Graz-Marathon versagt beim Klima-Check

"...Do legst´´  di nieda..."
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Wozu dieser Beitrag?
Dieser Beitrag soll auf die einfachsten Nachhaltigkeitsmaßnahmen, das richtige Mülltrennen sowie ein vernünftiges Abfallmanagement, die es gibt, hinweisen.
Dieser Beitrag folgt der Kurzversion vom 13.10.2019 zum Graz-Marathon.

Einfachste "Klimaschutzmaßnahme"

Das richtige Mülltrennen und ein vernünftiges Abfallmanagement sind eine der einfachsten "Klimaschutzmaßnahmen", die es gibt. Die Ökostadt Graz und zukünftig selbsternannte "Klima-Inovationsstadt Nummer 1" beweist hier eindrucksvoll, wie ernst sie diese Dinge nimmt.

Kurzzusammenfassung

Dieser sehr umfangreiche Beitrag blickt kritisch hinter das Abfallmanagement der größten Sportveranstaltung von Graz.
Eine Sportveranstaltung in einer Stadt, wo eigentlich fast alle Abfälle als "Plastik"- und "Papiermüll" zu bewerten sind,  mit Restmülltonnen zuzumüllen, empfinde ich als beschämend!
Speziell wenn sich diese Stadt "Ökostadt" und  zukünftige"Klima-Inovationsstadt Nummer 1" nennt.

Zusätzlich verweise ich noch auf meinen Beitrag vom letzten Jahr - dieser wurde auch leider von den angeschrieben Verantwortlichen ignoriert, und die Missstände  somit beibehalten.
Deswegen habe ich auch diesmal sehr viele Verbesserungsvorschläge direkt eingebracht.

Vielen Dank für das Durchlesen, auch wenn es einige Zeit dauert, und Ihre Rückmeldungen.

Abfallanalyse Graz-Marathon 2019

Am 13.10. fand der Graz-Marathon 2019 statt. Um diese Abfallanalyse möglichst transparent zu machen wurden von mir viele Fotos gemacht, ein kleiner Teil ist auch hier ersichtlich, um das unfähige System zu präsentieren.
Zu diesem Zwecke wurden etwa 60 km mit dem Fahrrad und mindestens 5 km zu Fuß zurückgelegt. Die Datenaufnahme fand zwischen Samstag (12.10.2019) 17.30 Uhr und  Dienstag (15.10.2019) 8:30 Uhr statt.
Für die sofortige Veröffentlichung habe ich mich entscheiden, da spätere Veröffentlichungen oder direkte Informationen an die Verantwortlichen leider nichts bringen - "Systemversagen".

Ziel dieses Beitrages

Die Verantwortlichen dazu "zwingen", dass aktuelle Rechtsvorschriften einge-
halten werden und dass die Zeichen der Zeit erkannt werden. Vielleicht wird sich dann in der Zukunft doch noch etwas zum Richtigen verändern.

Einteilung der Abfallzonen:

  • 1) Labestation Theodor-Körner-Straße (AZ_1)
  • 2) Labestation Fischergasse (AZ_2)
  • 3) Labestation Kunsthaus (AZ_3)
  • 4) Labestation bei GKK (AZ_4)
  • 5) Labestation C.-v.-H.-Straße (AZ_5)
  • 6) Schmied- und Herrengasse (AZ_6)
  • 7) Zielbereich (AZ_7)
  • 8) Nach Ziel (AZ_8)
  • 9) Oper (AZ_9)
  • 10) Abgesperrter Bereich (AZ_10)

1) Labestation Theodor-Körner-Straße (AZ_1)

Es fielen etwa 4.100 Liter Abfall an. Sortenrein gesammelte Trinkbecher wurden fein säuberlich über die Restmülltonne entsorgt. Zwei Restmülltonnen zu 240 Liter waren komplett leer und wurden dankbar von anderen Menschen genutzt. Dieser Abfall wurde aber nicht dazugerechnet. Für die Biotonne gilt das Gleiche, der Biomüllanfall wurde auf 24 Liter geschätzt.

Optimierung für 2020
Für den nächsten Graz-Marathon empfehle ich hier 3 gelbe Tonnen zu 1.100 Liter. Auf 4 Restmülltonnen zu 1.100 Liter kann verzichtet werden. Ebenso wäre noch eine zweite Altpapiertonne zu 240 Liter wichtig. 

