"Impf-Talk"
Deutschfeistritzer Schüler im Gespräch mit dem Gesundheitsminister
- m Gespräch mit Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein: Matteo Pusterhofer (hinten r.) und Melanie Prietl (r.) von der PTS
- Foto: BMSGPK/Kirchmayer
- hochgeladen von Nina Schemmerl
Gesundheitsminister Mückstein lud zum Gespräch ein – zwei Deutschfeistritzer waren dabei.
Der Jugend steht die ganze Welt offen – doch Corona brachte sie zum Stillstand. "Generation Corona" oder "Die verlorene Generation" werden die aktuell 16- bis 25-Jährigen deshalb genannt. Eine wenig schmeichelhafte Bezeichnung, und dennoch hat sie die Pandemie hart getroffen: Lernen, feiern, Neues entdecken, sich ausprobieren oder einander kennenlernen funktionierte während der letzten 14 Monate, wenn überhaupt, nur auf Distanz.
Wie soll es weitergehen? Welche Rolle spielt die jüngere Generation bei der Bekämpfung dieser weltweiten Gesundheitskrise? Auf dem Badeschiff beim Schwedenplatz in Wien hat sich Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein diesen Fragen gestellt. Mit dabei waren Matteo Pusterhofer und Melanie Prietl von der Polytechnischen Schule Deutschfeistritz.
Mitmischen und mitreden
Herdenimmunität ist der Schlüssel, um die Corona-Pandemie zu bekämpfen. Die erfolgt entweder durch Infektion oder Impfung. In Österreich dürfen sich Jugendliche ab 14 Jahren eigenmächtig impfen lassen. Impfstoffe, Impfpflicht, mögliche Nebenwirkungen, positive Effekte, damit einhergehende Lockerungen und Co. waren die Themen, die den Jugendlichen beim Gespräch mit Mückstein unter den Nägeln brannten. Auch Schüler aus Deutschfeistritz haben Antworten bekommen. Schon im Rahmen des Projekts „Mitmischen“ des Landes Steiermark, wo sie mit Vertretern jeder Partei diskutieren konnten, zeigte sich das hohe Interesse und Engagement für politische Bildung. Dabei überzeugten sie derart, dass sie persönlich zum Gespräch mit dem Gesundheitsminister eingeladen wurden.
Impfung und Verschwörung
"Anfangs waren wir schon ein wenig nervös. Aber er war sehr sympathisch. Wir Jugendliche haben viel zurückstecken müssen. Es ist gut zu wissen, dass wir gehört werden. Wir haben euch, den Erwachsenen, viel zu sagen", sagt Matteo. Er wollte wissen, wie sich Maßnahmen und Lockerungen auf das Freizeitverhalten in den Ferien auswirken, seine Mitschülerin Melanie interessierte sich für Regelungen am Arbeitsplatz und damit verbunden die Zukunft der Lehre. Generell wurde über die Symptome einer Corona-Erkrankung, die Impfung und ihre Nebenwirkungen speziell bei Jugendlichen sowie eine allgemeine Impfpflicht, aber auch über Verschwörungstheorien und Hassnachrichten in sozialen Netzwerken geredet. Darüber hinaus, ob sich die impfbereite Jugend gegen den Willen der Eltern schützen lassen könnte, und über die Verantwortung sich selbst und den Mitmenschen gegenüber.
Zukunft in die Hand nehmen
"Das Gespräch ist ein Statement. Wir wollen mitreden", sagt Melanie selbstbewusst. Als "verlorene Generation" wollen sich die beiden nicht sehen. "Eigentlich ist nur die Zeit verloren gegangen. Wäre Corona nicht, dann wäre da ja so viel, was wir erleben. Es gibt wieder mehr Abwechslung seit den neuen Öffnungsschritten. Mir haben soziale Kontakte schon sehr gefehlt. Aber wichtig ist ja auch, was wir aus uns machen", so die angehende Restaurantfachfrau. Auch Matteo hat schon eine fixe Lehrstelle. Beide Schüler wollten seit März 2020 die Beine nicht stillhalten und haben Zusatzprogramme oder Schnuppertage genutzt, um ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Bei der Frage, ob sie sich selbst impfen lassen wollen, sind sie geteilter Meinung – und mit ihren jungen Jahren schon so erwachsen, die Meinung des anderen zu respektieren.
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