WOCHE-Leser Alexander Walentin appelliert
Es braucht Kurzstrecken-Tickets für Grazer Öffis!

Alexander Walentin fordert günstigere Kurzstreckentickets für die Grazer Öffis.
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Drei Haltestellen für 50 Cent: Alexander Walentin fordert ein Kurzstreckenticket für Bus und Bim in Graz.

2,40 Euro für eine Stundenkarte, auch wenn man nur drei Haltestellen fährt und zudem vielleicht nicht innerhalb einer Stunde den Heimweg antreten und so die Stunde nicht ausnutzen kann: Ziemlich viel Geld für wenig Fahrt in den Öffentlichen Verkehrsmitteln in Graz, findet Alexander Walentin. Der WOCHE-Leser fordert die Einführung von Kurzstreckentickets und führt aus, welche positiven Aspekte dieses Format mit sich bringen würde.

Öffis müssen erste Wahl sein

Eine junge Mutter, die mit Kind und Kegel eventuell nur eine oder zwei Haltestellen mit dem Bus fährt, oder ein Fahrgast, der von seinem Büro in Hauptplatz-Nähe mit dem Zug vom Hauptbahnhof wegfährt, sind nur zwei Beispiele, in denen laut Walentin die betroffenen Personen von Kurzstreckentickets profitieren würden. "2,40 Euro ist für viele Grazer, die nur wenige Haltestellen fahren wollen, abschreckend. Sie erachten den Fahrscheinpreis als zu hoch und entscheiden sich lieber für das Auto als für die Öffis", erklärt der IT-Experte, wieso es dieses zusätzliche Angebot braucht, um noch mehr Menschen für den Öffentlichen Verkehr zu gewinnen.

Wenig Strecke, wenig Geld

Für "Stammgäste" sei natürlich eine Jahreskarte die attraktivste Lösung, aber es gäbe immerhin sehr viele Menschen, die Bus und Bim öfter nutzen würden, wenn die Preisgestaltung eine andere wäre.
"Ich bin mir sicher, dass die Holding Graz dadurch auch mehr Fahrgäste generieren würde, da die Öffis mit dieser Lösung für viele zur klaren Nummer eins werden würden", sagt Walentin und führt aus, wie gut die öffentliche Anbindung in Wien funktioniere und wie exzellent sie angenommen werde. Walentin schwebt ein Preis von 50 Cent für drei Haltestellen vor: "Mit diesem Preis komme ich etwa vom Kunsthaus zum Hauptbahnhof." Für Walentin ist klar, dass das Kurzstreckenticket erst ab dem Ende der Altstadtbim-Zone, in der ohnehin gratis gefahren wird, anfangen soll. "Ich bin kein Preisexperte, aber ein Ticket in der Größenordnung fehlt als Ergänzungsangebot ganz klar", betont der Öffi-Vielfahrer. Er hört diesen Wunsch schon seit mehreren Jahren und von vielen Seiten.

Angemessenheit fehlt

Walentin geht es dabei nicht vorwiegend um Fahrgäste, die von der Innenstadt ein paar Haltestellen fahren, sondern vielmehr um die Bürger in den Bezirken, die auf die Öffis zurückgreifen würden, wenn diese günstiger wären. "Eine ältere Dame setzt sich mit ihren Einkäufen eher für 50 Cent als für 2,40 Euro in den Bus, um drei Haltestellen zu fahren", hält er abschließend fest.

WOCHE-WISSEN

Wie jedes Jahr werden auch heuer die Tarife der Holding Graz Linien erhöht. Ab 1. Juli kostet das Stundenticket 2,50 Euro, die 24-Stunden-Karte bekommt man für 5,50 Euro. Für die Wochenkarte zahlt man dann 15,20 Euro, einen Monat lang fährt man um 50,90 Euro. Die Halbjahreskarte kostet 260 Euro, die Jahreskarte 456 Euro. Fahrgäste mit Hauptwohnsitz in Graz bekommen diese für 281 Euro.

SPÖ Graz forderte Kurzstreckenticket

SPÖ-Graz-Chef Michael Ehmann bemühte sich um günstigere Tickets.

Bereits im Dezember 2017 stellte SPÖ-Graz-Klubvorsitzender Michael Ehmann die Anfrage an den Bürgermeister, die Einführung von Kurzstreckentickets sowie eine Ausweitung der Altstadtbim zu forcieren. "Die Menschen überlegen sich zweimal, ob sie drei, vier Stationen zum Arzt, zur Apotheke oder zum Nahversorger mit den Öffis fahren sollen oder das Auto nehmen", begründete Ehmann seine Anfrage. Ihm schwebte ein Ticket um beispielsweise 50 bis 80 Cent für maximal vier Stationen vor. Zudem forderte er die Ausweitung der Altstadtbim bis zum Roseggerhaus. "Diese Haltestelle ist kein unwesentlicher Verkehrsknoten", argumentierte er. Die Holding Graz konterte diesem Vorhaben, dass sich die Ausweitung der Altstadtbim für die Graz Linien aus wirtschaftlicher Sicht nicht rentieren würde. Laut Graz Linien lässt die rechtliche Situation einen Alleingang bei der Tarifgestaltung nicht zu. Änderungen, wie etwa für Kurzstreckentickets, müssten von der Arbeitsgruppe der steirischen Verkehrsunternehmen beschlossen werden. Neben Umsatzeinbußen würden Kurzstreckentickets die Kontrollen maßgeblich erschweren bis undurchführbar machen.

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