2) Labestation Fischergasse (AZ_2)

Eine Exakte Auflistung ist hier ersichtlich
Es fielen etwa 6.300 Liter Abfall an. Die gesammelten Trinkbecher wurden fein säuberlich über die Restmülltonne entsorgt. Eine 240 Liter Restmülltonne war zur Gänze mit Karton befüllt.  Der Biomüllanfall betrug etwa 24 Liter.

Optimierung für 2020
Für den nächsten Graz-Marathon empfehle ich hier 3 gelbe Tonnen zu 1.100 Liter.  Auf 4 Restmülltonnen zu 1.100 Liter kann verzichtet werden. Ebenso wäre noch eine zweite Altpapiertonne zu 240 Liter wichtig. 

3) Labestation Kunsthaus (AZ_3)

Von den 9.440 Liter bereitgestellten Abfallvolumen wurden etwa 3.360 Liter ge- nutzt.  Die sortenrein gesammelten Trinkbecher wurden fein säuberlich in Säcke verpackt und über die Restmülltonne entsorgt. In Summe wurden hier 4 Rest- mülltonnen zu 1.100 Liter  und 6 Restmülltonnen zu 240 Liter aufgestellt.
4 davon mit 0 bis 30 Liter befüllt.  Biotonne gab es keine, dafür 2 Altpapiertonnen zu 240 Liter. Eine war komplett voll, die andere beinhaltete eine Schachtel.

Dazugerechnet wurden noch sechs 240 Liter Restmülltonnen, die auf der Kepler- brücke ganz verlassen standen. In Summe gab es hier etwa 240 Liter Restmüll (Absperrbänder der kleinen Zeitung). Ebenso dazu gerechnet wurden vier Restmülltonnen zu 240 Liter, die neben dem Kunsthaus abgestellt waren. Diese 4 Restmülltonnen beinhalteten in Summe etwa 11 Liter Müll.
Der AZ_3 wurden somit 10% der gesamten Abfallbehälter-Volumina zugeteilt.

Optimierung für 2020
Für den nächsten Graz-Marathon empfehle ich auch hier 3 gelbe Tonnen zu 1.100 Liter. Auf 4 Restmülltonnen zu 1.100 Liter kann verzichtet werden. Zusätzlich sollte nicht auf die Biotonne vergessen werden. Nebenbei sollten auch 2 Restmülltonnen zu 240 Liter dieser Labestation fernbleiben. Bei der Keplerbrücke genügt eine statt sechs Tonnen. Neben dem Kunsthaus genügt ebenfalls eine statt vier Restmülltonnen zu 240 Liter.

4) Labestation bei GKK (AZ_4)

In Summe gab es bescheidene 700 Liter Abfall. Es wurden 3.400 Liter bereitgestellt. Die sortenrein gesammelten Trinkbecher wurden auch hier fein säuberlich in Säcke verpackt und über die Restmülltonne entsorgt.
Die Bio- und Altpapiertonne waren etwa 150 Meter von der Labestation entfernt. Dies dürfte auch die Ursache für die große Leere dort sein.  Es wurden dafür die öffentlichen Altpapiertonnen zu 1.100 Liter, die in unmittelbarer Nähe sind, dankend angenommen. Die Werte für Altpapier wurden hier nicht korrigiert. In Summe könnten es etwa 300 Liter gewesen sein. Obwohl es hier 3 gelbe Tonnen zu 240 Liter gab wurden sie nur zu etwa einem Drittel befüllt - leider. Wäre auch interessant zu erfahren, wieso diese Labestation so wenig Abfall "produzierte". 

Optimierung für 2020
Für den nächsten Graz-Marathon empfehle ich auch hier 2 gelbe Tonnen zu 1.100 Liter. Auf 2 Restmülltonnen zu 1.100 Liter kann verzichtet werden. Zusätzlich sollte nicht vergessen werden die Bio- und die Altpapiertonne bei der Labestation zu deponieren.  Auch hier sollten 2 Restmülltonnen zu 240 Liter im nächsten Jahr genügen. 

