15 Jahre RegionalMedien
Von (fast) fertig bis nie realisiert: Der Bezirk Deutschlandsberg seit 2009
- Seit 2009 ist am Ostportal des Koralmtunnels auf steirischer Seite gearbeitet worden.
- Foto: NearEMPTiness, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
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Bauprojekte hat es viele gegeben: So hat sich der Bezirk Deutschlandsberg in den letzten 15 Jahren verändert.
BEZIRK DEUTSCHLANDSBERG. Anfang 2009 gab es noch Gerüchte – auch nicht die letzten – über eine Verzögerung der Koralmbahn. Da war aber auch noch von einer Fertigstellung 2018 die Rede. Im Herbst dann die Hiobsbotschaft:
- Eine Woche-Ausgabe aus dem Oktober 2009
- Foto: RegionalMedien Steiermark
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Aus geologischen Gründen hieß es, glauben wollten das nicht alle. Einige Politiker machten sich auch Sorgen über fehlendes Geld. Tatsächlich haben sich die Gesamtkosten bis heute um eine Milliarde Euro erhöht. Später hat sich die Fertigstellung auf 2023, dann auf 2025 verzögert.
Jedenfalls fiel 2009 der Spatenstich für das Ostportal in Frauental – die erste Bohrung in den Tunnel hinein.
- Ein Blick in die Koralmbahn-Baustelle 2009 in Frauental
- Foto: RegionalMedien Steiermark
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Die ersten neuen Brücken über die Bahnstrecke in Zeierling und Gussendorf wurden gebaut, dort wurde die Laßnitz künstlich verlegt und neu bepflanzt.
- Die Verlegung der Laßnitz in Gussendorf entlang der Koralmbahn
- Foto: ÖBB
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Auch die Anbindung der GKB an die Koralmbahn wurde im selben Jahr fixiert.
Lange Wartezeit
Verkehrsprojekte brauchen halt mal länger, bis sie ans Ziel kommen: Schon vor 15 Jahren war die L601 neu von Deutschlandsberg bis Hengsberg ein Dauerthema, genauso wie ein Autobahnanschluss in Hengsberg – realisiert wurde bislang nur Zweiteres. Allerdings auch nicht 2012, wie ursprünglich geplant, sondern erst 2018.
- Das war Ende 2009 – bis heute das einzige Stück der L601 neu.
- Foto: RegionalMedien Steiermark
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Fraglich, ob man bei der L601 neu noch viel Geduld haben sollte: 2009 wurde ein erster durchgängiger Plan von der A9 bis zur B76 in Deutschlandsberg präsentiert und der bislang einzige Abschnitt (die Zufahrt zum Bahnhof Wettmannstätten) tatsächlich für den Verkehr freigegeben.
Auch das BSZ wartet noch immer
Schon in den Jahren 2009 und 2010 hätte das Bundesschulzentrum Deutschlandsberg saniert werden sollen, gescheitert ist es wohl am lieben Geld. Denn Planungen hatte es schon gegeben, im Bundesschul-Investitionsplan war von einer Fertigstellung 2017 zu lesen. Nun soll es eine Generalsanierung geben, aktuellste Pläne gehen vom Baustart 2025/26 aus.
- Eine Archivaufnahme: Das Bundesschulzentrum Deutschlandsberg gehört schon seit Jahren saniert.
- Foto: Simon Michl
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Mittlerweile sind ja auch eine Unterstufe und die HTL-BULME im BSZ untergebracht. Die war zu Beginn noch im Postgebäude in der Innenstadt – 2009 haben die ersten elf Schülerinnen und Schüler dort maturiert.
- Anfang 2009 drehte der Bund Geld fürs BSZ ab, obwohl Pläne da waren.
- Foto: RegionalMedien Steiermark
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Apropos Post: Die „drohte“ 2009 mit Filialschließungen, in Frauental oder St. Stefan/St. wurde dagegen protestiert. Geholfen hat's nicht: Mittlerweile gibt es nur mehr eine Filiale in Deutschlandsberg sowie 18 Postpartner im Bezirk.
Langes Tauziehen um Schwarze Sulm
Gegen Kraftwerke wurde auch 2009 schon protestiert: nämlich auf Kärntner Seite gegen den Ausbau des Stausees Soboth zu einem Pumpspeicher. Dieser wurde bis 2011 realisiert. Geplante Kraftwerke gehen aber nie so richtig weg: Frag nach bei der Schwarzen Sulm, wo es bereits 2009 einen ersten negativen Bescheid gab.
Wo haben sich die Ortszentren verändert?
Auch Ortskerne haben sich über die Jahre verändert: In Eibiswald wurde 2009 der Kirchplatz als neues Ortszentrum völlig umgestaltet, in Wies der Marktplatz und die Ortsdurchfahrt neu gestaltet.
- Das Wieser Ortszentrum wurde 2009 komplett erneuert.
- Foto: Simon Michl
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Der Hauptplatz in Stainz folgte einige Jahre darauf, jener in Deutschlandsberg schaut im Wesentlichen noch gleich aus.
- Ein Bild vom Deutschlandsberger Hauptplatz aus dem Jahr 2011
- Foto: Josef Moser, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
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Über Initiativen, Projekte und Modelle, um das Stadtzentrum zu beleben, hat die "Woche" auch 2009 schon berichtet. Ein deutscher Stadtmarketingexperte kritisierte damals, dass es zu wenig Geschäftsfläche in der Innenstadt gibt: „Vor 17 Jahren war ich schon hier und habe festgestellt, dass es dramatisch wird. Mittlerweile ist in der Bezirksstadt unglaublich viel gebaut worden, aber alles auf der grünen Wiese.“ Im selben Jahr hat das Einkaufszentrum Salto in Deutschlandsberg eröffnet. Wenig später hat der Gemeinderat das Deutschlandsberger Stadtmarketing beschlossen. Aktuell hat die Stadtgemeinde wieder einen neuen Masterplan fürs Zentrum ausgearbeitet.
