17.01.2018, 07:54 Uhr

Gottfried Pobatschnig vom Parkgebührenreferat meint: Eigene Anrainer-Parkplätze in der Altstadt sind nicht umsetzbar!

Referatsleiter Gottfried Pobatschnig hält eigene Anrainer-Parkplätze für nicht realisierbar. copyright by Foto Fischer, Herrengasse 7 ( Altstadtpassage ), 8010 Graz, Tel.: 0043/ 316/ 82 53 22, Fax DW4, Leonardo-ISDN DW 6, e-mail : (Foto: Stadt Graz/Fischer)

Parkgebührenreferat will keine Anrainer-Parkplätze einführen, Stadträtin Elke Kahr will eine Verbesserung.

Eigene für Anrainer und Zusteller reservierte Parkplätze in der Innenstadt forderte in der vergangenen WOCHE-Ausgabe Innenstadt-Anrainer Johann Zotter, da es aufgrund des Parkplatzmangels beinahe unmöglich sei, einen Parkplatz zu finden.
Gottfried Pobatschnig, Leiter des Parkgebührenreferats der Stadt Graz, erklärt für die WOCHE, ob die Wiedereinführung dieser Regelung, die 2012 vom Gemeinderat gekippt wurde, möglich wäre.

Unwirtschaftlich

"Eigene Anrainer-Parkplätze sind unwirtschaftlich und nicht zielführend", erklärt Pobatschnig, dass dies in der Innenstadt nicht realisierbar sei. "Solche Bewohner-Parkplätze wurden vom Verfassungsgerichtshof aufgehoben. Stattdessen wurde in der Straßenverkehrsverordnung die Ausnahmeregelung für Bewohner eingeführt", erläutert der Experte. Diese Regelung habe sich nun schon seit Jahren bewährt und funktioniere gut. "Anhand der verkauften Parktickets sieht man, dass diese Lösung eine gute ist."

Zumutbar

Man müsse laut Pobatschnig auch aus Rücksichtnahme auf die Wirtschaft darauf achten, dass Parkplätze für alle zur Verfügung stehen. "Wir können nicht die gesamte Altstadt über Ausnahmeregelungen zuparken", sagt der Referatsleiter. Ausnahmeregelungen gebe es etwa für die Nutzer der blauen und grünen Zone, Menschen mit Behinderung oder Halter von Elektrofahrzeugen. So wurden bisher allein für Elektrofahrzeuge 2.500 ausgestellt.
Man ist aber gerne bereit, mit der ARGE Parkraum Anregungen aufzugreifen und diese zu prüfen. Ergänzend führt Pobatschnig aus, dass regelmäßig Studien des Parkraumservice zur Parkplatzsuche durchgeführt werden. "Die Zeiten sind zumutbar und das Finden eines Stellplatzes ist durchaus möglich", stellt Pobatschnig fest.

Gesprächsbereit

Verkehrsstadträtin Elke Kahr meint dazu, dass sie dieses Thema ernst nehme und bereit sei, an einer Verbesserung mitzuwirken. Eigene Anrainer-Parkplätze sind aber auch für sie schwer erfüllbar. Jedoch soll mit Experten nach alternativen Maßnahmen gesucht werden, um den Parkdruck zu mindern. So wäre die Verlängerung der Gebührenpflicht in den Parkzonen oder die Verkürzung der Maximalparkdauer von derzeit drei Stunden für Kahr vorstellbar. Eventuell würde sich auch eine Flexibilisierung der zonenspezifischen Ausnahmeregelungen als sinnvoll herausstellen.
"Wir wollen an den moderaten Parkgebühren (258 Euro für zwei Jahre) festhalten und können uns nach eingehender Prüfung bei der Parkplatz-Verfügbarkeit da und dort ein Entgegenkommen vorstellen", lässt Kahr die Anrainer weiter hoffen.

WOCHE-WISSEN

Das Parken in der Grazer Innenstadt ist flächendeckend gebührenpflichtig. In der Blauen Zone ist das Parken auf maximal drei Stunden beschränkt und werktags sowie samstags gebührenpflichtig. Für 30 Minuten zahlt man 90 Cent. Ausnahmen gelten für Ladezonen, Park- und Halteverbote. Mit einem Gehbehinderten-Ausweis kann kostenfrei und ohne zeitliche Limits geparkt werden.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.