Umfrage zur Nationalratswahl: ÖVP vorn – Grüne hinter Pilz

Politik ist wie Fußball, laut Kristin Allwinger: "Wer die meisten Tore erzielt, gewinnt, und das Match dauert noch bis zum 15. Oktober“.
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  • Politik ist wie Fußball, laut Kristin Allwinger: "Wer die meisten Tore erzielt, gewinnt, und das Match dauert noch bis zum 15. Oktober“.
  • Foto: Arnold Burghardt/Sandra Kitting
  • hochgeladen von Linda Osusky

ÖSTERREICH. Ginge es am nächsten Sonntag zu den Urnen anlässlich der Nationalratswahl, gäbe es einen klaren Sieger: Die ÖVP unter Sebastian Kurz käme auf 32 Prozent der Stimmen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Exklusiv-Umfrage der Kommunikations- und Consultingfirma Akonsult zur Wahl am 15. Oktober im Auftrag der Regionalmedien Austria. Dahinter liegen bei dieser Umfrage die SPÖ und FPÖ mit je 25 Prozent. Die Liste Pilz kommt mit sieben Prozent noch vor den Grünen, die sechs Prozent erreichen. Die Neos bleiben unverändert bei fünf Prozent im Vergleich zur vergangenen Nationalratswahl. "Aus heutiger Sicht kann eine Dreier- oder Viererkoalition ausgeschlossen werden“, so die Analyse von Akonsult-Geschäftsführerin Kristin Allwinger.

Nationalratswahl, Umfrage, Wahl2017
Die ÖVP schafft aktuell den Sprung vom dritten Platz bei den Nationalratswahlen 2013 auf den ersten. (Foto: Kitting/Scherzer; Quelle: Umfrage Juli/August 2017)

Fußball und Kaffeetscherl

„Mit wem würden Sie gern auf einen Kaffee gehen?“ Diese Frage zielt laut Allwinger darauf ab, Interesse und Sympathie für einen Politiker auszuloten. Auch hier führt Kurz, gefolgt von Strache und Kern. Doch wird der Kurz-Hype bis zur Wahl anhalten? „Trotz Dauerbeschuss verfügt Sebastian Kurz über exzellente Imagewerte“, so die Akonsult-Chefin.

Nationalratswahl, Umfrage, Wahl2017
Auch beim Kaffeekränzchen sticht Sebastian Kurz die anderen Spitzenkandidaten aus. (Foto: Kitting/Scherzer)

Kurz-Effekt schlägt derzeit Kanzlerbonus

Der „Kurz-Effekt“ wirkt also, wie die Akonsult-Umfrage zur Sonntagsfrage zeigt. Der Kanzlerbonus hingegen scheint Christian Kern bisher kaum zu helfen: Seine SPÖ liegt deutlich hinter der Kurz-ÖVP. „Bisher war Bundeskanzler Kern eher in der Rolle des Herausforderers zu beobachten. Persönlich sehr angriffig gegenüber Außenminister Kurz und anderen ÖVP-Ministern und mit häufig wechselnden Themen“, so Allwinger weiter.

Der Richtige für Reformen

Was die Durchsetzung von Reformen angeht, hat auch hier der neue ÖVP-Chef die Nase vorn. Eine Mehrheit von 38 Prozent traut Kurz das zu, während es Kanzler Christian Kern von der SPÖ 25 Prozent zutrauen. 23 Prozent glauben, dass Heinz-Christian Strache der richtige Mann für Reformen ist.

Liste Pilz auf Überholspur

Die FPÖ könne mit wesentlich weniger Erfolgsdruck in den Wahlkampf gehen. Der Grünen-Abtrünnige Peter Pilz könnte sich laut den Umfrageergebnissen nicht nur über einen Parlamentseinzug seiner Liste freuen, sondern sogar die Grünen überholen. „Peter Pilz hat ad hoc viel Staub aufgewirbelt. Doch ist aus heutiger Sicht nicht absehbar, ob er diesen Mini-Hype über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten kann“, sagt Allwinger.

Nationalratswahl, Umfrage, Wahl2017
Bis zum Wahltag sind es noch zwei Monate. Fast jeder Fünfte ist noch unentschlossen, wo das Kreuzerl hinkommt. (Foto: Kitting/Scherzer)

Wahlkampf als Fußballmatch

Allwinger betont, dass Umfragen die derzeitige Stimmungslage in der Bevölkerung abbilden. „Politik ist wie Fußball: Wer die meisten Tore erzielt, gewinnt, und das Match dauert noch bis zum 15. Oktober“, so die Meinungsforscherin. Ein Drittel der Befragten weiß schon, wo es sein Kreuzerl macht. 41 Prozent gaben an, eine Tendenz zu haben. „Das deutet darauf hin, dass die Meinungen dabei sind, sich zu verfestigen. Es müsste schon etwas Grobes passieren, dass sich die Meinung hier noch ändert“, so Allwinger. Die große Unbekannte – die Unentschlossenen – ist das Zünglein an der Waage. Sie machen 18 Prozent aus.

Über die Umfrage: Es wurden österreichweit 603 Personen ab 16 Jahren zwischen dem 28. Juli und 4. August befragt. Schwankungsbreite ~ +/- 4%

Hinweis: In der Umfrage sind die Auswirkungen der Silberstein-Affäre nicht berücksichtigt.

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