Leserbriefe zum Thema: Die Wölfe sind zurück in Österreich - Teil 5

Leserbriefe zum Thema "Die Wölfe sind zurück in Österreich" - Teil 5
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Die Wölfe sind zurück in Österreich. Das sorgt nicht nur für Freude, wie wir in unserer Ausgabe vom 31. Jänner berichtet haben.

Vor allem Almbauern fürchten um ihre Tiere. Was aber tun?
Sollen Wölfe begrenzt zum Abschuss frei gegeben werden wie in der Slowakei? Oder sollen sie wie bisher ohne Wenn und Aber geschützt bleiben?

Dazu sind zahlreiche Leserbriefe bei uns eingelangt. Manche Leserinnen und Leser freuen sich über die Rückkehr der Wölfe, andere meinen, dass eine Regulierung notwendig sei.

Hier die Leserbriefe im Überblick:

Esel als Schutz

Hallo,
Ich habe den Bericht über den Zuzug von Wölfen und die damit einhergehenden Probleme der Almwirtschaft mit Interesse verfolgt. In der Schweiz wird dem Problem mit der Beistellung von Eseln zur Schafherde begegnet.
Diese schützen die Herde besser als Hirtenhunde und das rund um die Uhr!
Mit freundlichen Grüßen
Siegfried S.

Wolf hat bei uns keinen Platz

Sehr geehrter Herr Unterhuber,

ich verfolge seit Langem die diversen Meldungen und Stellungnahmen der Tierschützer usw. und Gegner.

Als bekennende Tierschützerin möchte ich folgende Überlegungen dazu übermitteln:

Natürlich ist der Wolf ein schönes Tier. Wenn man aber weiß, dass der Wolf ein riesiges, möglichst unbesiedeltes Gebiet für sich braucht, so muss man sagen, dass diese Bedingungen in unserem Land Tirol (und auch Österreich) nicht vorliegen. Ich bin der Meinung, dass er sich hier gar nicht wohlfühlt. Um zu überleben, wird er Schafe u.a. Weidetiere reißen, weil das am einfachsten für ihn ist. Dabei ist er mit einem Stück nicht zufrieden, da er von Natur aus darauf ausgerichtet ist, wenn die Möglichkeit da ist, dann zuzuschlagen, wie in einem Blutrausch. Nicht schön anzusehen für die Bauern und auf Dauer ein volkswirtschaflicher Schaden.

Eine andere Problematik hinweisen: Es wird immer wieder gesagt, dass ein Wolf für den Menschen nicht gefährlich ist. Das mag vielleicht für e i n e n Wolf gelten, nicht jedoch, wenn sich mehrere zusammentun zu einem Rudel, schließlich ist er ja ein Rudeltier, da genügen schon zwei.
Ich habe von Fällen gelesen, zB in Griechenland, wo eine Wandererin von einem Rudel umzingelt wurde, es gab kein Entkommen. Auch in Spanien, wo es etliche von ihnen gibt, aber noch mehr Platz für sie ist, machen die Wölfe vor den Menschen nicht Halt, wenn zB ein Kind in ihr Beuteschema passt ( 5-jähriges Kind, passiert in der Nähe einer Stadt). Bei uns ist jeder Wald, jeder Berg, jede Alm erschlossen, es sind tausende Menschen unterwegs (Wanderer, Pilzesammler, Tourengeher uam).

Ich möchte hier nicht den Wolf als Ungeheuer darstellen, aber er hat bei uns einfach keinen Platz mehr.
Warum wurde er vor einigen Jahrhunderten bei uns ausgerottet? Wohl nicht ohne Grund. Jedes Wildtier bei uns unterliegt einem Jagdplan, sogar die putzigen Murmeltiere werden gejagt (warum weiß keiner), der Fuchs kurzgehalten, die Auer- und Birkhähne, Rot- und Niederwild. Warum sollte der Wolf unter Naturschutz gestellt werden, wo er doch nicht geringe Schäden verursacht? Wenn er bei uns heimisch werden sollte, gehört er kurzgehalten.

Das sind so meine Überlegungen, ich glaube aber dass viele Leute so denken. Sollten Sie diese übernehmen wollen, so bitte ich Sie, meinen Namen nicht anzuführen. Danke für Ihr Verständnis.

Mit freundlichen Grüßen
G. Z.

