Kinderbetreuung keine Arbeit
Kanzler Stocker entschuldigt sich für Aufreger-Sager
- Für Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) ist Kindererziehung keine Arbeit im herkömmlichen Sinn.
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Noch in Salzburg hat Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) am Donnerstag vor versammelter Menge erklärt: "Kinderbetreuung würde ich nicht als Arbeit sehen". Nun hat sich der Kanzler "in aller Deutlichkeit" für seinen Sager entschuldigt. Gleichzeitig betont er, dass der Lohn für Kindererziehung nicht in Geld zu messen sei.
ÖSTERREICH. Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) hat mit einem Sager jede Menge Kritik kassiert. Auf seiner „Sommertour“-Station in Salzburg am Donnerstag hat ihm eine Bürgerin zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie eine Frage gestellt. Stocker hat geantwortet, dass Kinderbetreuung für ihn keine unbezahlte Arbeit sei. Und: "Kinderbetreuung würde ich nicht als Arbeit sehen."
Auf den Einwand der Frau, dass Frauen im Schnitt 96 Stunden pro Woche unbezahlte Kinderbetreuungsarbeit leisten, sagte der Kanzler, dass aus seiner Sicht „eine Familie nicht in bezahlter Arbeit zu rechnen“ sei, er habe ein "anderes Familienbild".
Kritik von allen Seiten
Der folgende Sturm der Entrüstung hat nicht lange auf sich warten lassen. Die beiden Koalitionspartner reagierten noch in gemäßigtem Ton. Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) schrieb auf Bluesky: „Kinderbetreuung ist Arbeit.“ Das dürfe man weder kleinreden noch unsichtbar machen. Auch von den Neos hieß es, dass Kinderbetreuung „natürlich Arbeit“ sei.
- Die Kritik an Stocker hat nicht lange auf sich warten lassen.
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Weniger dezent waren die Meldungen der Oppositionsparteien. FPÖ-Chef Herbert Kickl bezeichnete die ÖVP als „völlig empathielos, familienfeindlich und Lichtjahre von der Lebensrealität der eigenen Bevölkerung entfernt“. Grünen-Chefin Leonore Gewessler meinte, „Mütter verdienen keine Verhöhnung, sondern eine Entschuldigung“.
ÖVP verteidigt ihren Chef
Aus den eigenen Reihen bekam der ÖVP-Parteichef recht viel - aber nicht nur - Rückendeckung. Familienministerin Claudia Bauer meinte, „wenn wir die Arbeit mit Kindern in Geld aufwiegen, dann werden wir irgendwann zu dem Punkt kommen, dass wir uns Kinder schlichtweg nicht mehr leisten können“.
Die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner interpretierte Stockers Sager so, dass „unsere Kinder für uns Eltern bei aller Arbeit, aber vor allem noch viel mehr Freude bedeuten“.
Entschuldigung "in aller Deutlichkeit"
Stocker selbst gab Freitagmittag ein schriftliches Statement ab. „Ein Satz von mir sorgt gerade für Diskussionen. Zu Recht, denn er ist falsch. Bei all jenen, die sich durch meine Aussage verletzt, beleidigt oder nicht wertgeschätzt fühlen, entschuldige ich mich in aller Deutlichkeit." Was er gemeint habe: Familie sei kein Job, "wo man nach getaner Arbeit das Büro verlässt".
- Kinder zu erziehen, ist nicht immer ein Spaß.
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Der Lohn sei nicht in Geld zu messen, sondern "in Vertrauen, Zusammenhalt und in unzähligen gemeinsamen Momenten". Seine Frau und er hätten zwei Kinder groß gezogen. "Ich weiß, was es heißt, ein Kind die ganze Nacht herumzutragen, wenn es krank ist. Ich weiß, wie es ist, wenn beide gleichzeitig krank sind. Aber ich weiß auch, wie schön es ist … wie sehr sich diese Arbeit lohnt."
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