5 ) Labestation C.-v.-H.-Straße (AZ_5)

Es fielen etwa 2.600 Liter Abfall an. Die sortenrein gesammelten Trinkbecher wurden auch hier  über die Restmülltonne entsorgt. Biotonne gab es keine.
Die beiden LVP-Tonnen waren zu etwa 40 Prozent befüllt - es gibt ja zum Glück 4 Restmülltonnen :-(  Eine Altpapiertonne war mit Karton, die andere mit Becher befüllt. Hier wäre es auch generell wichtig nur eine Becherart zu verwenden. Da braucht man dann noch weniger denken :-)

Optimierung für 2020
Für den nächsten Graz-Marathon empfehle ich auch hier 2 gelbe Tonnen zu 1.100 Liter. Auf 4 Restmülltonnen zu 1.100 Liter kann verzichtet werden. Zusätzlich sollte nicht vergessen werden eine Biotonne bei der Labestation zu deponieren. 2 Restmülltonnen zu 240 Liter sollten auch bei dieser Labestation im nächsten Jahr genügen.

6) Schmied- und Herrengase (AZ_6)

In diesem Bereich waren ausschließlich die neuen "Papierkübel" (PK) aus Karton im Einsatz.
Zudem wurden auch alle anderen PKs  der Abfallzonen 7 bis 10 dazugerechnet.
Laut Presseinformation der Holding Graz sind 200 im Einsatz gewesen. Ich habe allerdings nur 89 Stück zählen können. Im Gegensatz zum Aufsteirern 2019 und dem Street-Food am Karmeliter-Platz wurden sämtliche "Karton-Mülbehälter" diesmal von einem Transporter "gerettet". Beim Aufsteirern 2019 und beim Street Food wurde sie leider über den Restmüll entsorgt.
Diesmal lief anscheinend die interne Kommunikation besser ;-) Die gesamte Abfallmenge bei den 89 PK beträgt etwa 4.000 Liter. Während im Bereich Herrengasse, Schmiedgasse die PK meistens nur um 15 Liter Inhalt hatten, gab es im Zielbereich viele, die zur Gänze befüllt waren.  Der Inhalt der Säcke  wurden dann nach Veranstaltungsende von einem kleinen Transporter aufgenommen.

Optimierung für 2020
Hier würde ich nicht viel ändern. Dieser Bereich unterscheidet sich von den anderen, dass es hier keine besonderen Konsummöglichkeiten gibt und dass auch die Sportler nichts zurücklassen können. In Summe sollten etwa 10 bis 15 Kartonbehälter weniger aufgestellt werden. Begründung: Die meisten Behälter waren nur bis etwa zu einem Viertel befüllt. Durch zu viele Abfallbehälter besteht auch die Gefahr, dass die Bürger "entmündigt" werden.

"Wer oft viele hundert Meter zurücklegt, um "Müll" zu kaufen, der sollte auch einige Meter  gehen "dürfen", um diesen dann auch (ordnungsgemäß) zu entsorgen.

7) Zielbereich (AZ_7)

Der Zielbereich beginnt von den Straßenbahnschienen über den Joanneumring bis zur Franz-Graf-Allee und umfasst beide Straßenseiten vom dortigen Opern- ring. Das bereitgestellte Volumen betrug etwa 7.500 Liter, das effektive waren dann etwa 1.100 Liter. Die mittlere Befüllung von 10 Restmülltonnen betrug etwa 10 Prozent, die Restmülltonnen waren somit so gut wie leer. Altpapiertonnen waren keine vorhanden.

Optimierung für 2020
Auf die vorhandenen vier Restmülltonnen zu 1.100 Liter kann mit ruhigem Gewissen verzichtet werden. 

8) Nach Ziel (AZ_8)

AZ_8 beginnt ab Franz-Graf-Allee, beinhaltet beide Straßenseiten vom Burgring und endet auf Höhe Einspinnergasse. Die PKs wurden bis Höhe Erzherzog-Johann-Allee aufgestellt. Sämtliche PKs wurden dem AZ_6 zugerechnet.
Auf Höhe Einspinnergasse gab es eine von zwei Müllsammelstellen mit 6 verschiedenen Fraktionen, siehe beigefügte Fotos. Daneben eine "fehlgestellte" 7.000 Liter "Restmüll-Mulde" die leer war. Ebenso fast leer eine gelbe 1.100 Liter Tonne. In diesem Bereich fiel leider kein Plastikmüll an...