Eine reale Gefahr

S.g. Herr Unterhuber

Ich bin der Meinung, Wölfe haben bei uns in Österreich, in freier Wildbahn von der Natur aus, zu wenig zum Überleben.
Es bleibt Ihnen gar nichts anderes übrig, als Schafe zu reissen.
Vor ein paar Jahren, waren schon mal Wölfe da und sie rissen vom Nachbar etliche Schafe, direkt vor unserer Haustür. Meine Kinder mussten an der Wiese vorbeigehen, bei den Schafen ,auf dem Weg zur Schule und daß war dann schon sehr beängstigend.
Was wenn sie derart Hunger haben und auch am Tag auf Jagd gehen.
Ich bin für Abschuß, wenn sie in der Nähe von Häusern auf Jagd gehen.
Eva S.

Eingrenzung nötig

Sehr geehrter Herr Unterhuber!

Erfahrungsgemäß neigen die Bestandszahlen jener Tierarten, welche nicht bejagt werde dürfen, (Bären, Wölfe, Biber, Fischotter, Krähen,...) dazu, auszuufern und damit zur Belastung für betroffene
Menschen und Tiere zu werden, welche nicht im Urwald oder in unbewohnten sibirischen Wäldern leben.
Es ist daher unbedingt nötig, die Bestände auf ein Maßeinzugrenzen, welches einer dicht bewohntenUmwelt angemessen ist.

Mit freundlichen Grüßen
Dkfm. Karl B.

Mehr zum Thema

>>Die Wölfe sind zurück in Österreich
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>>Leserbriefe Teil 1
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>>Leserbriefe Teil 4
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>>Leserbriefe Teil 7

Dürfen unser Eigentum nicht beschützen

Sehr geehrter Herr Unterhuber !

Am Schlimmsten bei dem ganzen leidigen Thema finde ich, dass es den Bauern nicht möglich ist, ihre Tiere zu schützen.
Auf zig-Hektar extrem steilen und felsigen Hängen weiden Schafe, Ziegen und auch Rinder in kleinen Gruppen, wie im
Paradies – sie haben sich das ja auch verdient nach einem langen Winter in den Ställen.
Und außerdem sind wir Bauern verpflichtet, unseren Tieren Auslauf zu gewähren .

Erstens ist es unmöglich, Tiere auf unseren Almen zusammen zu halten und sie dann jeden Tag von den Hängen herunterzuholen und in einen Zaun zu sperren, damit sie in der Nacht sicher sind.
Und da müssen sie ja auch bewacht werden – wir wissen von Rumänien , dass auch Herdenschutzhunde nicht die Lösung sind, da auch diese Hunde immer wieder von den Wölfen getötet werden .

Wie viele Herdenschutzhunde braucht man für eine Alm – und wie sollen die Kühe und Schafe und Ziegen diese Hunde
Akzeptieren und wer soll das bezahlen ?
Tirol ist ein Tourismusland und Herdenschutzhunde sind extrem aggressiv Fremden gegenüber und greifen auch an,
falls man sich ihrer Herde nähert. Wie soll denn das hier in Tirol , wo so viele Wanderer in den Bergen unterwegs sind, funktionieren ?
Ich finde es schlicht und einfach wahnsinnig dumm und naiv , diese Raubtiere , die unsere Vorfahren nach langem Kampf
ausgerottet hatten , ohne jede Gegenwehr auf unsere mit viel Liebe aufgezogenen Tiere loszulassen und diese zu billigem
Wolfsfutter zu machen.

Denn Wölfe reißen nicht nur so viele wie sie zum Überleben brauchen, nein – sie reißen alles , was sich bewegt – bis sich nichts mehr bewegt – deshalb sind auch immer so viele Schafe tot, wenn Wölfe im Spiel sind.
Das Traurige an der ganzen Sache ist , dass das niemals in die Öffentlichkeit kommt – der Wolf wird immer verniedlicht .

Der Wolf soll geschützt werden – koste es was es wolle – und wir Bauern sollen still sein und unsere Tier zerfleischen lassen.
Haben unsere Tiere kein Recht auf Tierschutz ?
Wir lieben unsere Tiere – es sind nicht „nur Nutztiere“! Und es sind Lebewesen – aber das wird leider vergessen !

