Dieter Nuhr mit Österreich-Premiere
Gehobener Humor zu Gast in Graz

Jubiläum: Seit 30 Jahren ist der Kabarettist, Comedian, Moderator und Autor Dieter Nuhr auf den deutschsprachigen Bühnen zuhause.
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  • Foto: Martin Wiesner
  • hochgeladen von Christian Pendl

Zu seiner Österreich-Premiere von "Nuhr hier, nuhr heute" gastierte der deutsche Kabarettist und Moderator der TV-Show "Nuhr im Ersten" am vergangenen Sonntag in der ausverkauften Grazer Stadthalle. Der Humorkünstler, der mit diesem Programm auch sein 30-jähriges Bühnenjubiläum feiert, plauderte mit der WOCHE über Humor, Österreich und Wiener Schnitzel.

WOCHE: Oft wird den Deutschen und Österreichern attestiert, dass sie sich hinsichtlich des Humors unterscheiden. Ist davon auch bei Ihren Auftritten etwas zu spüren? Reagiert das jeweilige Publikum an bestimmten Stellen unterschiedlich?
Dieter Nuhr: Das bemerke ich nicht. Ich glaube, mein österreichisches Publikum spricht auf die Themen gleich an wie jenes in Deutschland – wahrscheinlich weil wir großteils dieselben Rahmenbedingungen und Probleme haben.

Wie groß ist Ihr Bezug zu Österreich? Waren sie schon einmal in Graz?
Ich bin zuvor schon einmal in Graz aufgetreten und durch Bekannte meiner Frau habe ich bestimmt schon vier oder fünf Jahre meines Lebens in Österreich verbracht. Ich liebe die österreichische Küche und die Berge. Typisch Steirisches habe ich noch nicht gegessen – aber dafür Wiener Schnitzel. Das darf ich in Graz wahrscheinlich nicht zu laut sagen (lacht).

Warum sind Humor und Lachen so heilsam?

Ich persönlich mag es nicht, wenn einem Menschen die – vermeintliche – Lösung aufdrängen wollen. Humor dagegen bietet eine entspannte Sicht auf Probleme.


Gelungenes Jubiläumsprogramm

Mit dieser entspannten Sicht auf die Dinge wanderte Nuhr mit dem Publikum eloquent, philosophisch und humorvoll durch den Emotions- und Faktendschungel unserer Gesellschaft, mit dem Ziel, jene Anhöhen zu erklimmen, die uns den Blick für mehr Wertschätzung und Dankbarkeit ermöglichen:

"Wir haben nicht einen Anflug an Wertschätzung für das, was die Welt für uns bereit hält",

formuliert es der Humorkünstler durchaus treffend. Er selbst habe einen Beruf, in dem einem viel Wertschätzung entgegengebracht werde, was in vielen anderen Berufen leider nicht so sehr der Fall sei. Oft werde übersehen, dass die Welt insgesamt, natürlich mit Rückschlägen, kontinuierlich immer besser geworden sei. Nuhr hat in diesem Zusammenhang auch den entsprechenden Humor mit Steiermark-Bezug parat:

"Früher gab es Klo im Treppenhaus, heute haben wir Internet in Eisenerz." 

Zudem zeigte er, dass Urologen-Witze und gehobener Humor keinen Widerspruch darstellen müssen und erklärte augenzwinkernd, dass er nur für die Benützung von Frauenparkplätzen das Geschlecht wechseln würde.

Dieter Nuhrs Jubiläumsprogramm ist eine gelungene "Humortherapie", mit der er zum Lachen und Entspannen einlädt und gesellschaftlichen wie auch politischen Oberflächlichkeiten mit durchdachten Pointen und Tiefgang begegnet:

"Wir brauchen auch für Worthülsen eine Emissionsbegrenzung!"

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