07.08.2017, 07:30 Uhr

KOMMENTAR: Ist vor der Wahl wieder nach der Wahl?

Können ÖVP und SPÖ noch miteinander? Ja! Zur Erinnerung siehe 2008 ("Es reicht") und 2013 ("Stillstand"). (Foto: Alexander Bartek)

So spannend die Frage nach dem Ausgang der Nationalratswahlen ist, so spannend ist die Frage, wie es nachher weitergeht. Eines ist klar: K. u. K. (Sebastian Kurz und Christian Kern oder umgekehrt) wird es sicher nicht spielen.

Verliert Kern den ersten Platz der SPÖ, muss er gehen. Ihm wird wahrscheinlich Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil folgen. Erringt Kurz nicht Platz eins, wird voraussichtlich Wirtschaftsminister Harald Mahrer die ÖVP-Scherben zusammenkehren.

Das Ergebnis lautet also: Kurz/Doskozil oder Kern/Mahrer. Aber können ÖVP und SPÖ noch miteinander? Ja! Zur Erinnerung siehe 2008 ("Es reicht") und 2013 ("Stillstand").

Und die FPÖ? HC Strache muss auf alle Fälle die 20,5 Prozent von 2013 übertreffen. Gelingt ihm das, ist es aber nur schwer vorstellbar, dass er unter Sebastian Kurz Vizekanzler sein will.

Spannend wird es überhaupt dann, wenn Kern und Strache verlieren. Heißen ihre Nachfolger Hans Peter Doskozil und Norbert Hofer, stehen zwei Burgenländer an der Spitze dieser Parteien.

Und welche Koalition der burgenländische Landeshauptmann Hans Niessl bevorzugt, ist ja bekannt. In diesem Fall könnte sich auch das Jahr 2000 wiederholen, als sich der Zweite mit dem Dritten zusammentat.

Selbst wenn also Kurz Erster wird, Kanzler ist er dann noch nicht. Und bei der SPÖ soll ja überhaupt die "Basis" über die Koalition abstimmen. Das hat jede Menge Sprengpotenzial. Gut möglich also, dass nach der Wahl vor der Wahl ist. Erfahrung haben wir da ja schon.

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