Nach Verkehrsgipfel: Graz denkt weiter an Metro und Seilbahn

Auch in Graz gibt es weiterhin Pläne für eine City-Gondel.
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Anrainergaragen, mehr Park-and-Ride-Flächen, autonome Shuttles: Graz will die Mobilitätswende.

Ein regelrechtes Who is Who an Verkehrsexperten war Anfang dieser Woche der Einladung der Wirtschaftskammer Steiermark (Regionalstelle Graz, Sparte Transport und Verkehr, Junge Wirtschaft) gefolgt, um im Rahmen einer großen Enquete über die Zukunft der Mobilität in Graz zu sprechen. Alle Beteiligten aus Politik, Technik und Wirtschaft waren sich nämlich schon zu Beginn einig, dass aufgrund eines immer größer werdenden Ballungsraumes in Kombination mit unerträglichen Staus und dem damit einhergehenden schädlichen CO2-Ausstoß gehandelt werden müsse.

Park-and-Ride wird forciert

Neue Mobilitätsformen als Chance sehen: Da waren sich Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl, WK-Steiermark-Präsident Josef Herk und WK-Graz-Regionalstellenobmann Paul Spitzer einig. Dass man auch Mut zu unkonventionellen Vorschlägen haben kann, bewies Unternehmer Werner Aschenbrenner. Er denkt im wahrsten Sinne des Wortes in die Tiefe und befürwortet unter anderem eine Mikro-U-Bahn ohne Zwischenhalte, die von multimodalen Knotenpunkten wie dem Ostbahnhof in Richtung Innenstadt fährt. "Man sollte sich außerdem die Nutzung von unterirdischen Rohrleitungen als ,Fast Lanes' für Menschen überlegen." Entwürfe für unterirdische Güter-Transportkapseln gebe es schließlich bereits. Einen Stock höher plädiert Aschenbrenner für den massiven Ausbau von Park-and-Ride-Anlagen außerhalb von Graz ("Am besten bei der HTL Kaindorf") sowie für autonome Verkehrslösungen für den letzten Kilometer in Richtung Zentrum. Alle diese Maßnahmen würden dazu führen, dass Parkflächen zu öffentlichen Räumen umgestaltet werden könnten.
Den Park-and-Ride-Ausbau im Umland will auch Wolfgang Feigl, Leiter der Abteilung für Verkehrsplanung, forcieren. "Es gilt, geeignete Standorte zu finden und dann auch in die Höhe zu bauen. Die Stadt muss sich außerdem beim Bau und Betrieb finanziell beteiligen."

Denken in anderen Ebenen

Innerstädtisch hält der Experte viel von unterirdischen Anrainer- und Quartiersgaragen, der damit gewonnene Lebensraum könne etwa den Fußgängern zur Verfügung gestellt werden. "Generell müssen wir auch an der Verknüpfung der einzelnen Mobilitätsangebote arbeiten." Der Steirische Zentralraum fungiert dabei heuer als Modellregion. Dazu erstellt die Stadt auch einen "Sustainable Urban Mobility Plan" für alle Verkehrsarten und Verknüpfungen. Über die Stadtgrenze hinaus denkt auch Wolfgang Malik, seines Zeichens Vorstandsvorsitzender der Holding Graz.
So sei eine Nord-Süd-Verbindung vom Schwarzlsee bis Weinzödl via Seilbahn längst kein Hirngespinst mehr. "Eine technische Machbarkeitsstudie liegt vor. Die Trasse an der Mur hätte auch Vorteile, schließlich ist der Fluss öffentlicher Grund, man müsste nichts ablösen." Parallel dazu werde derzeit geprüft, inwieweit die GKB-Trasse als unterirdische Ost-West-Verbindung für eine autonom fahrende Metro genutzt werden könnte (die WOCHE berichtete im Herbst). "Wir haben auf der Straße keinen Platz mehr und müssen an neue Mobilitätsebenen denken", so Malik. Ergebnisse werden in der zweiten Jahreshälfte erwartet.
Autonome Fahrzeuge sind überhaupt ein Stichwort: So soll einerseits ein derartiges Shuttle zwischen Flughafen und S-Bahn-Haltestelle verkehren, dazu wird derzeit im Rahmen des Projektes "GrazLog" ein nachhaltiges Güterlogistik-System für die "letzte Meile" auf die Beine gestellt.

Auch in Graz gibt es weiterhin Pläne für eine City-Gondel.
Geballte Verkehrs-Expertise am Podium: Die Enquete zur Mobilität der Zukunft in Graz verfolgten 400 Interessierte.
Autor:

Christoph Hofer aus Graz

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