Optimierung für 2020
Die 7.000 Liter Mulde ist hier absolut fehl am Platz, da sie logistisch nicht befüllt werden kann. Ebenso eine Fehlbesetzung die gelbe 1.100 Liter Tonne, Nähe Einspinnergasse

9) Oper (AZ_9)

Der Bereich "Oper" umfasste im Großen und Ganzen den Bereich um das Lichtschwert. Eine gut versteckte 7.700 Liter "Restmüll-Mulde" die einige leere Dosen enthielt ist ein klares Minus.
Diese "Restmüll-Mulde" war dann aber am Dienstag zu etwa 60 Prozent mit Restmüll vom Marathon befüllt. Dieser dürfte dann bei den Abbauarbeiten angefallen sein, siehe beigefügtes Foto
Dazu noch 4 Restmülltonne zu 1.100 Liter die zum Bersten voll waren. Am Boden davor viele  schwarze Müllsäcke , die dann auch noch etwa ein Volumen von 2.200 Liter, 2 Restmülltonnen zu 1.100 Liter, beanspruchen würden.

Optimierung für 2020
Die 7.000 Liter "Restmull-Mulde" ist hier absolut fehl am Platz, da sie logistisch nicht während der Veranstaltung befüllt werden kann. Ev. wäre sie mit Kartonagen voll geworden...

10) Abgesperrter Bereich (AZ_10)

Der  abgesperrte Bereich umfasste das eingezäunte Straßenstück der Robert Graf-Allee.
Hier waren vier Mülltonnen vorhanden. Zwei "Restmüll-Mulden" zu 7.000 Liter und jeweils eine 1.100 Liter Tonne für Altpapier und Leichtverpackungen. Alle vier Abfallbehälter waren vollständig befüllt.
Die Altpapier-Tone mit Papier und Kartonagen
Die gelbe Tonne mit Kartonagen, Bananenschalen und hoffentlich auch ein wenig "Plastik". Die 7.000 Liter Mulden waren mit Kartonagen, Plastik und sonstigen unwichtigen Sachen befüllt. 
"...Vorbildliches Versagen des Abfallmanagements..."

Optimierung für 2020
Die 7.000 Liter Mulden sind ok, aber nicht für "Mist", sondern genau beschriftet und  mit Anleitung. Mehr möchte ich dazu nicht sagen.

Komplette Abfallanalyse 

Bereitgestellte Abfallvolumen:

4 "Restmüll-Mulden"......................zu 7.000 Liter = 28.000 Liter
28 Restmülltonnen..........................zu 1.100 Liter = 30.800 Liter
39 Restmülltonnen..........................zu 240 Liter = 9.360 Liter
89 Papierkübel ................................zu 100? Liter     = 8.900 Liter
2 Leichtfraktionstonnen (LVP).......zu 1.100 Liter = 2.200 Liter
15 Leichtfraktionstonnen (LVP).....zu 240 Liter = 4.080 Liter
4 Altpapiertonnen.........................zu 1.100 Liter = 4.400 Liter
10 Altpapiertonnen.......................zu 240 Liter= 2.400 Liter
9 Biomülltonnen..............................zu 240 Liter= 2.400 Liter
2 Weißglastonnen...........................zu 240 Liter = 480 Liter
2 Buntglastonnen............................zu 240 Liter = 480 Liter
3 Metallverpack. - Tonnen..............zu 240 Liter = 720 Liter

207 Abfallbehälter
In Summe wurden von mir 207 Abfallbehälter gezählt

93.788 Liter Volumen für Abfallbehälter

In Summe wurde somit ein Abfallvolumen von  etwa 94.000 Liter bereitgestellt. Die bereits vorhandenen offiziellen "Papierkübel" der Stadt Graz im gesamten Umfeld wurden nicht dazugerechnet.

83 Prozent Restmüllbehälter

Der Restmüllanteil bei den bereitgestellten Abfallbehälter beträgt somit etwa 83 Prozent.

Die "Restmüll-Mulden" wurden zum Restmüll dazugezählt, da:

  • es äußerlich nicht ersichtlich war, welcher Abfall-Fraktion sie dienen
  • sie auch gemischten Abfall enthielten

Klarer Gesetzesverstoß

Die Ergebnisse bei der von mir durchgeführten Abfallanalyse  lassen eindeutig einen klareren Gesetzesverstoß hinsichtlich der Steiermärkischen Veranstaltungssicherheitsverordnung bei den Paragraphen des 10. Abschnittes (§ 45 bis §47) erkennen.

