Mentale Gesundheit
50 Prozent der Frauen leiden unter Dauerstress
- Mehr als die Hälfte der betroffenen Frauen leidet unter innerer Unruhe, Nervosität und Anspannung als Folge der psychischen Dauerbelastung.
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Fast jede zweite Frau in Österreich kämpft mit starker psychischer Belastung. Das zeigt eine aktuelle Umfrage von Pure Encapsulations gemeinsam mit dem unabhängigen Forschungsinstitut TQS, die anlässlich des Tags der psychischen Gesundheit am 10. Oktober in Wien präsentiert wurde. Drei von vier Frauen bezeichnen psychischen Stress grundsätzlich als Thema in ihrem Leben.
ÖSTERREICH. Etwas mehr als die Hälfte der befragten Frauen leidet unter innerer Unruhe, Nervosität und Anspannung. 43 Prozent führen Gereiztheit und Stimmungsschwankungen auf die psychische Last zurück. Gut ein Drittel klagt über körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Verdauungsprobleme. Ebenso viele Frauen fühlen sich häufig motivationslos oder haben Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren.
Schlafmangel und familiäre Verpflichtungen
Als Hauptgründe für die psychische Belastung nennen die Befragten vor allem Schlafmangel und Erschöpfung, die 45 Prozent zu schaffen machen. Ebenso viele Frauen leiden unter familiären Verpflichtungen und sozialen Erwartungen. 40 Prozent geben an, dass ihnen die Zeit für sich selbst fehlt. Interessanterweise spielen berufliche oder akademische Anforderungen mit nur 19 Prozent eine deutlich geringere Rolle als Stressfaktoren. Zusätzlich wird von 36 Prozent die digitale Reizüberflutung als belastender Faktor genannt.
- Frauen setzen ein starkes Zeichen gegen Schoenheitsdruck und Ageismus in der Wiener Innenstadt.
- Foto: Pure Encapsulations_Sabine Sattlegger
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Frauen zwischen 25 und 54 besonders betroffen
Die Belastung ist nicht gleichmäßig über alle Altersgruppen verteilt. Besonders stark trifft es Frauen in der Lebensmitte, wenn mehrere Verantwortlichkeiten parallel getragen und selten aufgeteilt werden. In der Gruppe der 25- bis 34-Jährigen fühlen sich 62 Prozent stark betroffen. Bei den 35- bis 44-Jährigen sind es 59 Prozent, und in der Altersgruppe der 45- bis 54-Jährigen erreicht die Belastung mit 64 Prozent ihren Höhepunkt.
Ab 55 Jahren nimmt die psychische Belastung deutlich ab. Bei den 55- bis 64-Jährigen liegt der Wert bei 33 Prozent, bei den 65- bis 75-Jährigen nur noch bei 15 Prozent. In der ältesten Gruppe geben besonders viele Frauen an, gar keine Belastung zu verspüren – rund 45 Prozent. In der jüngsten Gruppe hingegen werden Symptome wie innere Unruhe besonders häufig genannt, etwa von rund 70 Prozent der Befragten.
- Tina Werner, Mari Lang, Barbara Schrammel präsentieren die neuen Umfrageergebnisse zur psychischen Gesundheit von Frauen
- Foto: Pure Encapsulations_Sabine Sattlegger
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Barbara Schrammel, Sozialpädagogin, Psychotherapeutin und Vorstandsfrau bei Frauen beraten Frauen, analysiert die Ursachen deutlich. Psychische Belastung entstehe, wenn Care- und Organisationsarbeit ungleich verteilt sind und Erwartungen an permanente Verfügbarkeit den Alltag bestimmen. Sie plädiert für eine faire Aufteilung von Verantwortung in Familien und Partnerschaften, verlässliche und leistbare Betreuung, Arbeitszeiten, die Erholung zulassen, sowie klare Grenzen im digitalen Alltag.
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