Deutschlandsberg bis Florenz
Mit dem Rad von Österreich nach Italien

Da war die Hälfte schon fast geschafft: Im Gewitter radelten David und Sabrina Affortunati über die italienische Grenze.
  • Da war die Hälfte schon fast geschafft: Im Gewitter radelten David und Sabrina Affortunati über die italienische Grenze.
  • Foto: Affortunati
  • hochgeladen von Simon Michl

Man muss nicht nur sportlich topfit sein und einen eisernen Willen haben, sondern wohl auch die beiden Länder lieben, um das zu schaffen, was sich David und Sabrina Affortunati angetan haben: Die beiden Geschwister sind von Deutschlandsberg bis nach Florenz mit dem Rad gefahren – 690 Kilometer in nur fünf Tagen.

Rad statt Auto

Die beiden leben mit ihren Eltern und zwei weiteren Brüdern in Florenz. Den Sommer verbringt die Familie immer in Deutschlandsberg, der Heimat ihrer Mutter Irmgard. Meistens geht es mit dem Auto hin und her, manchmal mit dem Zug. Heuer haben David und Sabrina für den Weg zurück nach Italien etwas anderes gewählt: Zur Abwechslung sollte das Rad herhalten, für die zwei passionierten Sportler genau das richtige. Während Bruder Lucas beim Stainzer Schilcherlauf aufs oberste Stockerl lief, radelten die zwei älteren Geschwister bereits los in Richtung Slowenien – trotz Gewitter in der Nacht davor.

Radrennen in Slowenien

Auf dem steilen Radlpass wartete schon die erste Landesgrenze, der echte Anstieg lag aber noch weit weg. Unter Dauerregen war auch der Weg der ersten Etappe noch ein weiter, am Abend kamen die beiden in Laibach an. Von dort ging es am zweiten Tag mit etwas Sonne weiter. "Wir sind zufällig in ein Rennen geraten, die Fahrer genau die selbe Strecke gefahren, wie wir", erzählt Sabrina. "Daher haben wir uns bis Postojna der Gruppe angeschlossen." Nach einer Pause schlug das Wetter wieder um: Gewitter und Hagel bis zur italienischen Grenze, mit Sonnenscheinen kamen die beiden aber in Triest an.

Ohne Helm nach Venedig

Am Weg nach Venedig traten auf der Hälfte der Strecke dann die ersten Probleme auf: "Am Meer haben wir eine Pause gemacht. Beim Weiterfahren hab ich meinen Helm liegen gelassen und bin zurückgefahren, um ihn zu holen", erinnert sich Sabrina. "Der war aber nicht mehr da, jemand hatte ihn gestohlen." In der Zwischenzeit musste sich Bruder David um eine neue Unterkunft kümmern. "Wir hatten am Vortag ein 'Bed & Breakfast' gebucht und die Besitzerin hat uns kurz vor Venedig abgesagt", erzählt er. Als Entschädigung gab's aber ein wunderschönes Zimmer in Mestre.

Keine Apotheke in der Pampa

Mit einem neuen Helm ging's dann weiter nach Bologna durch die Pianura Padana, der riesigen Po-Ebene mit unzähligen Feldern. "Die werden auf immer nur geradeaus verlaufenden Straßen aber auch schnell ziemlich öd", sagt Sabrina, die sich dort nicht nur einen Sonnenbrand geholt hat, durch die kaputten Straßen hat sich auch ihr Knie entzündet. "In der Pampa haben wir lange keine Apotheke gefunden." Mit Voltaren und Paracetamol von einer Notdienstapotheke war dann auch der gewaltigste Anstieg zu schaffen.

Rauf und runter nach Florenz

Denn am letzten Tag ging es über die Apenninen: auf den Passo della Raticosa, 968 Meter über dem Meeresspiegel. Da musste das Rad schon auch mal geschoben werden, dafür wurden die beiden mit einer wunderbaren Aussicht belohnt. Danach über den Passo della Futa, einst Teil der Giro d'Italia, und nach Pratolino. "Dort hat uns mein Trainer schon erwartet, er ist sogar vor uns auf die Knie gegangen", lacht David. Danach ging es nur mehr bergab bis die toskanische Renaissancestadt Florenz wartete. "Es war eine wunderschöne Erfahrung und Reise", waren sich beide am Ende der fünf langen Tage einig.

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