Reform der Bauordnungen gefordert
Gebäude in Österreich nicht geeignet für 40 Grad & mehr
- Die Bauordnungen passen nicht mehr zu den Rekordtemperaturen und müssten adaptiert werden.(Symbolbild)
- Foto: smuki/Smarterpix
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Die aktuellen Standards für Neubauten basieren auf Höchsttemperaturen, die längst überschritten werden. Bauphysiker Sieh fordert Änderungen bei den Bauordnungen.
ÖSTERREICH. Wie kann man bei Rekordtemperaturen von über 40 Grad leben? Der Bauphysiker Alexander Sieh von der Hochschule Campus Wien hält es für notwendig, dass schon bei Neubauten die Hitze mitgedacht wird. Er spricht sich für neue Bauordnungen und -normen aus.
Schutz vor Hitze im Sommer müsse genauso selbstverständlich sein wie Schutz vor Kälte im Winter, findet Sieh. „Wir diskutieren auch nicht, ob es die Menschen im Winter drei Wochen lang bei null Grad in der Wohnung aushalten müssen. Heizungen sind selbstverständlich.“
Bauordnungen veraltet
Der Experte für klimaangepasstes Bauen erklärt, dass die Bauordnungen veraltet sind. Als Grundlage würden die Außentemperaturen von 1981 bis 2000 dienen. Das heißt, für Wien werde ein maximaler Außenwert von 31,5 Grad angenommen. Dabei werden mittlerweile 40 Grad überschritten.
- Die Hitzegrenzwerte für Innenräume sind zu hoch. (Symbolbild)
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Für Innenräume liege der Hitzegrenzwert bei 30 Grad. Bis zu dieser Schwelle würden Gebäude als sommertauglich gelten. Dabei seien 30 Grad in der Wohnung nicht zumutbar, so Sieh. „Die Temperaturgrenze, bei der sich noch 90 Prozent der Menschen wohlfühlen, beträgt 26 Grad.“
Bauteilkühlung empfohlen
Er plädiert dafür, bei Neubauten von vornherein Kühlungen einzuplanen. Zum Beispiel die Bauteilaktivierung. Dabei zirkuliere kühles Wasser durch Rohrleitungen, die in Wänden oder Decken integriert sind. Die Bauteilkühlung würde aktuell aber nur selten eingebaut. Eine Klimaanlage wie ein im Nachhinein gekauftes Splitgerät sei ein Energiefresser und belaste das Klima zusätzlich.
Besonders wichtig findet Sieh die Kühlung in Spitälern. Wenn die Temperatur in Operationssälen nicht mehr auf die für Keimfreiheit erforderlichen 19 Grad heruntergekühlt werden könne, sei das fatal.
Auch Pflegeheime und Kindergärten müssten ausreichend gekühlt werden. Entweder diese Einrichtungen würden mit Klimageräten nachgerüstet oder im Neubau gleich mit aktiver Kühlung geplant, so der Bauphysiker.
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