Die Grube am Hauptplatz
Alles andere als einladend war auch die „Grube“ am Unteren Hauptplatz: Dort, wo mittlerweile Tiefgarage, Ärztezentrum und Kindergarten stehen, befand sich nach dem Abriss des altehrwürdigen Hotel Rainer vier Jahre lang eine Baugrube.
- So hätte das geplante Stadthotel am Unteren Platz in Deutschlandsberg aussehen können.
- Foto: Archiv Stadtgemeinde
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Ein modernes Stadthotel hätte entstehen wollen, dazu kam es nie – 2009 wurde die Grube wegen Einsturzgefahr zugeschüttet.
Bezirksfusion?
Ein neues, modernes Rathaus (um fünf Millionen Euro) wurde 2009 in Lannach eröffnet. Bgm. Josef Niggas hatte damals gleich noch größere Pläne: „Da ja überlegt wird, die Bezirkshauptmannschaften zusammenzulegen, wäre Lannach doch der ideale Ort, um eine BH für die Bezirke Graz-Umgebung, Deutschlandsberg und Voitsberg zu sein.“ Tatsächlich wurden 2012 und 2013 mehrere steirische Bezirke zusammengelegt, Deutschlandsberg blieb davon aber unberührt.
Gemeindefusion!
Was folgte, waren die Gemeindefusionen 2015: Die hatten ihren Schatten schon 2009 geworfen. Kleinregionen, in denen mehrere Gemeinden – teils freiwillig – zusammenarbeiten, waren da an der Tagesordnung. Gleichzeitig hat sich 2009 die Großregion aus den Bezirken Deutschlandsberg und Leibnitz gebildet, heute der Regionalverband Südweststeiermark. Josef Wallner, schon damals Bürgermeister in Deutschlandsberg, meinte dazu: „Es wird in Zukunft notwendig sein, stärker mit den Nachbargemeinden zu kooperieren. Wir werden versuchen, Aufgaben, wenn möglich, gemeinsam, effizienter und damit letztlich auch kostengünstiger zu erfüllen.“
Die damalige Wirtschaftskrise
Schon 2009 – mitten in der damaligen Wirtschaftskrise – galt es für Unternehmen, das Jahr durchzutauchen. „Ich rate Firmen zu mehr Einsatz und Mut“, meinte der damalige WKO-Regionalstellenobmann Herbert Naderer. Und: „In unserem Bezirk ist der Tourismus ein wichtiger Faktor, ihn müssen wir noch mehr stärken.“
Mehr als 2.000 Personen waren 2009 im Bezirk Deutschlandsberg in Kurzarbeit, nämlich in den Betrieben Epcos (Deutschlandsberg), Wolfram (St. Martin), Magna (Lannach) und Kendrion (Eibiswald). Hunderte Beschäftigte in Produktionswerken haben sogar ihren Job verloren, der Kendrion-Standort in Eibiswald ist mittlerweile geschlossen.
Zum Vergleich: Am Beginn der Corona-Pandemie waren über 8.000 Personen im Bezirk in Kurzarbeit. Die Arbeitslosigkeit war mit rund 3.000 Arbeitslosen so hoch wie Anfang 2009. Mittlerweile ist die Arbeitslosigkeit in Deutschlandsberg schon länger auf einem niedrigen Niveau.
Anstieg im Tourismus
Noch ein Blick zum besagten Tourismus: 2009 gab es noch das Tourismuskompetenzzentrum Süd- und Weststeiermark mit drei Bezirken (Deutschlandsberg unter dem Namen „Steirische Schilcherregion“). Diese Großregion wurde ebenfalls vom Land angeordnet und führte aufgrund der geografischen Unterschiede sogar zum Austritt einiger Gemeinden. Seit der letzten Reform vom Land gehört das Schilcherland zum TV Südsteiermark. Die Nächtigungen sind im Bezirk Deutschlandsberg seit 2009 um knapp 30 Prozent gestiegen.
Neuheiten für Tourismus und Kultur
Ein echtes Großprojekt war der Um- und Ausbau des Heilmoorbads Schwanberg, der Ende 2009 gestartet wurde. Die Bettenanzahl hat sich dadurch fast verdreifacht.
- 2009 hat das zweite Museum auf Schloss Stainz eröffnet, 2024 das dritte.
- Foto: Simon Michl
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2009 war auch ein "Erzherzog-Johann-Jahr": 150 Jahre davor war der „Steirische Prinz“ verstorben. Auf Schloss Stainz gab es damals eine Festmesse mit Pfarrer Matthias Keil, ein Nachkomme des Erzherzogs, sowie eine Sonderausstellung. Mittlerweile gibt es ein eigenes Erzherzog-Johann-Museum in Stainz, das Landwirtschaftsmuseum im Schloss gibt es seit genau 15 Jahren.
Das ewige Thema mit dem Tschick ...
Das Rauchverbot – generell erst 2019 eingeführt – war 2009 noch ein echtes Thema. Damals wurde es für öffentliche Orte eingeführt, für die Gastronomie gab es etliche, komplizierte Ausnahmen. Der Deutschlandsberger Politiker Gerald Grosz, für das ebenfalls noch existierende BZÖ im Nationalrat, forderte damals ein Ende: „Die Behörden sind überfordert, die Gastronomie steht dieser Schnapsidee hilflos gegenüber, Raucher wie Nichtraucher steigen auf die Barrikaden.“
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