Kann mir jemand einen triftigen und vernünftigen Grund sagen, wer in Gottes Namen einen Nutzen davon hat,
wenn sich Wölfe in unseren Wäldern herumtreiben und Gefahr für Mensch und Tier darstelllen ?
Jeder Mensch, der noch einen Funken gesunden Menschenverstand hat , lehnt die Wiederansiedlung der großen Beutegreifer
entschieden ab !!!
Unsere Vorfahren waren nicht dumm – sie wussten sich zu wehren !!!
Und sie haben ihre Tiere beschützt – mit Recht ! Leider darf heutzutage kein Bauer mehr sein Eigentum beschützen !

Marita K. aus Tirol

Wiederkehr von Wolf und Bär ? Eine unsinnige und unnötige Menschen-und Tierquälerei!

In einer relativ dicht besiedelten,mitteleuropäischen Kulturlandschaft wie der unseren, Großraubtiere, verharmlosend „Beutegreifer“ genannt, wieder heimisch zu machen, erfüllt den Tatbestand einer vollkommen realitätsfernen, mutwilligen und latenten Quälerei für Tier und Mensch .Hier wird unter dem Deckmantel eines absolut falsch verstandenen ,gefährlich idealisierten, einseitigen Tier-und Naturschutzes das schon lange nicht mehr „standortangepaßte“ Raubtier und nicht der bäuerliche Nutztierpartner bevorzugt geschützt. Aber auch Wölfe und Bären sind“arme Teufel“ die als lernfähige Kulturfolger sich ihre leichte Beute immer näher bei menschlichen Siedlungen suchen und so unweigerlich vom Jäger zum Gejagten werden.

Unsere Jäger und Heger haben schon seit langer Zeit höchst effizient und tierschonend mit gezielten Abschußplänen die Rolle der „Gesundheitspolizei des Waldes“übernommen und ersparen damit vielen Wildjungtieren, Schafen und Ziegen brutale
Raubtierübergriffe und die damit einhergehende ,grausame Tötung durch Hetzen und langsames Zerfleischen ihrer bedauernswerten Körper voll Schmerz und Todesangst.

Frankreich hat bis heute ein akutes „Wolfsproblem“ und schon im 19. Jahrhundert prägte ein dortiger Philosoph folgendes Sprichwort, welches man in übertragenem oder wortwörtlichen Sinne verstehen kann: „Mitleid mit den Wölfen, ist Umbarmherzigkeit gegenüber den Schafen!“

Gerhard M. aus der Steiermark

Die Wölfe kommen!

Wenn wir schon in naher Zukunft eine Präsenz von Wölfen in unserer Nähe haben werden, müssen wir uns schon jetzt Gedanken machen, wie wir Ihnen Grenzen setzen in der Bestandesgröße und in und den Lebensräumen. Im Klartext heißt das, der Wolf ist für uns Almbauern im Alpenbogen unerwünscht. Experten berichten, dass sich Wölfe alle drei Jahre verdoppeln.

In der Slowakei sind begrenzte Entnahme von 5 % bzw. 100 Tiere pro Jahr genehmigt. In der Schweiz, berichtet Landwirt Martin Keller, werden in Wolfsvorkommens- Gebieten zunehmend keine Schafe und Jungvieh gealpt. Die Herdenschutz –Zäune sind im unwegsamen und zerklüfteten Gebirge unzumutbar kostspielig und viel zu wenig effizient. Hirtenhunde haben bei Wind und kalten Wetter-Regen, in tiefschwarzer Nacht versagt, weil sie im Regenunterstand waren, und genau zu dieser Zeit haben die Wölfe zugeschlagen und 67 Schafe auf bestialische Art getötet. Herdenschutzzäune sind eine Illusion und eine Ausrede für Wolfsbefürworter, die nachts in einer warmen Stadtwohnung schlafen, und vom guten Wolf träumen. Ich selbst konnte Nachtfotos vom Wolf in der Glein b. Knd. sehen, wo der Wolf mühelos einen zwei Meter hohen Hühnergitterzaun überklettert. Ein andermal wurde ich Zeuge einer grausamen Attacke eines Schäferhundes ( Vorfahre war Wolf )auf ein Rehkitz. Dieses klagte herzzerreißend, weil ihm der Schäferhund bei lebendigem Leib ein Stück Fleisch heraus riss. Der Todeskampf bei fürchterlichen Schmerzen und lauten Klagelauten dauerte mehrere Minuten. Ich kann bis heute nicht diese fürchterlichen Klagelaute aus meinen Gehirn verbannen. Ich war durch einen hohen Zaun gehindert der qualvollen Tiertragödie ein Ende zu bereiten. Dass ein Wolf im Jahr hunderte mal so ein grässliches Tierleid vollbringt ist vorprogrammiert und lässt scheinbar die Tierschützer kalt, weil sie es ja nicht sehen. Einem Zeitungsbericht zufolge wurde einer Frau in Griechenland vor kurzen von einem Wolf bestialisch zerfleischt. Der Wolf ist ein intelligentes Fleisch –fressendes Raubtier. Wenn ihn jemand unbedingt sehen will, dann bietet sich dafür der Wildpark Mautern an. Von diesen sind übrigens in letzter Zeit schon zwei Wölfe ausgebrochen, trotz sorgsamer Zaun Errichtung und täglicher Kontrolle und Zaunwartung auf kleinem Areal. Ein gezieltes Wolfsmanagement, mit Entnahme des Zuwachses im Kulturraum unseres Alpenbogens ist unerlässlich, um großen Schaden und fürchterliches Tierleid abzuwenden. Als der vom Tierpark Mautern entkommene Wolf ein paar Wochen in der Glein war und Hühner tötete, trauten sich die Frauen im Ort nachts nicht mehr vor die Haustür und die Kinder trauten sich nicht mehr zum Schwammerlsuchen in den Wald. Warum brauchen wir überhaupt den Wolf?
Ök.Rat A. Hubmann