"...§ 47  Abfallsammeleinrichtungen

Die bei der Veranstaltung (inkl. Auf- und Abbau) anfallenden Abfälle sind nach den gesetzlichen Vorgaben getrennt zu sammeln und über dazu Berechtigte zu verwerten bzw. zu entsorgen.

Dazu sind entsprechend den anfallenden Abfällen (Art und Menge) sowohl im Gastronomiebereich (Küche, Schank, Bar, Service), als auch in für die Teilnehmerinnen/Teilnehmer zugänglichen Bereichen geeignete Behältnisse aufzustellen.

Jedenfalls sind Altpapier/Kartonagen, Altglas (Bunt- und Weißglas), Metallverpackungen, Kunststoffverpackungen („gelbe Tonne“), Restmüll, Biomüll, Altspeisefett und -öl, Speisereste (Gastronomie) und Sperrmüll (Auf- und Abbau) getrennt zu sammeln und zu verwerten bzw. zu entsorgen..."

Effektives Abfallaufkommen

Unter "effektives Abfallaufkommen" werden die Füllstände der einzelnen Abfallbehälter addiert.
Eine enorme Menge an Kartonagen und Plastikmüll wurde vermutlich über die beiden "Restmüll-Mulden vom AZ_10 entsorgt. Allerdings planlos - siehe beigefügte Foto-zusammenstellung.
Das effektive Abfall-Aufkommen wurde nach Beendigung der Veranstaltung festgestellt und beinhaltete folgende Zahlen (siehe auch beigefügte Fotos):

52.000 Liter Abfall

In Summe wurden von "Excel" 52.167 Liter Abfall für den Graz-Marathon 2019 errechnet. Bei 9.000 TeilnehmerInnen sind das dann 6 Liter Abfall pro Sportler.
Viel oder wenig? - ich vertrete hier die Meinung: viel Abfall - in falschen Mülltonnen...

44.000 Liter Restmüll

Von den 4 "Restmüll-Mulden" waren zwei zu 100 Prozent befüllt. Die Mulde bei der Oper war dann am Dienstag zu etwa 60 Prozent voll. Die leere Mulde von der AZ_7 dürfte am Montag zur AZ_10 gebracht worden sein, denn die beiden vollen Mulden brauchten dort vermutlich eine Ablöse.
Dies ist nur eine Vermutung von mir. Begründung dieser Vermutung:
Kurz vor dem Fototermin am Dienstag, die Mulde stand an einem Platz wo noch nie eine "Restmüll-Mulde" stand, wurde sie abgeholt. Ich entschied mich spontan dazu am Dienstagmorgen  die "Restmüll-Mulde" bei der Oper zuerst zu fotografierte.  Daher schaffte ich nur mehr einen Schnappschuss der "Restmüll-Mulde" bei ihrer Abfahrt vom AZ_10. Diese "Restmüll-Mulde" wird aber als leer bewertet.

Restmüll-Mulde
Der Anteil der "Restmüll-Mulden" am gesamten Restmüllanfall beträgt mit 32 Prozent etwa ein Drittel.
Trinkbecher etwa 12.000 Liter
Zu etwa einem Viertel sind die Trinkbecher, mit etwa 12.000 Liter, beim Restmüll beteiligt. 

Sehr schlechte Mülltrennung

Die Mülltrennung ist als sehr schlecht zu bewerten. Eine enorme Menge an Kartonagen wurde über die "Restmüll-Mulden" entsorgt. Ebenso sehr viel "Plastik".

  • Bei 29 Restmülltonnen zu 1.100 Litern fielen in Summe etwa  20.100 Liter Restmüll an.
  • Bei 39 Restmülltonnen zu 240 Liter fielen in Summe etwa 1.550 Liter Restmüll an.
  • Bei 89 Karton- Papierkübel  fielen in Summe etwa 4.000 Liter Restmüll an.

Wäre auch interessant zu erfragen:

  • Nach welchem Abfallwirtschaftskonzept die Veranstaltung genehmigt wurde?
  • Wie die vier 7.000 Liter "Restmüll-Mulden" darin bezeichnet werden?
  • Welchen Sinn vier Restmülltonnen zu 1.100 Liter bei 4 Labestationen haben?
  • Wie zig-tausende Plastikbecher (im Restmüll) bewertet werden?

