Murau/Murtal
Verwirrspiele in der Quarantäne

Murtaler müssen zum Corona-Drive-in nach Bruck fahren.
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  • Murtaler müssen zum Corona-Drive-in nach Bruck fahren.
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Corona-Rekordwerte in der Region sorgen für turbulente Ereignisse bei Betroffenen. Mitarbeiter der Behörde werden teils beschimpft.

MURAU/MURTAL. Mit 1.750 aktiv Infizierten wurde in der Vorwoche ein neuer Höchststand in der Region erreicht. Anfang dieser Woche waren die Zahlen wieder etwas niedriger. Die 7-Tage-Inzidenz im Murtal lag mit über 1.000 trotzdem landesweit am höchsten, Murau hatte am Montag mit 666 dagegen einen der niedrigsten Werte des Landes (Übersicht).

"Am Limit unterwegs"

In den Bezirkshauptmannschaften hofft man jetzt, dass der Lockdown Wirkung zeigt und die Zahlen nachhaltig zurückgehen, denn bei der Kontaktverfolgung stoße man seit Längerem an Grenzen. "Wir sind am Limit unterwegs, fast alle Mitarbeiter sind schon dafür eingeteilt. Leider bleiben dafür andere Dinge liegen", berichtet Bezirkshauptmann Florian Waldner. Ähnlich sieht es im Bezirk Murtal aus: "Meine Mitarbeiter arbeiten auch am Wochenende durch - für diese Bereitschaft bin ich sehr dankbar", sagt Bezirkshauptmann-Stellvertreter Peter Plöbst.

BH-Vize Peter Plöbst: Mitarbeiter sind auch am Wochenende im Einsatz.
  • BH-Vize Peter Plöbst: Mitarbeiter sind auch am Wochenende im Einsatz.
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Unterschiedliche Dauer

Trotz dieses Einsatzes kommt es für von Corona betroffene Personen immer öfters zu Verwirrspielen in der Quarantäne. Eine junge Murtalerin (Name der Redaktion bekannt) berichtet etwa, dass sie bereits zwei Tage nach dem positiven Selbsttest einen Absonderungsbescheid in Händen hielt, während eine betroffene Familie aus dem Bezirk nach zwei Wochen immer noch darauf wartet. Davon betroffen ist auch der achtjährige Sohn, der mehrere Woche in Quarantäne verbringen muss - erst als Kontaktperson der Eltern und danach als positiv Getesteter. "Das heißt: Keine Volksschule, keine sozialen Kontakte - für Kinder ist so etwas schlimm", erklärt die Mutter.

Kein Drive-in

Zudem sorgen die behördlichen PCR-Tests immer wieder für Ärger: Murtaler müssen dafür nach Bruck an der Mur fahren, da der Drive-in in Zeltweg geschlossen wurde. "Wenn man keine Symptome hat, ist das ja noch möglich. Aber wenn man etwa kleine Kinder zuhause hat oder gar krank ist, ist es einfach unzumutbar", sagt die betroffene Murtalerin. Freilich kann in so einem Fall der Test vom Roten Kreuz auch vor Ort durchgeführt werden. "Wir kennen das Problem und kämpfen schon länger für eine neue Lösung im Murtal", erklärt Peter Plöbst. "Allerdings sind auch die Kapazitäten des Roten Kreuzes überlastet und dieses Personal braucht man für die Testungen."

BH Florian Waldner: "Leider werden immer wieder Mitarbeiter beschimpft."
  • BH Florian Waldner: "Leider werden immer wieder Mitarbeiter beschimpft."
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"Wäre unzumutbar"

In Murau sind die behördlichen Tests bei einem eigenen Drive-in des Roten Kreuzes dagegen möglich. "Gott sei Dank haben wir dieses Angebot. Aus unserem Bezirk wäre es unzumutbar, soweit zu fahren", sagt Florian Waldner. Für das Personal am Gesundheitstelefon, bei Drive-ins und in der Behörde haben die betroffenen Murtaler übrigens viel Lob übrig: "Wenn man jemanden erreicht, dann sind alle immer sehr freundlich und kompetent", lautet der Tenor.

Mitarbeiter beschimpft

Trotzdem bleiben auch dabei unschöne Erfahrungen nicht aus: "Die Belastung für die Mitarbeiter ist enorm, es gibt sehr viele Anrufe, die gar nicht in unseren Bereich fallen", sagt Waldner. "Und dann kommt es auch noch vor, dass unsere Mitarbeiter beschimpft werden ..."

Info

Wer ist wofür zuständig?
Behörde: Die Bezirkshauptmannschaft bitte nur bei Fragen zu Quarantäne, Bescheiden und Contact Tracing kontaktieren.
AGES: Allgemeine Fragen zum Coronavirus, Rechten und Pflichten bitte an die Ages (0800/555 621).
Land: Fragen zu Impftermin und -anmeldung werden auf www.impfen.steiermark.at geklärt.
Testergebnis: Hotline unter 0316/877 67 00.
Contact Tracing Taskforce unter 0720/50 6000 hilft bei Problemen mit dem SMS.


Entwicklung der Coronafälle in den Gemeinden
Deshalb gibt es in Murau und Schladming weniger freie Impftage

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