Fauna ächzt unter Hitze
Hohe Temperaturen gefährden Lebensraum alpiner Wildtiere
- Die anhaltende Hitze setzt alpinen Wildtieren wie dem Murmeltier stark zu.
- Foto: OndrejProsicky/Smarterpix
- hochgeladen von Kevin Chi
Steigende Temperaturen und anhaltende Trockenheit setzen nicht nur den Menschen zu, auch Wildtiere im Alpenraum leiden an der Hitze. Besonders kälteangepasste Arten können dieser kaum noch ausweichen, warnt Experte Florian Kunz von der BOKU Wien.
ÖSTERREICH. Die anhaltende Hitze und Trockenheit wirken sich besonders negativ auf die an Kälte angepassten Wildtiere im Alpenraum aus. Viele Arten verändern deshalb ihr Verhalten und schränken ihre Aktivität ein.
Murmeltiere suchen etwa auf frei liegenden Felsen Abkühlung. "Das ist kein Sonnenbaden, wie man es sich landläufig erwarten würde, sondern eigentlich ein Kältebaden." Dabei geben die Tiere überschüssige Körperwärme an den kühleren Stein ab, erklärte Wildtierexperte Florian Kunz gegenüber der APA
"Ganz besonders betroffen sind die alpinen Arten", so Kunz. Kälteangepasste Tiere wie Birk- und Schneehühner, Gämse, Steinböcke und Murmeltiere können kaum in höhere Lagen ausweichen. "Sie sind solchen Extremereignissen mehr oder weniger ausgeliefert, weil sie nicht mehr weiter nach oben ausweichen können", sagte der Forscher: "Dort existieren zum Beispiel keine alpinen Rasen mehr für Murmeltiere."
Routine von Murmeltieren empfindlich gestört
Murmeltiere verbringen deshalb mehr Zeit in ihren Bauten. "Das bedeutet, dass sie weniger Zeit zur Nahrungsaufnahme und Reproduktion haben, sowie ihre Revierhierarchie auszumachen", sagt der Wildtierexperte. Gämse nutzen Schneefelder oder suchen Quellen im Wald auf, während Steinböcke in schattige Schluchten ausweichen. Feuersalamander werden zunehmend erst nachts aktiv. "Man hat deshalb die Möglichkeit, sie vermehrt in kühlen und feuchten Kellergewölben zu entdecken", so Kunz.
- Kälteangepasste Tiere wie Gämse können kaum in höhere Lagen ausweichen.
- Foto: VeronikaSuranova/Smarterpix
- hochgeladen von Kevin Chi
Die Dürre beeinträchtigt zudem Menge und Nährstoffgehalt der Pflanzen. Das trifft Pflanzenfresser ebenso wie Jungvögel, deren Eltern weniger Futter finden.
Auch Beutegreifer müssen sich umstellen. Rehe verlagern ihre Aktivität stärker in die Nacht oder halten sich länger an Wasserstellen auf. "Als gut angepasster Dämmerungsjäger wird es für ihn auch in der Nacht schwieriger, seine Beute zu erwischen, weil er dann weniger gut sieht."
Das könnte dich ebenfalls interessieren:
Aktuelle Nachrichten aus Österreich auf
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.