85 Prozent Restmüll

Der Restmüllanteil  beim angefallenen Abfall, wurde nach Füllstand der einzelnen Behälter erhoben, beträgt  etwa 85 Prozent.
Die "Restmüll-Mulden" wurden zum Restmüll dazugezählt, da:

  • es äußerlich nicht ersichtlich war, welcher Abfall-Fraktion sie dienen
  • sie auch gemischten Abfall enthielten

Leichtverpackung (LVP) 2.900 Liter

Die zwei LVP-Tonnen zu 240 Liter bei den Labestationen (AZ_1,  AZ_2, AZ_3, und AZ_5) wurden bis auf die Labestation Fischergasse leider nie zur Gänze befüllt. Bei der Labestation GKK waren sogar 3 LVP Behälter vorhanden. In Summe wurden hier etwa 240 Liter "Plastik über diese 3 Behälter entsorgt. Am Montag waren aber  2  LVP-Tonnen mit reinem Plastikmüll aufgefüllt. Dies zeigt eindeutig, dass es in Graz viel zu wenig gelbe Tonnen gibt.
2 LVP Tonnen in der AZ_8 wurden so positioniert, dass  eigentlich kein "Plastikmüll" in der Nähe ist. Entsprechend bescheiden war dann deren Füllstand.

18.000 Liter reiner Plastikmüll
In Summe schätze ich den wirklichen Plastikmüll-Anfall auf 18.000 Liter.  Etwa 85 Prozent wurden über diverse Restmülltonnen entsorgt. Leider nichts Außergewöhnliches in der Ökostadt Graz...

Altpapier 4.800 Liter

Die Altpapierbehälter im Zielbereich waren viel zu gering. Bei den Labestationen war eine Tonne zu 240 Liter nicht ausreichend. Ev. könnte der dortige Kartonagen-Berg zur Restmüll-Mulde ins AZ_10 gebracht worden sein.

18.000 Liter  Papier und Kartonagen
In Summe schätze ich den wirklichen Altpapier-Anfall auf 18.000 Liter. Etwa 75 Prozent wurden über diverse Restmülltonnen entsorgt. 

Weißglas 5 Liter

Eine Weißglastonne wurde nur bei 2 Müllplätzen aufgestellt, wo 6 verschiedene Abfallfraktionen nebeneinander bereitstanden. Ein Vorschlag vom Aufsteirern 2019 wurde somit umgesetzt - DANKE!
Die zwei 240 Liter Weißglastonnen wurden spärlich genutzt. in Summe gab es ein Volumen von etwa 5 Liter. 
Positiv zu vermerken: trotz teilweise "Mülltonnen-Notstand" wurde die fast leere Tonne nicht mit anderen Müllfraktionen befüllt - DANKE!

Buntglas 17 Liter

Eine Buntglastonne wurde nur bei 2 Müllplätzen aufgestellt, wo 6 verschiedene Abfallfraktionen nebeneinander bereitstanden. Ein Vorschlag vom Aufsteirern 2019 wurde somit umgesetzt - DANKE!
Die zwei 240 Liter Buntglastonnen wurden spärlich genutzt benötigt. in Summe gab es ein Volumen von etwa 17 Liter.
Positiv zu vermerken: trotz teilweise "Mülltonnen-Notstand" wurde die fast leere Tonne nicht mit anderen Müllfraktionen befüllt - DANKE!

Blaue Tonne (Metallverpackung) 50 Liter

Die drei 240 Liter Metallverpackungstonnen wurden auch genutzt. in Summe gab es ein Volumen von etwa 50 Liter.
Positiv zu vermerken: trotz teilweise "Mülltonnen-Notstand" wurde die fast leeren Tonnen nicht mit anderen Müllfraktionen befüllt - DANKE!

Biogene Abfälle 260 Liter

In Summe wurden 9 Biotonnen zu 240 Liter vorgefunden. Ein gesamtes Bild von allen neun ist auch beigefügt. Die gesamte Menge von 260 Liter erscheint mir irgendwie sehr gering - wo wohl die anderen biogenen Abfälle sind?
Bei den Labestationen CvH-Straße und GKK wurden leider keine Biotonnen vorgefunden.
Positiv zu vermerken:
Es wurden keine übrige gebliebenen Lebensmittel entdeckt, die vom Veranstalter über die Restmülltonne entsorgt wurden.

