Digitalisierung sind und bleiben ein zentrales Thema an den Schulen.
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Talente erkennen, Leistung fördern
Leistung dürfe kein Schreckgespenst sein, sondern müsse weiterhin eine zentrale Rolle spielen. Kinder sollen erleben, dass man etwas tun muss, um etwas zu erreichen. Das vermittle meist auch ein gutes Gefühl, das man den Schülern nicht vorenthalten solle, was aber niemals bedeuten solle, Kinder über denselben Kamm zu scheren.
Kinder hätten unterschiedliche Begabungen. Niemand müsse in allen Bereichen hervorragend sein. Viel wichtiger sei es, herauszufinden, wo die eigenen Stärken liegen, und dort entsprechende Erfolgserlebnisse zu ermöglichen.
- Jedes Kind hat Talente und soll diese auch ausprobieren dürfen, hier bei der Bildungsmesse vor Ort.
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Kein einziges Kind ohne Begabung
Totter versichert, sie habe in ihrer langjährigen Arbeit noch kein einziges Kind ohne Begabung kennengelernt. Jedes Kind bringe etwas mit. Mathematik könne eine Begabung sein, Zeichnen ebenso. Auch handwerkliches Geschick sei wertvoll. Nicht jedes Kind müsse eine akademische Laufbahn einschlagen. Wer handwerklich begabt sei, solle auch darin seinen Weg finden können. Aufgabe der Schule sei es, diese Stärken zu erkennen und zu fördern.
Schulqualität ist Beziehungsarbeit
Totter selbst sieht in ihrer ATätigkeit im Schulqualitätsmanagement vor allem eines: Beziehungsarbeit. Ob mit Schülerinnen und Schülern, Eltern, Lehrkräften, Schulleitungen oder anderen Verantwortlichen. Wenn die Beziehungsebene stimme, könne man sehr viel bewegen. Das bedeute nicht, dass nichts eingefordert werden müsse. Im Gegenteil: Qualitätsentwicklung brauche klare Ziele.
Aber Forderungen würden dort besser funktionieren, wo gegenseitiges Vertrauen vorhanden sei. Beziehungen wiederum bräuchten Zeit. Der Austausch mit anderen Schulen, auch im Ausland oder Gespräche mit der Schulaufsicht sollen etwa dabei helfen, die gemeinsame Arbeit weiterzuentwickeln. Das wichtigste sei, sich damit zu beschäftigen.
- Die Messe für Bildung & Beruf Südoststeiermark findet auch heuer wieder in der Arena Feldbach sowie im Zehnerhaus Bad Radkersburg statt.
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Was Kinder fürs Leben brauchen
Am Ende steht für Totter eine sehr grundsätzliche Frage: Was sollen Kinder mitnehmen, wenn sie die Schule verlassen? Ihre Antwort: Grundkompetenzen und Resilienz. Kinder sollen rechnen, schreiben und lesen können. Gleichzeitig sollen sie gelernt haben, mit Schwierigkeiten umzugehen und an sich zu glauben.
Schule soll deshalb weit mehr vermitteln als Wissen. Sie soll Orientierung geben, Talente fördern, Leistung als etwas Positives erfahrbar machen. Gerade darin sieht Totter die besondere Stärke der Südoststeiermark: eine klein strukturierte Bildungslandschaft mit hohen Ansprüchen, engagierten Lehrkräften, die mehr leisten, als sie müssten, unterstützenden Gemeinden und einer Region, die ihre Schulen als wesentlichen Teil ihrer Zukunft versteht.
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