Architekt Guido Strohecker meint: "Wir müssen Mobilität auf die Zukunft auslegen!"

Architekt Guido Strohecker wünscht sich ein zukunftstaugliches, ganzheitliches Mobilitätskonzept für Graz.
  • Architekt Guido Strohecker wünscht sich ein zukunftstaugliches, ganzheitliches Mobilitätskonzept für Graz.
  • Foto: Marija Kanizaj
  • hochgeladen von Martina Maros-Goller

Guido Strohecker begrüßt die Idee von weniger Autos auf der Straße, sieht das Thema aber komplexer.

Mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer und somit weniger Raum für stehende Autos auf der Oberfläche – mit dieser Idee erregte Stadtplanungsexpertin und TU-Professorin Aglaée Degros in der vergangenen Ausgabe viel Aufmerksamkeit. Ihrem Vorstoß schließt sich der Grazer Architekt Guido Strohecker an; ist aber der Meinung, dass Mobilität komplexer und vor allem zukunftstauglicher gedacht werden muss.

Autonomes Fahren ist Zukunft

"Es ist nicht alles Schwarz-Weiß. Auch wenn sich viele Stadtplaner einen Umstieg auf Rad- oder Fußverkehr wünschen – wir werden noch länger auf vier Rädern unterwegs sein", leitet Strohecker ein.
Und er stellt auch gleich klar, wohin die Reise hingeht. "Der Schlüsselbegriff ist 'autonomes Fahren'. Damit geht auch das autonome Laden der Fahrzeuge einher", erklärt der Architekt, dass Mobilität zukunftsweisend gedacht und realisiert werden müsse. "Die heutigen Tiefgaragen stammen aus den 80er-Jahren und sind bereits jetzt nicht mehr geeignet und schon gar nicht auf die Autos der Zukunft ausgelegt." Er fordert daher ein adäquates und zeitgerechtes System, das lange verlässlich ist. Strohecker hat bereits mit seinem Projekt der Bienenstockgarage für Aufsehen gesorgt, an deren Realisierung er mit Investoren arbeitet. "Es wird nicht gelingen, Menschen von ihren Fahrzeugen zu trennen, daher müssen wir für diese smarte, effiziente Lösungen anbieten."

Mutigere Ideen für Graz

Einen Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel begrüßt der international tätige und ausgezeichnete Architekt selbstverständlich. "Aber bitte nicht schienengebunden", betont er. Das sei im Verhältnis zum Nutzen zu teuer und zu unflexibel. Daher sei eine unterirdische Führung unabdingbar. "Dagegen sein ist zu wenig, man muss auch Lösungen anbieten", wünscht sich Strohecker eine stärkere Zusammenarbeit mit der Stadt- und Verkehrsplanung der Stadt Graz. "Wir brauchen ein ganzheitliches Konzept, das für mehrere Jahrzehnte vorausdenkt", will er viel mehr mutigere Ideen für Graz.

Global denken, lokal handeln

"Nur auf Radverkehr umzusatteln ist nicht der Schlüssel zum Erfolg, Amsterdam verbietet bereits Räder, weil es zu viele sind und in Graz haben wir jetzt schon zu wenige Radabstellplätze im Zentrum", verweist Strohecker darauf, dass Graz nicht alleine mit diesen Problemen ist und daher globales Denken und Handeln vonnöten ist. "Es ist aber klar, dass weniger Autos auf die Oberfläche gehören und unsere Arbeit ist es, gemeinsam nach einer für alle akzeptablen Lösung zu suchen", sagt Strohecker, dass man sich das Stadtbild mit autofreien Straßen vor dem geistigen Auge vorstellen solle.

WOCHE-WISSEN
Spektakulär war die Präsentation der Bienenstockgarage von Architekt Guido Strohecker im Sommer 2017. Als Vorbild dienen die VW-Autotürme in Wolfsburg, die auch das "schnellste automatische Parksystem der Welt" genannt werden. Autos sollen dort per Knopfdruck "geholt werden". Die Realisierung in Graz ist laut Strohecker an fünf Standorten möglich und soll 200 bis 600 Stellplätze bieten.

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