Schilddrüsenerkrankungen
Wenn die Schilddrüse auf das Herz trifft
- Die Schilddrüse ist klein, aber ihre Wirkung ist enorm.
- Foto: Panthermedia
- hochgeladen von Laura Schnetzer
Die Schilddrüse ist zwar klein, aber beeinflusst nahezu alle Organe des Körpers, vor allem das Herz. Ein MeinMed-Webinar beleuchtete diesen gesundheitlichen Zusammenhang.
ÖSTERREICH. Unbehandelte Schilddrüsenerkrankungen können das Herz-Kreislauf-System erheblich belasten und langfristig das kardiovaskuläre Risiko erhöhen. Bei einem MeinMed-Webinar am 27. Mai erklärte Alice Pap, Fachärztin für Innere Medizin und Nuklearmedizin, wie die zwei Organe zusammenhängen.
Hormone als Taktgeber
"Das Herz-Kreislaufsystem ist eines der Hauptziele von Schilddrüsenhormonen. Das liegt da-ran, dass an den Herzzellen sehr viele Rezeptoren sind, die diese Hormone aufnehmen", hebt sie hervor. Vor allem T3 wirkt aktiv auf das Herz und steigert die Kontraktilität, also wie sehr sich der Muskel zusammenzieht. Sowohl eine Über- als auch eine Unterfunktion belastet das Herz. Die Ausprägung der Beschwerden ist meist von dem Grad der Über- oder Unterfunktion abhängig.
Über- und Unterfunktion
Bei der Schilddrüsenüberfunktion arbeitet das Herz auf Hochtouren, was zu Symptomen wie Herzrasen, Kurzatmigkeit und Unruhe führen kann. Unbehandelt drohen deshalb ernsthafte Folgen wie Vorhofflimmern, Herzrhythmusstörungen, Schlaganfälle, Herzinfarkte oder eine Herzinsuffizienz. Bei der Schilddrüsenunterfunktion tritt das andere Extrem auf: Das Herz wird gedrosselt. Das bedeutet einen verlangsamten Puls sowie eine verminderte Leistungsfähigkeit. Der Herzmuskel beginnt sich zu versteifen, was langfristig sogar zu Herzversagen führen kann. Zudem steigen meist die Blutfettwerte, da Schilddrüsenhormone den Abbau von Fetten steuern, was zusätzlich das Risiko für eine Arterienverkalkung erhöht. Es bildet sich ein regelrechter Teufelskreis.
Erste Anzeichen
Die Symptome dieser Erkrankungen sind weit gefächert. Bei einer Überfunktion treten Hitze-intoleranz, erhöhte Reizbarkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Schlafstörungen, Durchfall und Gewichtsverlust auf. Bei Unterfunktion hingegen sind Kältegefühle, Müdigkeit, Depressionen, Verstopfung, trockene Haut, stumpfe Haare und eine Gewichtszunahme häufig zu beobachten. Papel betont: "In vielen Fällen ist es so, dass diese Veränderungen sich langsam entwickeln und am Anfang sehr unklar ist, wo die Beschwerden herkommen." Bei unspezifischen Herzbeschwerden kann es somit sinnvoll sein, die Schilddrüse zu kontrollieren. Das Webinar zum Nachschauen finden sie hier.
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