83 Prozent Restmüll

Der klare Sieger beim Graz-Marathon 2019 war somit der Inhalt der  Restmülltonnen. Siehe auch beigefügt Excel-Analyse.

Reelles Abfallaufkommen

Unter reellem Abfallaufkommen sehe ich den sortenrein getrennten Abfall. Ein gutes Abfallmanagement sollte den Mut haben - sich diesem Wert "anzunähern".
Für den Graz-Marathon halte ich hier einen Wert von etwa 10.000 bis 14.000 Liter beim Restmüll für realistisch.

Die größten Potentiale liegen hier bei den fünf Labestationen und im Zielbereich.

Daher nachfolgend

Einige Optimierungsvorschläge von meiner Seite für den Graz-Marathon 2020:

1) Mehr Mut Ökostadt Graz - nicht nur Reden sondern auch beim Handeln!!!

Es geht hier um die "Steiermärkischen Veranstaltungssicherheitsverordnung" mit den Paragraphen des 10. Abschnittes (§ 45 bis §47). Zusätzlich nennt sich Graz "Ökostadt" und möchte
"Klima-Inovationsstadt Nummer Eins" werden.

2) Informationen an alle Mitarbeiter übers Mülltrennen

Mindestens eine reelle und AKTIV verantwortliche Person für den Abfall auf der Seite des Veranstalters!!!
Mindestens eine verantwortliche AKTIVE Person bei jeder Labestation

3) Zwei 7.000 Liter-Mulden für Altpapier

Im Zielbereich werden 2 reine Altpapier-Container mit 7.000 Liter benötigt. Diese sind klar zum Kennzeichen und gegen Fehlwürfe zu sichern.

4) Auf 7.000 Liter Restmüll-Mulde muss verzichtet werden.

Ist ein hohes Ziel, aber wer sich "Ökostadt" nennt und "Klima-Inovationsstadt Nummer Eins" werden möchte, der darf auch mehr tun!!!

5) Eine 7.000 Liter-Mulde für Plastik im Zielbereich

Dieser ist klar zum Kennzeichen und gegen Fehlwürfe zu sichern. Ihre Befüllung erfolgt am besten über sortenreinen Plastikmüll der in gelben Säcken gesammelt wird, und laufend angeleifert werden soll.

6) Informationen an alle Gäste dieser Veranstaltung, bzgl. Mülltrennen!

Mittels kleinen Botschaften kann hier sehr viel erreicht werden.

7) Öko-Trinkbecher

Es wäre auch sinnvoll, auf geeignete "Öko-Trinkbecher" zu setzten. Zusätzlich sollten dann alle über deren korrekte Entsorgung informiert werden. Dies könnte dann auch meine Prognose bzgl. der Anzahl von den gelben Tonnen "wertlos" machen.

Resultat meiner Vorschläge

Als Ergebnis meiner Vorschläge würde der Restmüllanteil von aktuell 85 auf etwa 25 Prozent fallen und die "Steiermärkische Veranstaltungssicherheitsverordnung" auch einigermaßen in die Praxis umgesetzt werden. Ich werde beim nächsten Graz-Marathon  wieder vor Ort sein, und davon berichten.

Der Graz-Marathon  - "grünste" Marathon der Welt

Ich bin schon gespannt, ob die Ökostadt  und selbsternannte "Klima-Inovationsstadt Nummer Eins" Graz sich dazu bereiterklären kann.
Spätestens 2020, am Tag nach dem Graz-Marathon 2020, wissen wir es.

Zusätzliche Informationen

Nachfolgend einige interessante zusätzliche Punkte:

1) Grüner Strom für den Marathon

Leider wurden auch drei große Diesel-Stromaggregate gesichtet. Ein grüner Anstrich dieser ist aber zu wenig. Hier sollten zukünftig alle Möglichkeiten überprüft werden, um den benötigten Strom aus den großen Verteiler-kästen beziehen zu können. Ebenso sollten sämtliche Soundplätze eine Stromversorgung von der Stadt Graz zur Verfügung gestellt haben - schließlich hat Graz  ja ein neues Murkraftwerk :-)

2) Klimaziele 2030 bis 2050

Sämtliche zukünftige Klimaziele von Graz wirken lächerlich, wenn eine der einfachsten "Klimaschutzmaßnahmen", das richtige Abfallmanagement und das Mülltrennen bereits in der Realität von 2019 scheitern.

