45 Versicherungsjahre
Zwei Drittel der Menschen könnten nicht in Pension gehen
- Ein Großteil der Menschen bekommt keine 45 Versicherungsjahre zusammen, so die Rechnung des Momentum Instituts.
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Wenn die Menschen in Österreich erst mit 45 Versicherungsjahren in den Ruhestand treten dürften, wäre das eine indirekte Anhebung des Pensionsantrittsalters, heißt es vom Momentum Institut.
ÖSTERREICH. Das Pensionssystem frisst jedes Jahr einen beachtlichen Teil des staatlichen Budgets auf. Laufend kommen Vorschläge von vielen Seiten, wie das System reformiert werden könnte. Zuletzt ist über eine Idee des Tiroler Landeshauptmanns Anton Mattle (ÖVP) diskutiert worden.
Mattle hatte gemeint, dass die Österreicherinnen und Österreicher erst nach 45 Versicherungsjahren in Pension gehen sollten. Das ökosoziale Momentum Institut hat ausgerechnet, was eine solche Regelung für die Bevölkerung bedeuten würde.
Zwei Drittel müssen weiterarbeiten
Das Ergebnis: Zwei Drittel der Menschen, die vergangenes Jahr in Pension gegangen sind, hätten das bei einer derartigen Reform nicht tun können. Sie hatten keine 45 Versicherungsjahre beisammen. Betroffen waren sowohl Männer als auch Frauen – allerdings in sehr unterschiedlichem Ausmaß.
- So sieht es aus, wenn man für den Pensionsantritt 45 Versicherungsjahre braucht.
- Foto: Momentum Institut
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Nur 46 Prozent der Männer hatten beim Pensionsantritt die notwendigen 45 Versicherungsjahre. Alle anderen hätten weiterarbeiten müssen, teils jahrelang. Acht Prozent der Männer hätten sogar mehr als 20 Jahre weiterarbeiten müssen.
Bei Frauen hatten nur 18 Prozent das Ziel erreicht. Fast ein Drittel hätte mindestens elf Jahre im Erwerbsleben bleiben müssen. Zwölf Prozent der Frauen hätten sogar über 20 zusätzliche Versicherungsjahre gebraucht.
Anhebung des Antrittsalters
"Den Pensionsantritt mit der Pflicht von 45 Versicherungsjahren zu verbinden, ist de facto eine Erhöhung des Pensionsantrittsalters“, sagt Nicolas Prinz vom Momentum Institut. Besonders bedenklich findet er, dass Menschen kurz vor der Pension die höchste Arbeitslosenquote aller Altersgruppen haben.
Seiner Ansicht nach sollte die Politik zuerst Unternehmen in die Pflicht nehmen, Jobs für Ältere zu schaffen und sie zu behalten – eventuell durch ein Bonus-Malus-System. Ohne vorherige Maßnahmen würden soziale Härten drohen, meint der Ökonom. Darüber hinaus sei ein Arbeitsleben bis ins Alter von 85 Jahren für die meisten utopisch.
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