Wie schützt der Mensch sich vor Wölfen???

Ich höre und lese immer nur das sich Landwirte Sorgen um ihre Tiere machen wegen der immer größeren Wolfbestände in unseren Wäldern.
Was ist eigentlich mit den Menschen?

Wir im Waldviertel lebende sind in vielerlei Hinsicht eh schon benachteiligt gegenüber den Menschen in den Städten.
Ich möchte jetzt gar nicht aufzählen worin überall, denn dazu gibt es natürlich auch wieder Vorteile, die ich auf keinen Fall missen und eintauschen möchte.

Gerade die Nähe zum Wald, die gute Luft und die Ruhe einmal hervorgehoben.
Aber dass wiederum ist genau der Lebensraum des Wolfes.
Ich glaube schon dass sich junge Menschen in der Stadt keine großen Gedanken über den Wolf machen.
Ich aber, lebe in unmittelbarer Nähe zum Wald, bin soeben in Pension gegangen und habe jetzt auch endlich die Zeit um ausgedehnte Spaziergenge zu jeder Tageszeit wo ich Lust verspüre, zu unternähmen.

Ich möchte jetzt jeden Wanderweg und Waldweg erkunden und die Umgebung erforschen.
Ich liebe es zu zweit aber auch ganz alleine zu gehen und die Seele baumeln zu lassen.
Hatte auch vor Beeren und Pilze zu sammeln. Das habe ich mir immer gewünscht als ich noch fest im Berufsleben eingespannt war und dafür keine Zeit hatte.
Und jetzt höre ich immer öfter: " Du gehst alleine, fürchtest du dich nicht vor dem Wolf" oder
" geh bitte ja nicht mehr alleine durch den Wald"
Das macht einem schon Angst und verleidet einem die Freude an der Natur!

Und was ist mit den Kindern die doch so viel Bewegung in der frischen Luft machen sollten ?
Eltern und Großeltern haben da auch schon große Bedenken und trauen sich die Kinder nicht mehr alleine draußen spielen .
Kinder und ältere Menschen sind doch eine viel leichtere Beute als flinke Rehe oder Hirschen!
Es sind hier viele wunderschöne idülische alleinstehende Häuser die unmittelbar vom Wald umgeben sind.
Erst vor einigen Tagen hatte eine Freundin um ca. 18:30 eine Begegnung mit einem Wolf.

Etwa 400 m von ihrem Haus entfernt leif ein Wolf ihr über den Fahrweg als sie mit dem Auto unterwegs war.
Das ist ein Schreck den man nicht vergißt.
Warum kommt überhaupt ein Wolf so nahe zu den Häusern?
Wölfe gehören nicht in die Nähe von besiedeltem Gebiet!
Wie kann man diese Tiere von sich ferne halten?
Wie kann man sich schützen?

Wir sind nicht hinterwäldlich sondern von der Natur umgeben, aufgeschlossen und gesellige Menschen.
Aber was hilft mir das modernste Handy wenn ich einem hungrigen Wolf bei meinem Morgen-oder Abendspaziergang durch den Wald begegne.

Ich fühle mich dadurch schon sehr eingeschränkt und mit meiner Sorge alleine gelassen.

Anna E.

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