3) „Wir wollen Klimainnovationsstadt Nummer Eins in Österreich werden“

Wenn die Ökostadt Graz nebenbei auch "Klimainnovationsstadt Nummer Eins" in Österreich werden möchte, dann sollte auch hier etwas gemacht werden, oder sollte ich mich irren?

4) Wegwerf-Puntigamer 

Leider setzt Puntigamer immer noch bei Großveranstaltung auf Wegwerfbecher aus Plastik, die dann über die Restmülltonnen entsorgt werden.

Wo ist die PR?
Wenn ich bei Puntigamer etwas zu sagen hätte, dann würde ich auch (Werbe)Bierbecher verkaufen.
Z.B. mit der Aufschrift

  • Für Rainer - das beste Bier...
  • Das Beste für Rainer

Da es viele Namen gibt - einfach bei den Kaffeehäferl abschauen. 

Stoppt den RESTMÜLL-WAHN!

In der Restmüllentsorgung steckt das größte Ertragspotential für die Abfallwirtschaft. 
(Persönliche Meinung von mir)

Konsum- und Wergwerftrottel

Deshalb werden wir von oben herab zu Konsum- und Wegwerftrottel erzogen. Dieser Beitrag ist ein kleiner Hinweis darauf. Ich bin mir auch bewusst, dass mit großer Wahrscheinlichkeit im nächsten Jahr wieder alles gleich sein wird, aber ich gebe die Hoffnung  - noch nicht auf.

Schlusszusammenfassung

Fast alles "Plastik"- und "Papiermüll"
Im Großen und Ganzen sind die Abfälle vom Graz Marathon 2019 als "Plastik- Papiergemisch" zu bewerten. Auf der einen Seite enorme Mengen an Plastikflaschen, Plastikbecher, und sonstige Plastikverpackungen. Diese sind als Leichtverpackungen und somit über die gelbe Tonne zu entsorgen!

Auf der andere Seite vorwiegend enorme Mengen von Kartonagen. Diese sind somit über die Altpapiertonne zu entsorgen.
Zusätzlich wäre ein generelles Verkaufsverbot für Bier in Wegwerf-Plastikbecher sehr sinnvoll.

Dass der Großteil vom Plastik- und Kartonagenmüll über Restmülltonnen entsorgt wurde, finde ich beschämend. Ebenso beschämend ist das Ignorieren meiner Hinweise vom letzten Jahr.
Das alles spielt sich im 3. Jahrtausend in einer  Stadt ab, die sich "Ökostadt" nennt und sogar zukünftig selbsternannte "Klima-Inovationsstadt Nummer 1" werden will.

Die enorme Menge an Restmülltonnen spiegelt die aktuelle "Müllpolitik wider.

[i]"...Möglichst viel über die Restmülltonne entsorgen, denn hier kann das meiste Geld verdient werden..."

Meine vielen Optimierungsvorschläge haben den Sinn, die Verantwortlichen noch mehr unter Druck zu setzten, und das "kranke System" in seiner ganzen Herrlichkeit schonungslos der Öffentlichkeit zu präsentieren.

[/i]Damit soll es dann leichter sein, möglichst rasch  - einen Umdenk-Prozess einzuleiten und das Abfallmanagement dem Zeitgeist und den Möglichkeiten anzupassen!

Ich bin schon gespannt wie dann der nächste Graz-Marathon abfalltechnisch ausgetragen wird. Ich werde wieder schonungslos davon berichten.

Ihre Meinung

Wie ist Ihre Meinung, Liebe LeserIn?
Passt eh´ alles wie es ist!
Sollte sich dann doch etwas ändern?
oder
do kauma eh nix mochn´ !

Einige ausgewählte Links über Abfallmanagements in der Ökostadt Graz

13.10.2019 Plastik siegt bei Graz-Marathon
17.9.2019 Müllparty Aufsteirern 2019
17.8.2019 Lange Tafel - plastikfrei?
8.7.2019 Mühlwahn beim USI-Fest 2019
30.6.2019 Restmüllwahn beim Augartenfest 2019
19.5.2019 Plastik siegt beim Ladies-Run

Autor:

Rainer Maichin aus Graz

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