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"Drei Grazien" als antike Venusfiguren

Die "Drei Grazien" entfalten zu jeder Tageszeit ihre glänzende und zugleich unruhige Oberfläche in neuem Licht.
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  • Die "Drei Grazien" entfalten zu jeder Tageszeit ihre glänzende und zugleich unruhige Oberfläche in neuem Licht.
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  • hochgeladen von Susanne Veronik

Selten hat die Gestaltung eines Kreisverkehres so polarisiert, wie jene beim Kreisverkehr in Wies: Die "Drei Grazien" gefallen, oder gefallen nicht. Manchen wurde da zu viel Geld in die Hand genommen, andere kritisieren, dass nicht ein einheimisches sondern ein holländisches Künstlerkollektiv zum Zug gekommen ist. Viele haben aber auch einfach keinen Sinn für moderne Kunst. Vielleicht hilft da eine inhaltliche Bechreibung der "Drei Grazien", die uns das Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark somit liefert.

WIES. Seit 11. Oktober ziert ein zeitgenössisches Kunstwerk des international renommierten Ateliers Van Lieshout den Kreisverkehr Wies. Enthüllt wurden die Skulpturen in Anwesenheit von Bgm. Josef Waltl, dem Künstler Joep van Lieshout, Elisabeth Fiedler (Leiterin des Instituts für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark), der Abgeordneten zum Nationalrat Daniela List, Vizepräsident des Bundesrates Hubert Koller sowie über 300 Interessierten. Vorausgegangen war der Errichtung ein geladener Wettbewerb mit einer international besetzten Jury. Bezugnehmend auf die Region – „ohne den fünften Kürbis und die 21. Weintraube“ zu zeigen, so Bürgermeister Waltl – will das Kunstwerk "Drei Grazien" auf die lokale Geschichte zwischen vorgeschichtlicher Kultstätte und modernem Berg- und Weinbau hinweisen.

Hier geht's zum Eröffnungs-Beitrag:

Die „Drei Grazien“ sind am Kreisverkehr gelandet

Zur Bedeutung der "Drei Grazien"

In einer Beschreibung aus dem Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark wird die Bedeutungstiefe dieser Installation erklärt:

"Mit ihrer Größe von 4,5 Metern scheinen die drei mythischen Figuren wie aus der Tiefe emporgestiegen. In der Formgebung erinnern sie an antike Venusfiguren. Dabei wird die Idee der drei Grazien, denen unvergleichliche Schönheit, Kreativität und Großzügigkeit zugeschrieben wird, voluminös und gleichzeitig sensibel umgesetzt. Nach eingehender Beschäftigung des Ateliers Van Lieshout mit der spezifischen Geschichte und Bedeutung der Marktgemeinde Wies wurde mit den Skulpturen eine einzigartige Setzung geschaffen. Optisch verweisen die "Drei Grazien" einerseits auf vorgeschichtliche Formensprache und andererseits auf die Innovationskraft und zukunftsorientierte Haltung der Region. Mythen treffen hier in der Gegenwart auf Zukunftserwartungen, Vorstellungen und Träume. Die Figuren, die aus jeder Perspektive anders zu entdecken sind, bieten immer neue Sichtweisen. Ebenso verdeutlichen sie ständige Bewegung bei gleichzeitiger Ruhe – ähnlich wie ein Kreisverkehr. Vorbeifahrende sollen zu weiteren Geschichten über Gemeinschaft, Stärke, Kommunikation, Einfühlungsvermögen, Aufbruch, Aufeinandertreffen und Zusammenkunft angeregt werden."

Das Atelier Van Lieshout

Gegründet vom Bildhauer Joep van Lieshout im Jahr 1995, bewegt sich das interdisziplinär arbeitende Atelier aus den Niederlanden zwischen Skulptur, Architektur und Installation. Thematisch spielen Themen wie Gesellschaft, Zusammenleben, Körper, Kreisläufe, Industrie und Handwerk sowie die Ursprünge unserer Kultur bei Atelier Van Lieshout immer eine Rolle. Weitere Werke des Künstlers finden sich u. a. auch im öffentlichen Raum in Amsterdam (NL), Bangor (GB), Berlin (D), Christchurch (NZ), Indianapolis (USA), Miami (USA) und Rotterdam (NL).

Ein Vergleich mit St. Johann im Saggautal

Auch der Kreisverkehr in St. Johann im Saggautal, der vor mehr als zehn Jahren an der L658/L604 eingerichtet worden ist, war damals ein Kritikpunkt. Hier hat der international anerkannte Künstler Gerald Brettschuh seine Läuferinnen vebenfalls in die Dynamik des Kreisverkehrs eingepasst und somit diese Installation zum Tor in den Naturpark Südsteiermark gemacht.

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