Landtagswahl 2024
Wahlergebnisse Bezirk Leoben - FPÖ überholt SPÖ
- Die Landtagswahl ist geschlagen. Wie der Bezirk Leoben gewählt hat, erfährst du auf MeinBezirk.at.
- Foto: Foto Freisinger
- hochgeladen von Lisa Pögel
Die Freiheitlichen kommen im Bezirk Leoben auf 37 Prozent und legen damit um mehr als 21 Prozent zu. Die SPÖ kommt mit einem Minus von rund einem Prozent auf Platz zwei zu liegen, die ÖVP verliert massiv an Stimmen und landet weit abgeschlagen auf dem dritten Platz.
BEZIRK LEOBEN. Das Ergebnis der Landtagswahl im Bezirk Leoben kommt einem Erdrutsch gleich: Die FPÖ konnte ihren Stimmenanteil im Vergleich zur letzten Wahl 2019 mehr als verdoppeln und kommt im Bezirk auf rund 37 Prozent (+21 Prozent) der Stimmen. Die Blauen lösen damit die SPÖ an der Spitze ab, die mit einem Minus von rund einem Prozent auf knapp 36 Prozent der Stimmen kommt. Die ÖVP wiederum verliert massiv an Stimmen (- 11 Prozent) und kommt weit abgeschlagen mit knapp 15 Prozent auf dem dritten Platz zu liegen.
Bei den kleinen Parteien zeigt sich ebenfalls ein Trend: Sowohl die Grünen als auch KPÖ und Neos verlieren an Stimmen. Die KPÖ liegt mit 4,34 Prozent (-3,66 Prozent) auf dem vierten Platz, die Neos landen mit 3,68 Prozent (-0,17 Prozent) auf dem fünften Platz, das Schlusslicht bilden die Grünen, die lediglich 2,64 Prozent (-4,32 Prozent) der Stimmen im Bezirk Leoben erreichen.
Wahlergebnisse im Bezirk Leoben im Überblick
Hier findest du die Gemeindeergebnisse der Landtagswahl in der Steiermark auf Basis des aktuellen Auszählungsstandes (Quelle Land Steiermark). Die Ergebnisse, die in dieser Live-Grafik gezeigt werden, geben den aktuellen Auszählungsstand wieder und werden laufend aktualisiert. Es handelt sich dabei um keine Hochrechnung.
Erste Reaktionen
"Das ist ein historischer Wahlerfolg, wir konnten im Bezirk massive Zugewinne verzeichnen", freut sich LAbg. Marco Triller (FPÖ) in einer ersten Reaktion. In seiner Heimatgemeinde Niklasdorf schnitten die Freiheitlichen um 21,99 Prozentpunkte besser ab als bei der letzten Wahl und überholten die SPÖ. "Es freut mich natürlich ganz besonders, gerade in meiner eigenen Gemeinde – das ist unglaublich. Heute wird gefeiert, morgen dann gearbeitet."
- Bei den FPÖ-Funktionärinnen und Funktionären aus dem Bezirk Leoben ist angesichts des Ergebnisses Feierstimmung angesagt: Alessandro Kopeter, Florian Wernbacher, Bianca Triller, Marco Triller, Julia Schlacher und Nicole Sunitsch (v.l.)
- Foto: FPÖ
- hochgeladen von Sarah Konrad
"Es ist nicht die Zeit der Sozialdemokratie", bringt die gebürtige Eisenerzerin LAbg. Helga Ahrer (SPÖ) ihre Enttäuschung auf den Punkt. "Zum Vorwerfen haben wir uns aber nichts, das zeigt auch der leichte Zuwachs in Leoben, aber auch das Ergebnis in Proleb, Vordernberg und Eisenerz. An den Themen kann es nicht liegen, sie kommen nur zur Zeit nicht an", so Ahrer weiter. Aktuell würden lediglich drei Themen die Debatte beherrschen: "Sicherheit, Ängste und Neid", und dies seien nicht die Werte der Sozialdemokratie. Dies sei traurig, doch nun gelte es nach vorn zu schauen. Am Montag würden die Gremien tagen, danach sehe man, wie es weitergehen werde.
Mit einem derart großen Erfolg der Freiheitlichen und derart massiven Minus bei der Volkspartei habe er nicht gerechnet, meint ÖVP-Bezirksparteiobmann NAbg. Andreas Kühberger, Bürgermeister von Mautern: "Das ist natürlich nicht erfreulich und das tut schon weh, vor allem wenn du siehst, was geleistet wurde." Sowohl seine eigene Gemeinde als auch Kalwang und Kammern – traditionelle ÖVP-Gemeinden – seien nach der Wahl blau eingefärbt. Dabei habe das Land beziehungsweise die Landesregierung viel für die Bevölkerung geleistet; anscheinend seien es jedoch Bundesthemen gewesen, die bei den Wählerinnen und Wählern dominiert hätten. Für die ÖVP-Bezirksspitzenkandidatin Carolin Kogler werde sich der Einzug angesichts des Ergebnisses nicht ausgehen, meint Kühberger; dafür hätte es schon ein Plus gebraucht.
KPÖ konnte von Proteststimmung wenig profitieren
"Begeisterungsstürme löst das Ergebnis nicht aus", sagt Jakob Matscheko, KPÖ-Gemeinderat in Leoben, in einer ersten Reaktion. Die Stimmung an den Info-Ständen sei gut gewesen, "aber es hilft halt nichts, wenn du die zweitbeliebteste Partei bist, weil die Wählerin oder der Wähler dann eben doch nur ein Kreuzerl machen kann", so der KPÖ-Gemeinderat. Seiner Einschätzung nach sei es vielen darum gegangen, die derzeitige Landesregierung abzustrafen. "Schade, dass wir von der Proteststimmung, die im Land herrscht, nicht mehr profitieren konnten", so Matscheko. Für ihn selbst, der auf der Liste auf dem zweiten Platz kandidierte, werde es aller Voraussicht nach nicht für einen Einzug in den Landtag reichen – auch wenn die KPÖ nach derzeitigem Stand zwei Sitze erreichen wird. Ein Grundmandat sei für Graz bestimmt, und eines für die steirische Spitzenkandidatin Claudia Klimt-Weithaler, erklärt Matscheko.
- Für einen Sitz im Landtag wird es für den KPÖ-Gemeinderat Jakob Matscheko (v.l.) aller Voraussicht nach nicht reichen. Im Bild mit Spitzenkandidatin Claudia Klimt-Weithaler und noch Landtagsabgeordnetem Werner Murgg.
- Foto: MeinBezirk/Konrad
- hochgeladen von Sarah Konrad
"Das Ergebnis aus Grüner Sicht ist natürlich sehr enttäuschend", sagt die Grüne Leobener Gemeinderätin Susanne Sinz, im Wahlkreis Obersteiermark auf Listenplatz neun gereiht. "Die Zuspitzung um das Rennen um den Landeshauptmannposten zwischen drei Parteien hat es für die kleinen Parteien und auch für uns sicher schwer gemacht, Menschen zu erreichen. Trotzdem wird es jetzt zu analysieren gelten, wie wir mit den Grünen Themen, die so wichtig für die Zukunft von uns allen und unserer Natur als unserer Lebensgrundlage sind, wieder mehr Menschen erreichen können", so Sinz weiter. Man sei zudem "natürlich bereit", sich konstruktiv für stabile Mehrheiten einzubringen.
Kopf-an-Kopf-Rennen in Trofaiach und Leoben
Ein Blick in die Städte des Bezirks: In der Stadt Leoben gelingt es der SPÖ, den ersten Platz mit 38 Prozent zu verteidigen. Die FPÖ legt jedoch auch hier deutlich zu und erreicht 36 Prozent der Stimmen (+18 Prozent), die ÖVP halbiert sich beinahe (-11 Prozent) und erreicht knapp 13 Prozent.
In Trofaiach zeigt sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPÖ (36,97 Prozent) und FPÖ (37,05 Prozent), die ÖVP verliert deutlich. In Eisenerz liegt die SPÖ mit 40 Prozent auf Platz eins, verliert jedoch knapp 13 Prozent, die FPÖ verzeichnet einen Zuwachs von 22 Prozent und landet mit 34 Prozent auf Platz zwei, überholt damit die ÖVP, die 14 Prozent der Stimmen erreicht.
Die Wahlergebnisse in den steirischen Bezirken
Du möchtest wissen, wie in den anderen Bezirken abgestimmt wurde?
Landtagswahl 2024
Interviews mit den Spitzenkanditatinnen und Spitzenkandiaten und vieles mehr. Alle Infos rund um die steirische Landtagswahl findest du auf unserer Themenseite
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.